eBay: Die perfekte Aktie für die nahende Rezession!

von (sh)  /   14. Juni 2019, 10:30  /   unter Dividenden-Aktien, Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Heimlich, still und leise hat sich die Aktie des eCommerce-Giganten eBay (WKN: 916529) zuletzt immer weiter nach oben geschlichen. Generell muss man sagen, dass es sich bei eBay um ein durchaus gutes Unternehmen handelt. Allerdings eben auch um ein Unternehmen, das den Kampf gegen Amazon.com klar verloren hat. Oder um es etwas milder und der Sachlage angemessener zu formulieren: Im Kampf mit Amazon.com ist eBay leider nur der zweite Sieger geblieben.

Dies ist auch deshalb sehr schade, weil die Voraussetzungen für einen Siegeszug von eBay durchaus gegeben gewesen wären. Denn zwar ist eBay grundsätzlich ein Wachstumsunternehmen. Besonders gut laufen die Geschäfte jedoch lustigerweise immer in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten. Dieses Phänomen ist jedoch durchaus erklärbar. Denn in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten achten viele Menschen eben mehr auf den Preis, was eBay in die Karten spielt.

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Denn auf der Auktions- bzw. Verkaufsplattform des Unternehmens wird inzwischen ja nahezu alles angeboten, oftmals eben auch leicht gebrauchte Ware. Und wer auf sein Geld achten muss, kauft dann eben vielleicht nicht das neueste iPhone für mehr als 1.000 US-Dollar, sondern ein gebrauchtes Vorjahresmodell für den halben Preis. Insofern ist der zuletzt erfolgte Kursanstieg der Aktie für mich durchaus nachvollziehbar, denn schließlich erwarte ich eine baldige Rezession.

Als die „Dotcom Bubble“ platzte begann die größte Zeit von eBay

Genau aus den eingangs genannten Gründen hatte eBay seine größte Zeit wohl auch nach dem Platzen der „Dotcom Bubble“ im Jahr 2000. So befand sich die Weltwirtschaft nämlich gerade um den Jahrtausendwechsel in einer kleinen Krise, die sich durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 dann verschärfte. Zwar gelang der US-Notenbank unter ihrem damaligen Fed-Chef Greenspan eine zügige Stabilisierung. Allerdings erwies sich diese Phase kurze Zeit später als Scheinblüte.

Denn das viele billige Geld der Fed führte zu einer Spekulationsblase am US-Immobilienmarkt. Als dieses Spekulationsblase dann schließlich im Laufe des Jahres 2007 platzte, kam es zur inzwischen wohl allseits bekannten Finanzkrise 2007/2008. Unter deren Folgen leiden wir bekanntlich noch bis heute – und werden vermutlich auch noch einige Jahre, möglicherweise Jahrzehnte, weiter leiden. Denn den Versuch einer Normalisierung ihrer Geldpolitik musste die Fed ja frühzeitig aufgeben.

Ähnlich wie es jedoch in der Chipbranche weiterhin zyklische Auf- und Abschwünge gibt, gibt es diese auch in der gesamten Wirtschaft. Die Notenbanken mögen diese Zyklen mit ihrer Geldpolitik beeinflussen können, was ja auch ihr eigentlicher Job ist. Völlig verhindern können sie diese jedoch nicht. So ist – trotz einer nach wie vor relativ expansiven Geldpolitik – eine Rezession möglich und eben auch zunehmend wahrscheinlich. Was eBay natürlich wieder in die Karten spielt…

eBay, Hauptsitz des Unternehmens in San José, Kalifornien (USA)

Unternehmen wächst jedoch auch in wirtschaftlich guten Zeiten

Allerdings möchte ich an dieser Stelle gar nicht zu schwarz malen. Zumal eBay zwar sicherlich ein Krisenprofiteur ist, das Unternehmen jedoch durchaus auch in einem positiven wirtschaftlichen Umfeld wachsen kann. So steigerte der Konzern seinen Jahresumsatz zwischen 2015 und 2018 von ca. 8,59 Mrd. auf zuletzt knapp 10,75 Mrd. US-Dollar. Dies entsprach einen durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum um immerhin gut +7,7%.

Noch besser fällt der Blick auf die Gewinnentwicklung aus, wenngleich diese im genannten Zeitraum aufgrund mehrerer Sondereffekte nicht sonderlich stetig war. Denn einerseits gab es in dieser Zeit die Abspaltung von PayPal, andererseits aber auch die große US-Steuerreform von Trump. Letztlich stieg aber der Nettogewinn doch von 1,725 Mrd. auf 2,53 Mrd. US-Dollar und somit um jährlich durchschnittlich ca. +13,6%.

eBay auf den Spuren von Apple…

Ich habe bei der Analyse meinen Fokus bewusst auf den Nettogewinn gelegt und nicht etwa auf den Gewinn je Aktie. Denn da eBay seit geraumer Zeit in größeren Umfang eigene Aktien zurückkauft, sieht die Entwicklung auf dieser Basis noch besser aus. Allerdings kann sich eBay die umfassenden Aktienrückkäufe – ähnlich wie Apple – auch leisten. Darüber hinaus schüttet man auch bereits, ebenfalls wie Apple, eine Dividende aus, die man zukünftig weiter sukzessive erhöhen möchte.

Wenn man so möchte, ist eBay daher aktuell eine kleine Apple. Wobei man, angesichts der wohl nahenden Rezession, kurzfristig sogar besser aufgestellt zu sein scheint als Apple. Trotz alledem gibt es jedoch weiterhin erheblichen Druck auf das Management sich zu verbessern. So haben sich hier zuletzt aktivistische Investoren (Elliott Management, Starboard Value) eingekauft und fordern die Abspaltung von eBay Kleinanzeigen (Classifieds) und dem Ticketgeschäft (StubHub).

Hat gut lachen: Der Gründer von eBay (als AuctionWeb), Pierre Omidyar, hält bis heute mehr als 5% des Aktienkapitals und wurde Multi-Milliardär

Aktie erscheint fundamental sehr günstig bewertet

eBay weist aktuell eine Market Cap. von nur knapp 34 Mrd. US-Dollar auf. Demgegenüber stand zuletzt ein Jahresumsatz von knapp 10,75 Mrd. US-Dollar, der im laufenden Geschäftsjahr 2019e auf ca. 10,9 Mrd. US-Dollar (ca. +1,4%) gesteigert werden dürfte. Dabei sollte das Gewinnwachstum weiterhin überproportional zum Umsatzwachstum bleiben. Erwartet wird daher ein Nettogewinn von 2,675 Mrd. US-Dollar, was ca. +5,7% entsprechen würde. Demnach weist die Aktie ein KUV 2019e von ca. 3,11 sowie ein KGV 2019e von ca. 12,7 auf, was sehr günstig erscheint.

Dies gilt insbesondere im Hinblick auf mögliche Abspaltungen von Geschäftsbereichen, auf die ja die aktivistischen Investoren drängen. Denn auch wenn damit Umsatz verloren ginge, dürfte die Profitabilität doch steigen. Insofern erscheint auch das Aktienrückkaufprogramm sowie die geplanten Dividendenerhöhungen sinnvoll. Noch wichtiger als diese Maßnahmen wäre jedoch, dass es dem Management um CEO Devin Wenig gelingt das Umsatzwachstum wieder zu forcieren. Denn dann und nur dann wären auch wieder Bewertungen mit KGVs von bis zu 20 zu rechtfertigen.

Fazit: Ein Topfavorit für vorsichtig agierendere Anleger!

Ich glaube jedoch, dass kurzfristig schon alleine wegen der bevorstehenden Rezession ein gewisser Wachstumsschub zu erwarten ist. Daher erwarte ich schon für 2020e einen Jahresumsatz von über 11,2 Mrd. US-Dollar (ca. +3,1%) bei einem Nettogewinn von rund drei Mrd. US-Dollar (ca. +12,1%). Dabei würde ich ein KGV zwischen 15 und 16 für fair erachten, so dass der fundamental faire Wert zwischen 45 und 48 Mrd. US-Dollar liegen würde.

Dies wiederum entspräche einem Aktienkurs von mindestens knapp 52,00 US-Dollar. Im „Best Case“ könnten es sogar bis zu 55,00 US-Dollar werden. Und das laufende Aktienrückkaufprogramm könnte die Aktie letztlich sogar bis auf 60,00 US-Dollar nach oben treiben. Insofern glaube ich, dass die Aktie zurzeit – auch und gerade wenn es tatsächlich zu einer Rezession kommen sollte – ein Topfavorit für etwas vorsichtig agierendere Anleger ist.

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