Sascha / 06.08.21 / 14:10

Formycon: Was diese Aktie weiter interessant macht

Zu den Tagesgewinnern am deutschen Aktienmarkt mit rund +6% auf 55,60 € zählt heute das Papier von Formycon (WKN: A1EWVY). Der Grund: Das Unternehmen vermeldete in der Nacht auf den heutigen Freitag, einen Zulassungsantrag für FYB201, einen Biosimilar-Kandidaten für Lucentis (Ranibizumab), bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA eingereicht zu haben.

Formycon mit Hauptsitz in Martinsried-Planegg, dem Herz der deutschen Biotechnologiebranche, sieht sich selbst als führenden Entwickler von qualitativ hochwertigen biopharmazeutischen Nachfolgeprodukten, sogenannten Biosimilars. Weltweit gibt es leider nur wenige börsennotierte Biosimilar-Spezialisten, was die Aktie natürlich umso interessanter macht.

FYB201 zur Behandlung der neovaskulären Makuladegeneration

Zunächst einmal eine kurze Erklärung, was ein Biosimilar eigentlich ist: Vielleicht ist der Begriff Generikum/Generika bekannt. Dabei handelt es sich um Nachahmermedikamente, die andere Pharmakonzerne nach Ablauf eines Patentschutzes herstellen dürfen. Sie haben letztlich nahezu die gleiche Wirkung, sind aber in der Regel deutlich günstiger. Weil die Hersteller ja keine Kosten für Forschung und Entwicklung des entsprechenden Medikaments hatten. Vereinfacht gesagt sind Biosimilars nun die Generika in der Biotechbranche.

FYB201 ist genau solch ein Biosimilar. Der Medikamentenkandidat ist dabei nach Ansicht von Formycon sowie seines Schweizer Lizenzpartners Bioeq ein Biosimilar zu Lucentis, einem Medikament zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) Makuladegeneration des Schweizer Pharmakonzerns Novartis.

Bei der feuchten Makuladegeneration handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, die zu hochgradigen Sehbehinderungen und sogar zur Blindheit führen kann.

Bereits einige Medikamente auf dem Markt, aber...

Grundsätzlich wurden in den vergangenen Jahren mehrere Medikamente zur Behandlung dieser Augenkrankheit entwickelt. Neben Lucentis und Beovu (Vertrieb durch Novartis) kann beispielsweise auch Macugen (Vertrieb durch Pfizer) oder Eylea, das vom Biotechkonzern Regeneron Pharmaceuticals entwickelt und von Bayer vertrieben wird, zur Behandlung dieser Erkrankung eingesetzt werden.

Das führende Medikament ist dabei tatsächlich Eylea von Regeneron/Bayer, das den beiden Konzernen zeitweise Jahresumsätze von fast 10 Milliarden US$ bescherte. Durch die Wettbewerber ist dieser Jahresumsatz zwar zuletzt kontinuierlich gesunken, dennoch ist Eylea nach wie vor ein Blockbuster. Aber auch Lucentis aus dem Hause Novartis kam zuletzt auf Jahresumsätze von rund 2 Milliarden US$ und gilt damit als Blockbuster (so werden Medikamente mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US$ in der Branche bezeichnet).

Da FYB201, eine FDA-Zulassung vorausgesetzt, wahrscheinlich sowohl Lucentis als auch Eylea Marktanteile abjagen wird, könnte sich auch dieses Medikament zu einem Blockbuster entwickeln. Dies wiederum dürfte sowohl Formycon als auch seinem Schweizer Lizenzpartner Bioeq sowie dessen Vertriebspartner in den USA, Coherus BioSciences, gefallen. Auch, aber nicht nur wegen FYB201, halte ich die Aktie von Formycon bei einer Marktkapitalisierung von rund 611 Millionen € daher weiterhin für kaufenswert, wobei ich zum Einstieg oder Nachkauf einen schwächeren Handelstag abwarten würde!

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