Evotec-Aktie +11%: Chart-High und Klinik-Deal

15.12.23 um 8:00

Die Evotec-Aktie (WKN: 566480) schießt am Donnerstag prozentual zweistellig an die Spitze des MDAX und TecDAX. Die besseren Zinsaussichten für das nächste Jahr spielten bei der hohen Nachfrage der Anleger eine Rolle. Die positiven News, die das Unternehmen verkündet hat, passen da gut ins Bild.

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ℹ️ Evotec vorgestellt

Evotec mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung. In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen. Das Unternehmen wird an der Börse mit rund 3,7 Milliarden € bewertet.

+11%-Kursprung in positivem Börsenumfeld

Angesichts der neuen Aussichten auf sinkende Zinsen im kommenden Jahr sind am Donnerstag zahlreiche Aktien im deutschen Small-Cap-Bereich stark angestiegen.

Herausragend war dabei der Kursprung der Evotec-Aktie. Das MDAX- und TecDAX-Papier wurde mit einem Tagesgewinn von fast +11% auf 20,71 € an die Spitze der beiden Indizes katapultiert. Hinter der starken Investoren-Nachfrage stecken jedoch nicht nur die Zinspläne der Zentralbanken.

So gab das Unternehmen eine neue Partnerschaft mit der Charité Universitätsmedizin Berlin bekannt, um von dem Krankenhaus wichtige Forschungsdaten von Patienten mit Autoimmunerkrankungen zu erhalten.

Charité-Partnerschaft erweitert Datenbank

Damit erweitern die Hamburger den Angaben nach zwei wichtige molekulare Patientendatenbank: für antineutrophile zytoplasmatische Antikörper und für ANCA-assoziierte Vaskulitiden. Die seltenen Autoimmunerkrankungen sind durch Entzündungen der Blutgefäße gekennzeichnet.

Das Berliner Universitätsklinikum wird demnach Bioproben von Patienten sammeln und Evotecs PanOmics-Plattform nutzen, um die Proben zu analysieren und die Daten in die translationale molekulare Patientendatenplattform E.MPD des Unternehmens einspeisen.

Ziel der Zusammenarbeit ist es laut der Meldung, präzisere Diagnosen und effizientere Behandlungen für Patienten zu ermöglichen.

200-Tage-Linie durchbrochen

Nach einer rund vierwöchigen Seitwärtsbewegung haben die Aktien von Evotec am Donnerstag in einem positiven Marktumfeld Fahrt aufgenommen.

Mit dem Kurssprung gelang es dem Unternehmen, über die längerfristigen Durchschnittslinien im Chart auszubrechen. Auf Jahressicht steht der Biotech-Titel knapp 36% im Plus und reiht sich in der MDAX-Bestenliste damit auf dem zwölften Platz ein.

Ganz oben im Ranking steht die Online-Apotheke Redcare Pharmacy mit einem Kursgewinn seit Januar von mehr als +200%.

Ein Netzwerk, das seinesgleichen sucht

Evotec ist im Bereich der Arzneimittelforschung aus meiner Sicht eine weltweite Top-Adresse, auch wenn das Unternehmen seine Herausforderungen hat.

Die immense Zahl an Partnerschaften spricht für sich: Firmenangaben nach arbeitet man mit „allen Top-20-Pharmakonzernen“ zusammen und pflegen Beziehungen zu 800 weiteren Biotech-Unternehmen und medizinischen Instituten.

Hinzu kommt: Seit 2021 hat sich der Auftragsbestand verdreifacht und steigt weiter.

Ein teures Investment

Die Aktie des Wirkstoffentwicklers ist jedoch schon lange alles andere als ein Schnäppchen.

Sollten die Hamburger die Nettogewinnschwelle im kommenden Jahr wieder übertreten (Analystenkonsens: 62 Millionen €), wäre der Nebenwert mit einem KGV über 80 bewertet. Dabei hat das Unternehmen noch nicht einmal ein echtes Kredit-Rating.

Dieser Umstand macht den MDAX-Titel anfällig für regelmäßige Rücksetzer, wie sie in den vergangenen 24 Monaten schon aufgetreten sind.

Nicht ohne Risiko

Schlussendlich ist die Evotec-Aktie für mich ein spekulativer Kauf.

Anleger müssen wissen, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens mit hohen Risiken verbunden ist. Die Entwicklung von New Molecular Entities ist mit durchschnittlichen Kosten von rund 2 Milliarden € verbunden. Fehlschläge können daher für Unternehmen in der Größenordnung von Evotec massiv ins Gewicht fallen.

Dass bei den Hamburgern auch nicht immer alles nach Plan läuft, zeigt etwa ihre Bruttomarge, die mit 27,5% unter dem Branchenschnitt liegt.

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