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/ 21.02.19 / 22:46

Nordex: Comeback à la Vestas Wind?

Bei der Aktie der Nordex SE (WKN: AoD655) kann man durchaus mal komplett daneben liegen. Denn bei Nordex handelt es sich um einen deutschen Windkraftanbieter – und diese Branche ist extrem zyklisch. Dies erkennt man schon, wenn man sich den Chart des größten Nordex-Konkurrenten, dem Weltmarktführer im Windkraftsektor, Vestas Wind, anschaut.

Die Aktie von Vestas Wind notierte einst im Jahr 2000 bei ca. 70,00 Euro. Anschließend ging es bis ins Jahr 2003 unter die Marke von 6,00 Euro, nur um danach wieder bis 2008 auf ein neues Allzeithoch über 90,00 Euro zu klettern. 2012, Sie ahnen es vielleicht schon, ging es dann wieder abwärts, dieses Mal sogar unter die 4,00 Euro Marke.

Das Hoch des Jahres 2017 lag dann wiederum knapp unterhalb von 85,00 Euro. Seitdem befindet sich die Aktie wieder auf dem absteigenden Ast. Allerdings stabilisierte sich der Kurs zuletzt zwischen 50,00 und 55,00 Euro und notiert inzwischen leicht über 70,00 Euro. Dabei hat sich allerdings eine große Schulter-Kopf-Schulter Formation ausgebildet, was für fallende Kurse spricht.

Nordex konzentriert sich noch auf einen anderen Markt

Doch warum schreibe ich an dieser Stelle überhaupt so viel über Vestas Wind? Das Thema dieses Artikels soll schließlich Nordex sein. Nun, aus zwei Gründen. Erstens zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Vestas Wind, was bei Nordex möglich ist – sowohl nach oben wie auch nach unten. Zweitens könnte man ja auf die Idee kommen, dass sich die beiden Aktien – da sie ja beide aus der gleichen Branche stammen – parallel entwickeln.

Allerdings sind beide Unternehmen zwar aus der gleichen Branche, sie sind allerdings letztlich doch völlig unterschiedlich. Während nämlich Vestas Wind, als Weltmarktführer, weltweit sehr gut positioniert ist, hängt Nordex sehr am deutschen Heimatmarkt. Diese deutlich unterschiedliche Aufstellung ist es schließlich auch, die Vestas Wind prinzipiell als das bessere langfristige Investment erscheinen lässt.

Unternehmen zuletzt wegen politischer Entscheidungen in Deutschland unter Druck

Zwar versucht Nordex inzwischen auch weltweit Fuß zu fassen, was in den letzten Monaten durchaus gut gelungen ist. Es wird aber sicherlich noch mindestens zwei bis drei Jahre, wenn nicht länger, dauern bis man international mit Vestas Wind konkurrieren kann. Allerdings gibt es durchaus potente Investoren, die darauf setzen. So befinden sich unter den Großaktionären von Nordex Fonds aus dem Hause JPMorgan sowie SKion, die Investmentholding der reichsten Frau Deutschlands, Susanne Klatten (geborene Quandt, eine BMW-Erbin).

Auch der seinerzeitige Zusammenschluss mit der spanische Acciona, die mit einer Beteiligung in Höhe von knapp 30% am Aktienkapital der bestimmende Großaktionär ist, ist sicherlich nicht hinderlich dabei. Zumal der amtierende CEO José Luis Blanco Diéguez aus dem Umfeld von Acciona kommt. Die schwache Kursentwicklung der Aktie in den letzten zwei bis drei Jahren aber hat andere Gründe. Und zwar wurde in Deutschland das Ausschreibungsverfahren für neue Windparks auf die sogenannte „holländischen Auktionen“ (Rückwärtsauktionen) umgestellt.

Analysten sehen Trendwende am deutschen Heimatmarkt ab dem Jahr 2020

Zwar gelang es Nordex im Rahmen dieser „holländischen Auktionen“ viele Aufträge zu gewinnen und somit zumindest den Umsatz einigermaßen stabil zu halten. Allerdings brachen der Gesellschaft die Margen auf ihrem wichtigsten Markt weg. In der Folge war die Gewinnentwicklung extrem enttäuschend, was wiederum die Aktie unter Abgabedruck brachte. Aber laut zahlreichen Analysten, insbesondere Manuel Losa von Goldman Sachs, dürfte sich die Situation spätestens ab dem nächsten Jahr deutlich aufhellen.

So dürften aufgrund dieses neuen Auftragsvergabeverfahrens bis 2020 zahlreiche Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden, was die Margen zunächst stabilisieren und mittelfristig wieder ansteigen lassen sollte. Nicht umsonst haben die Analysten von Goldman Sachs die Aktie daher schon Ende vergangenen Jahres mit einem Kursziel von 11,00 Euro zum Kauf empfohlen. Wie es scheint, lagen sie damit goldrichtig.

Vorgelegte Zahlen deuten bereits auf eine nachhaltige Verbesserung hin

So deuten die zuletzt vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für 2018 schon deutlich auf eine Verbesserung hin. Denn gemäß diesen hat Nordex in 2018 einen Konzernumsatz in Höhe von 2,46 Mrd. Euro sowie einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 101,7 Mio. Euro (EBITDA-Marge: 4,1%) erzielt. Dies lag beides im Rahmen der selbstgesteckten Ziele, die einen Jahresumsatz zwischen 2,4 und 2,6 Mrd. Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 4-5% vorsahen.

Wenngleich man schon dies sehr positiv bewerten muss, hatte Nordex aber gleich noch weitere sehr gute Nachrichten im Gepäck. Denn laut Management stieg der Auftragseingang gleich um +73% auf 4,75 Gigawatt, so dass man schon heute von einem hervorragenden Geschäftsjahr 2019 ausgehen kann. Kommt dann noch die von den Analysten erwartete generelle Verbesserung auf dem deutschen Heimatmarkt oben drauf, sieht es bis Mitte/Ende 2020 sehr gut für Nordex aus.

Fazit: Extremzykliker auf dem Weg zum großen Comeback!

Die Windkraftbranche ist eine sehr zyklische Branche. Dies zeigt schon die Kursentwicklung der Aktie des Weltmarktführers Vestas Wind, wenngleich es das Management hier in den letzten Jahren geschafft hat diese Zyklik ein wenig zu eliminieren. Ähnlich zyklisch ist auch die Aktie von Nordex, wenngleich auch hier das Management versucht gegen zu steuern. Es wird jedoch noch mindestens zwei bis drei Jahre, eher ein wenig länger dauern, bis man einigermaßen auf Augenhöhe mit Vestas Wind ist.

Allerdings wird bis Mitte/Ende 2020 der bisherige Nachteil von Nordex, die hohe Konzentration auf den deutschen Heimatmarkt, zum Vorteil. Denn während es noch nicht sicher ist wie gut oder schlecht sich der gesamte Windkraftmarkt entwickelt, sollte es in Deutschland auf jeden Fall zu einem Comeback und somit einem kleinen Boom kommen. Das dürfte die Aktie der Nordex SE stützen, so dass man die Kaufempfehlung der Analysten von Goldman Sachs durchaus nachvollziehen kann.

Ich jedenfalls sehe das Kursziel für die Aktie der Nordex SE auf Sicht von 12-18 Monaten deutlich höher, nämlich bei bis zu 18,00 Euro. Allerdings wird die Aktie dieses Kursziel wohl unter heftigen Schwankungen ansteuern, so dass nur Anleger mit entsprechend starken Nerven hier investieren sollten. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man darüber hinaus einen Stoppkurs knapp unterhalb der Marke von 9,00 Euro platzieren.

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