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Valneva: Welche Folgen hat diese Abfuhr?

Simon Ruic / 18.08.22 / 10:31

Nach den gekündigten Lieferverträgen für Corona-Impfdosen durch die EU und Großbritannien muss Valneva (WKN: A0MVJZ) einen weiteren Rückschlag einstecken: Die USA werden ihre Option zur Lieferung des Tropenerreger-Vakzins IXIARO für das zweite Jahr nicht ausüben. Die Aktie reagiert am Vormittag an der Pariser Euronext zunächst mit einem leichten Minus von 2,1% auf 9,70 €. Sind nun auch künftige Einnahmen für den Reiseimpfstoff in Gefahr?

Valneva ist ein französisches Biotechunternehmen mit Hauptsitz in Saint-Herbain. Die Firma entwickelt und vermarktet Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten. Mit seinem Totimpfstoff VLA 2001 verfügt Valneva über das einzige Vakzin gegen das Coronavirus, das eine Standardzulassung in der EU erhalten hat.

USA verzichtet auf Lieferoption für Impfstoff gegen Tropenkrankheit

Nachdem sowohl die EU als auch Großbritannien ihre Lieferverträge im Gesamtwert von rund einer Milliarde € für den Covid-Impfstoff von Valneva gekündigt haben, kassiert das Unternehmen nun die nächste Absage: Das US-Verteidigungsministerium wird die Option zur Lieferung von Impfdosen gegen die Tropenkrankheit „Japanische Enzephalitis“ für ein zweites Jahr nicht ausüben. Das gab der Wirkstoffentwickler am frühen Donnerstag bekannt.

Die US-Behörde sei den Angaben nach der Ansicht, dass seine bestehen Reserven des Vakzins namens IXIARO den aktuellen Bedarf decken können. Im kommenden Jahr würden sich die Lagerbestände jedoch wieder reduziert haben, sodass man einen neuen Vertrag für den Impfstoff abschließen könne, so die Regierungsinstanz.

Im Gegensatz zu den drastischen Lieferkürzungen für VLA 2001 erwartet Valneva, dass die Entscheidung der USA keine Auswirkungen auf seine Finanzprognose für das laufende Jahr haben wird. Der Wert der nicht gezogenen Option ist im Vergleich zu den ursprünglichen Corona-Lieferverträgen zudem überschaubar: Die Gesamtvereinbarung hat Firmenangaben nach einen Mindestwert von rund 118 Millionen €, wobei 36 Millionen € auf die Option für das zweite Jahr entfallen.

Angesichts ansonsten gut laufender Geschäfte mit dem Reiseimpfstoff reagierte Valneva-CEO Thomas Lingelbach auf die Entscheidung entspannt:

Wir danken dem Verteidigungsministerium für seine Partnerschaft und freuen uns auf weitere Vertragsverhandlungen in der Zukunft. Parallel dazu sehen wir weiterhin eine deutliche Erholung des privaten Reisemarkts für IXIARO, der sich in der ersten Hälfte dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht hat.

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Boom bei Tropenimpfstoffen voraus?

Valnevas monatelanges Hin und Her um die Zulassung und Kommerzialisierung seines Corona-Vakzins haben an den Börsen hohe Wellen geschlagen. Weitaus weniger Beachtung haben hingegen die anderen Impfstoffprogramme der Franzosen gefunden – wie etwa IXIARO, einer der beiden Reise-Vakzine, die das Unternehmen bereits erfolgreich vertreibt.

Hinzu kommt ein Serum gegen Chikungunya, dass der Wirkstoffentwickler im Mai zur Marktreife gebracht hat. Der weltweite Markt für Impfungen gegen die durch Mücken übertragene Viruserkrankung wird auf ein halbe Milliarde US$ jährlich geschätzt.

Vergangene Woche hat Valneva zudem zusammen mit US-Partner Pfizer den Start einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie für ihren Wirkstoffkandidaten gegen Lyme-Borreliose bekanntgegeben. Pfizer ist im Juni mit 90 Millionen € bei den Franzosen eingestiegen, um das Serum gegen den Tropenerreger zu einem Blockbuster zu entwickeln. Mit den Studienergebnissen rechnen die beiden Unternehmen in etwa einem Jahr; im Erfolgsfall könnte das Mittel den Angaben nach bis zu einer Milliarde US$ Jahresumsatz erzielen.

Einiges deutet derzeit darauf hin, dass sich die Nachfrage nach den Valneva-Produkten in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird. So erwartet eine Reihe von Forschern in naher Zukunft eine deutlich ansteigende Fallzahl von Tropenkrankheiten – auch in unseren Breitengraden. Vergangene Woche warnte etwa das Robert Koch-Institut, dass exotische Erreger in Deutschland infolge der Erderwärmung immer häufiger auftreten werden.

Anleger, die an den Klimawandel glauben, sollten die Valneva-Aktie daher nicht vorzeitig aufgrund der trüben Aussichten für ihren Corona-Impfstoff abschreiben.

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