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Administrator / 23.03.18 / 18:11

Steinhoff: Gelingt jetzt die große Wende?

Wird die Aktie von Steinhoff (WKN: A14XB9) eine der größten Comeback-Stories aller Zeiten schreiben? Klar ist: Wenn es der skandalerschütterte Handelskonzern aus eigener Kraft schafft, sich gesund zu schrumpfen, besitzt das Risiko-Papier ein außergewöhnliches kurzfristiges Kurspotenzial.

Fakt ist: Eine größere Insolvenz innerhalb der Unternehmensgruppe ist uns bislang nicht bekannt und die Gläubiger scheinen den Sanierungsprozess bislang mitzugehen. Steinhoff trennt sich entschlossen von Beteiligungen, um Liquidität zu schaffen und seine Geldgeber zu befrieden. Diese Woche machte die Nachricht die Runde, dass Steinhoff Anteile an seiner hochprofitablen Südafrika-Tochter STAR veräußern könnte. Die Börse reagierte geschockt, doch könnte dieser Deal letztendlich den entscheidenden Befreiungsschlag darstellen.

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Milliarden-Zufluss erwartet

Laut einem Bloomberg-Bericht könnte Steinhoff demnächst einen Teil seiner STAR-Beteiligung abgeben, die einen Wert von insgesamt circa 4,8 Milliarden USD habe. Steinhoff hatte zuvor bereits seine Anteile an den Unternehmen PSG Group und KAP Industrial reduziert und damit einen Milliardenbetrag eingespielt.

Die Tatsache, dass Steinhoff in den letzten vier Wochen noch einmal 50% seiner Marktkapitalisierung verloren hat und sich diese nun auf nur noch weniger als eine Milliarde Euro beläuft, ist nicht nachvollziehbar, da sich faktentechnisch in besagtem Zeitraum nichts Entscheidendes hin zum Negativen gewendet hat.

Im Gegenteil scheint das neue Steinhoff-Management unter Hochdruck an einer Gesundschrumpfung zu arbeiten und konsequent Liquidität zu generieren. Während dieser Umstand für die einen ein Alarmzeichen sein mag, könnte er mutige Spekulanten bald außergewöhnlich belohnen.

Wir arbeiten ständig daran, die Liquiditätslage des Konzerns zu erhalten und zu verbessern, um den fortlaufenden Handel unserer operativen Geschäfte zu ermöglichen und Wert für unsere Stakeholder zu bewahren und wiederherzustellen (ob Gläubiger, Aktionäre oder unsere 130.000 Mitarbeiter). Wir alle wollen Steinhoff in seiner Zukunft gesichert sehen und ich bin entschlossen zu tun, was immer nötig ist, um das zu erreichen. (Steinhoffs Chef-Aufseherin Heather Sonn am 28. Februar 2018)

Denn: Das zuletzt ausgewiesene, geschönte Eigenkapital Steinhoffs belief sich auf fast 17 Milliarden Euro und könnte selbst riesige Abschreibungen spielend verschmerzen. Steinhoff hatte auch nach dem CEO-Rücktritt selbst mehrfach betont, dass man über eine Reihe erfolgreicher operativer Unternehmen verfüge.

Der Fakt, dass der Konzern bislang sein Kerngeschäft beisammen halten konnte, ist fraglos ein Zeichen dafür, dass unter dem Strich tatsächlich Geld verdient werden könnte. Zwar dürfte auch der früher kolportierte Milliardengewinn der laufenden unabhängigen Prüfung von PwC zum Opfer fallen, jedoch ist schwer vorstellbar, dass nicht doch etwas Profit hängenbleibt.

Die Steinhoff-Aktie erreichte heute einen neuen Tiefststand. Kehrt das Sentiment jetzt um? Quelle: ariva.de

In Kürze alle Sorgen los?

Wir halten den jüngsten Sell-off der Steinhoff-Aktie bis auf unter 0,20 Euro daher für deutlich übertrieben und spekulieren auf einen kräftigen Rebound, der auch Leerverkäufer zum Eindecken bewegen und eine Aufwärtsdynamik zusätzlich verstärken könnte.

Die Veräußerung des STAR-Anteils könnte einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Sanierung darstellen und die drückendsten Schulden beseitigen. Dies würde Steinhoff wiederum mehr Zeit verschaffen, um auch die restlichen Baustellen anzugehen.

Anleger dürfen zudem gespannt auf die kommende Hauptversammlung in Amsterdam am 20. April blicken. Möglicherweise gibt es im Rahmen dieser neue Erkenntnise über die ganze Tragweite des Bilanzskandals und im Idealfall sogar schon neu testierte Abschlüsse der letzten Jahre.

Die neusten Entwicklungen und Tipps rund um die Steinhoff-Aktie und andere spannende Werte finden Sie rund um die Uhr in unserem kostenlosen Live Chat.

Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens und hat eventuell die Absicht, diese je nach Marktsituation – auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.

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