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Sascha / 25.05.20 / 17:40

Luckin Coffee: Das totale Desaster bietet auch Chancen!

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Luckin Coffee (WKN: A2PJ6S) als die neue (chinesische) Starbucks. Inzwischen hat sich die Aktie für viele Anleger zu einem totalen Desaster entwickelt.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass das Unternehmen nach einer Sonderprüfung einräumen musste, dass Vorstandsmitglieder Absatz- und damit Geschäftszahlen massiv nach oben manipuliert haben (wir berichteten). Damit bestätigten sich zugleich die Vorwürfe der Shortseller von Muddy Waters, die dem Unternehmen genau solche Betrügereien unterstellt hatten - was jetzt natürlich eine Menge Fragen aufwirft...

US-Politiker schießen scharf gegen China...

Denn die Shortseller von Muddy Waters sowie ihre Kollegen von Citron Research unterstellen inzwischen einigen chinesischen Unternehmen, deren Aktien zusätzlich in New York gelistet sind, solche oder ähnliche Betrügereien. Dies wiederum hat viele US-amerikanische Trader skeptisch gemacht, was wiederum die Politiker auf den Plan rief. So hat US-Präsident Donald Trump höchstselbst härtere Regeln für chinesische Unternehmen angeregt.

Dem haben sich inzwischen zahlreiche hochrangige Politiker beider großer Parteien in den USA angeschlossen, woraufhin die US-Börse Nasdaq ihre Regularien auch bereits verschärft hat. Doch das scheint den US-Politikern noch nicht genug. So wird derzeit ein Gesetz diskutiert, dass Unternehmen, bei denen ein Staat stark finanziell engagiert ist, nicht mehr an US-Börsen gelistet werden dürfen.

Ein Gesetz, das sich wohl explizit gegen chinesische Unternehmen wie Alibaba und Co. richtet. Allerdings könnte solch ein Gesetz auch andere Unternehmen beziehungsweise Aktien treffen. So ist beispielsweise bei der Deutschen Telekom der deutsche Staat bekanntlich auch noch stark finanziell engagiert. Wobei zumindest die Demokraten wohl eine Übergangszeit von bis zu drei Jahren vorgesehen haben.

Banken schießen scharf gegen Aufsichtsratschef Zhengyao Lu

Die chinesischen Unternehmen haben jedoch die Zeichen der Zeit bereits erkannt und planen bereits Zweitlistings in Hongkong oder London. Allerdings wird insbesondere Luckin Coffee inzwischen nicht nur von US-Politikern und US-Aufsichtsbehörden attackiert, sondern zunehmend auch von seinen kreditgebenden Banken. Diese befürchten nämlich, trotz beruhigender Kommentare von Aufsichtsratschef (und Großaktionär) Zhengyao „Charles“ Lu, wohl eine baldige Insolvenz.

Daher versuchen sie nun wohl zu retten, was noch zu retten ist. So wird heute berichtet, dass mehrere – durch die Credit Suisse vertretenen – Institute ein Gerichtsverfahren zur Liquidation der Privatfirma von Zhengyao Lu eingeleitet hätten. Dieser hat auf den Britischen Jungferninseln eine Gesellschaft namens Haode Investments registriert, in der wohl auch sein Aktienpaket an Luckin Coffee gebündelt ist. Darüber hinaus gilt es jedoch auch als Großaktionär von Car Inc.

Fazit: Aktie nur noch ein Zockerpapier!

Alles in allem entwickelten sich zuletzt die in New York gelisteten ADRs chinesischer Unternehmen überwiegend schwach. Besonders hart erwischte es natürlich, aufgrund der nachgewiesenen Betrügereien, das Papier von Luckin Coffee. Zumal diesem in Kürze wohl der Nasdaq-Ausschluss droht. Längerfristig orientierte Anleger (Investoren) sollten daher sehr vorsichtig sein und in steigende Kurse hinein ihre Aktien, selbst mit hohen Kursverlusten, besser veräußern.

Anders sieht es dagegen für diejenigen aus, die zu den Zockern (respektive Daytradern) an der Börse gehören. Diese können an Tagen mit stärker fallenden Kursen, am besten zu Kursen um/unter ein US-Dollar, sogar Positionen aufbauen. Allerdings gilt anschließend auch für alle Zocker, dass sie anschließend Tage mit stärker steigenden Kursen umgehend zu Gewinnmitnahmen nutzen sollten! Denn letzten Endes könnte hier ein Totalverlust drohen!

Schreibe uns Deine Meinung zum ADR von Luckin Coffee in die Kommentare oder diskutiere sie rund um die Uhr mit Hunderten aktiven Anlegern in unserem Live Chat. Noch nicht dabei? Hier kannst Du dich kostenlos registrieren!

Zugehörige Kategorien: Konsumgüter-Aktien
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Kommentare
Peter Kleineheismann / 26.05.20 / 0:59 Uhr Ich habe 100 LUCKIN Coffee für 3000€ gekauft, die jetzt noch 160€ wert sind. Ich weiß gar nicht, was ich damit jetzt machen soll. Was ist, wenn die Firma insolvent geht? Ist mein Geld dann ganz weg. Chinesische Freunde hatten mir die Aktie empfohlen, weil LUCKIN in China gewaltig expandiert, jeden Tag 100 neue Geschäfte.
Sascha Huber / 26.05.20 / 6:44 Uhr Da könnte man jetzt antworten: "Wer solche Freunde hat...". Aber ich möchte nicht in der Wunde bohren. Was Sie tun sollten, kann ich Ihnen nicht sagen. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass - sollte es zu einer Insolvenz kommen - der Wert Ihrer Aktien gegen Null gehen wird. Insofern sollten Sie sich überlegen zu retten was noch zu retten ist. Andersrum können Sie sich natürlich auch sagen: Ich bin von 3.000 auf 160 Euro gefallen. So viel ist da nicht mehr Rest. Dann Augen zu und durch. Ich kann jetzt noch maximal weitere 160 Euro verlieren. Im Gegenzug aber möglicherweise, wenn es doch keine Insolvenz geben wird, kann ich deutlich mehr (zurück) gewinnen. Nur eins sollten Sie derzeit nicht tun: Getreu dem alten Motto von Pokerspielen in Not, "If you are in trouble, double!" nachkaufen. Denn damit erhöhen Sie Ihr Risiko - und wenn das schief geht...
Alex / 27.05.20 / 6:42 Uhr Was für eine Pose..wenn...Wenn Oma Schwanz hätte Sie wäre Opa... natürlich nachkaufen ,wenn schief geht,dann hatte wenigstens alles versucht... wenn aber wieder zurechtbiegt um so schmerzlicher der Verlust... Aber klar man muss auch Eier haben))))
Lukas Zmarzly / 27.05.20 / 11:26 Uhr Bin mit einer kleiner Position bei 1,30 reingegangen. Eben etwas Zocken... bin jetzt bei über 80% im plus..;). Bleibe aber drin und gehe allin. Vielleicht wird’s meine erste 1000%. Abwarten und Kaffee trinken!
Sascha Huber / 27.05.20 / 16:34 Uhr Sorry, Alex, aber das ist ein ziemlich sinnfreies Posting. Das ist schlicht nach dem Motto "If you are in trouble, double!". Sowas geht selten gut. Natürlich kann man die Aktie traden, das schrieb ich ja auch. Aber zwischendurch muss man eben auch mal Gewinne mitnehmen. Gerade bei einer so spekulativen Aktie, da dem Unternehmen womöglich die Insolvenz droht.
Sascha Huber / 27.05.20 / 16:36 Uhr Hallo Lukas, wenn die 100% voll sind, solltest Du zumindest Deinen Einsatz rausnehmen. Dann kannst Du es anschließend versuchen, auch wenn die Chancen für einen Tenbagger hier meines Erachtens nicht so gut sind. Viele Grüße, Sascha