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Sascha / 19.12.19 / 19:20

Delivery Hero: Bieterkampf um Just Eat beflügelt, aber...

Bereits im Juli legte die niederländische Takeaway.com ein Übernahmeangebot für den britischen Konkurrenten Just Eat vor (wir berichteten). Doch dann kam die Naspers-Tochter Prosus und überbot die Niederländer, die sich im vergangenen Jahr bereits das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero (WKN: A2E4K4) gesichert hatten.

Damit nimmt der Übernahmewahnsinn in der Branche der Essenslieferanten weiter Fahrt auf. Dabei dachte man, dass hier nach der kürzlichen Übernahme der südkoreanischen Woowa Brothers durch Delivery Hero (wir berichteten ebenfalls) der Höhepunkt bereits erreicht sei. So bot Prosus heute 800 Pence oder umgerechnet rund 9,37 Euro in Cash je Just Eat-Aktie. Die Reaktion von Takeaway.com ließ nicht lange auf sich warten. So erhöhten anschließend auch die Niederländer ihre Übernahmeofferte.

Dabei bietet Takeaway.com nun 0,12 eigene Aktien je Just Eat-Papier, was derzeit etwa 916 Pence oder 10,73 Euro entspräche. Eine Barkomponente enthält das Angebot jedoch nicht. Zugleich senkte Takeaway.com die Mindestannahmeschwelle von bisher 75% auf nur noch 50% plus eine Aktie. Sowohl Prosus als auch Takeaway.com betonten jedoch, dass es nun keine weitere Angebotserhöhung mehr geben werde.

Delivery Hero steigt in absurde Kursregionen...

Dies alles muss die Anteilseigner von Delivery Hero jedoch wenig kümmern. Schließlich hat man sein Deutschlandgeschäft bereits erfolgreich an Takeaway.com veräußert und im Gegenzug ebenfalls Aktien erhalten, die sich bisher gut entwickelt haben. Darüber hinaus hat man kürzlich durch die Übernahme von Woowa Brothers in Südkorea seinen Fokus verstärkt auf den ohnehin wachstumsstärkeren asiatischen Markt gelegt. Man stelle sich vor, wie Anleger die Aktie feiern würden, wenn es tatsächlich zu einer Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea käme.

Kurzfristig hätte der Bieterkampf um Just Eat jedoch Delivery Hero insofern belasten müssen, da dadurch die Aktie von Takeaway.com etwas unter Abgabedruck geriet und das Aktienpaket von Delivery Hero an Takeaway.com etwas weniger wert ist. Statt dessen jedoch sehen die Anleger in Deutschland eher die hohen Übernahmepreise, die hier zuletzt gezahlt wurden und trieben daher die Aktie von Delivery Hero – gegen jedwede Logik – weiter nach oben.

Generell muss man konstatieren, dass die fundamentale Bewertung der Aktie von Delivery Hero inzwischen absurd erscheint. So weist die Aktie ein aktuelles KUV von knapp 20 auf, was selbst im Hightechsektor in den USA nur selten vorkommt. Ein aktuelles KGV gibt es, aufgrund fehlender Gewinne, erst gar nicht. Anleger preisen hier also eine derart positive Zukunft ein, die meines Erachtens unrealistisch ist. Das erinnert sehr stark an die Dotcom Bubble anno 1999/2000.

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