Sascha / 14.09.21 / 13:03

Valneva: Rückschlag zum Kauf nutzen?

In den letzten Wochen schoss die Aktie des französischen Biotechunternehmens Valneva (WKN: A0MVJZ) durch die Decke. Grund waren Fortschritte in der Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs. Gestern kam es dann zum Crash des Titels um -40%. Der Grund: Die britische Regierung hat den Liefervertrag über eben dieses Vakzin gekündigt. War es das nun für die Aktie oder bietet genau dieser Kursabsturz eine gute Kaufgelegenheit?

Valneva ist ein französisches Biotechunternehmen mit Hauptsitz in Saint-Herbain. Die Gesellschaft ging hervor aus dem Zusammenschluss der österreichischen Vivalis und der österreichischen Intercell. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und verfügt über Produktionsstätten in Österreich, Schottland und Schweden sowie Niederlassungen in Frankreich, Kanada und den USA.

Intercell – eine interessante Unternehmensgeschichte...

Wie geschrieben ging Valneva aus Vivalis und Intercell hervor. Dabei ist insbesondere die Geschichte von Intercell sehr interessant. Denn das österreichische Biotechunternehmen erhielt im Jahr 2005 finanzielle Unterstützung von Bill Gates (über die Bill und Melinda Gates-Stiftung) bei der damaligen Entwicklung eines Tuberkulose-Impfstoffs. Zu dieser Zeit hieß der CFO von Intercell übrigens Dr. Werner Lanthaler, der später CEO von Evotec wurde und es bis heute erfolgreich ist.

Während diese Fakten nun sicherlich den ein oder anderen Verschwörungstheoretiker auf den Plan rufen dürften, möchte ich auf zwei andere Dinge hinaus. Zum ersten zeigt dies nämlich, dass Bill Gates schon sehr lange die Forschung an Impfstoffen und Medikamenten fördert. Und zum zweiten, dass er dabei durchaus auch Fehlschläge verzeichnete (denn Intercell war am Ende leider nicht erfolgreich, weshalb es den Zusammenschluss mit Vivalis gab).

Streit zwischen Frankreich und Großbritannien?

Doch kommen wir zur Gegenwart zurück. Wie geschrieben hat die britische Regierung den Liefervertrag über den Covid-19-Impfstoff von Valneva gekündigt. Das Unternehmen hält diese Kündigung für ungerechtfertigt. Am Ende dürfte die Sache wohl vor Gericht entschieden werden. Einige Experten sehen in der Vertragskündigung ohnehin nur eine Retourkutsche der Briten, weil die Franzosen innerhalb der EU gegen den britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca und dessen Covid-19-Impfstoff Stimmung gemacht hätten.

Ich halte die Kündigung des Liefervertrags auch für wenig sinnvoll. Denn der Covid-19-Impfstoff von Valneva ist einer von nur ganz wenigen  klassischen (auf Basis von Totviren). Damit könnte dieses Vakzin für all diejenigen interessant sein beziehungsweise werden, die den neuartigen mRNA-Impfstoffen (von BioNTech oder Moderna) nicht trauen. Auch wenn die Entwicklung noch nicht abgeschlossen sein mag und somit eine entsprechende Zulassung aussteht.

Chance-Risiko-Profil auf diesem Kursniveau deutlich verbessert!

Da der „Crash“ der Aktie zuletzt nicht auf einem Fehlschlag in der Forschung, sondern nur auf der umstrittenen Kündigung des Liefervertrags durch die Briten basiert, sehe ich diesen als übertrieben an. Sofern die britische Regierung nicht über Insiderinformationen verfügt, dass es der Impfstoff am Ende nicht auf den Markt schafft, halte ich diese Kündigung nicht nur für wenig sinnvoll – sondern für tatsächlich juristisch angreifbar.

Wer daher auf den Covid-19-Impfstoff von Valneva spekulieren möchte, sollte es nun tun und die Aktie einsammeln. Denn jetzt ist sie deutlich günstiger zu haben als noch vor wenigen Tagen, womit sich das Chance-Risiko-Profil der Aktie deutlich verbessert hat. Geht die Spekulation auf, kann sich die Aktie durchaus verdoppeln oder mehr. Das Risiko nach unten ist zwar vorhanden, ein Totalverlust erscheint aber unwahrscheinlich. Somit überwiegen die Chancen nun die Risiken.

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