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18.06.16 / 12:20

KTG Agrar: Hop oder Top - Anleihe ist erste Wahl

Der Krimi um die KTG Agrar SE (WKN: A0DN1J) geht in die entscheidende Phase. Einer der größten Agrarkonzerne Europas steckt spätestens seit dem 6. Juni 2016 in finanziellen Schwierigkeiten, die schlimmstenfalls bereits in wenigen Tagen in die Insolvenz führen könnten.

KTG Agrar konnte am 6. Juni die Zinsen in Höhe von 7,125% auf seine 250 Mio. schwere Anleihe nicht begleichen. Schon im Vorfeld wurden entsprechende Gerüchte laut, die der Vorstand mittels eines Interviews noch zu beschwichtigen versuchte. Wenige Tage später musste man jedoch zugeben, dass ein Verkauf von nicht benötigten Assets nicht fristgerecht vollzogen werden konnte und dadurch die Liquidität für die Zinszahlung nicht vorhanden war. Nach Auskunft des Unternehmens sollte sich die Zinszahlung daher um rund 14 Tage verzögern, was eine Zahlung bis zum kommenden Montag, 20. Juni, erwarten lässt.

Die Unternehmensanleihe (WKN: A1H3VN) notiert derzeit bei rund 17,5% (im Tief haben wir die Tage bereits Kurse unter 16% gesehen) und könnte für Anleger, die von einer Zinszahlung innerhalb der seitens des Unternehmens benannten Frist ausgehen, eine Spekulation wert sein. Bis zum Zeitpunkt eines Defaults - sprich einem Verzug - würden sogar noch weitere 14 Tage Zeit zur Verfügung stehen, um diesen zu vermeiden. Wer nominell 10.000 Euro kauft, muss dafür derzeit nur 1.750 Euro zzgl. Stückzinsen bezahlen.

Hohe Gewinnchancen, aber weniger Risiko mit Anleihe

Die Notierung der Anleihe ist so niedrig, dass Anleger einen Default bereits eingepreist haben. Sollten die Zinsen bezahlt werden, ist die Situation um das Unternehmen daher nicht besser, aber die Anleihe sollte wieder in Richtung 30-40% laufen, was beim aktuellen Kurs über 100% Gewinn bedeuten könnte!

Sollte die Zinszahlung ausbleiben, sind Anleihenbesitzer Gläubiger über nominell 10.000 Euro. Ein Insolvenzplan mit einem Debt-to-Equity-Swap (in etwa wie bei Q-Cells und SolarWorld) ist eine mögliche Alternative und dürfte für Anleihegläubiger eine ordentliche Rendite auf das eingesetzte Kapital bedeuten. Auch bei einer normalen Insolvenz mit Insolvenzquote sind Sie als Anleihegläubiger den Aktionären gegenüber bevorteilt.

Wer darauf spekulieren will, dass die KTG Agrar tatsächlich noch die Zinszahlung vornehmen kann, setzt daher lieber auf die Anleihe anstatt auf die Aktie. Im Notfall haben Sie sich ein Sicherheitsnetz gespannt, um einen möglichen Totalverlust zu vermeiden.

Bitte beachten Sie, dass ein Investment in der Aktie oder einer der Anleihen zum jetzigen Zeitpunkt mit enormen Risiken verbunden ist! Investieren Sie daher nur Kapital, das Sie notfalls komplett abschreiben können!

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