Delivery Hero-Aktie: Jetzt macht ein Aktivist Dampf

05.04.24 um 14:58

Der Kurs von Delivery Hero (WKN: A2E4K4) erwachte zu neuer Blüte und konnte sich seit Anfang Februar verdoppeln. Nach dem Anstieg am Donnerstag beruhigt er sich heute wieder und steht aktuell bei 32 €. Was ist der Hintergrund für diese Entwicklung? Und ist der Anstieg nachhaltig?

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ℹ️ Delivery Hero vorgestellt

  • Die Delivery Hero SE mit Sitz in Berlin betreibt eine Online-Bestell- und Lieferplattform für Mahlzeiten, Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs.
  • Die Tochterunternehmen des Konzerns betreiben unter verschiedenen Firmen- und Markennamen Online-Bestelldienste, bei denen Kunden an Restaurants und Lieferdienste vermittelt werden.
  • Delivery Hero ist weltweit tätig, hat sich jedoch aus dem deutschen Heimatmarkt weitgehend zurückgezogen. An der Börse ist der Konzern derzeit mit 8,6 Milliarden € bewertet.

Aktivistischer Investor eingestiegen

Aus informierten Kreisen wurde bekannt, dass der aktivistische Investor Sachem Head Capital, kurz Sachem, bei dem Essenslieferanten eingestiegen ist – der Anteil soll bei 3,6% liegen. Sachen Head mit Sitz in New York ist ein wertorientierter Investor mit dem Fokus auf unterbewertete Aktien.

Der Finanzinvestor ist über die bisherige Kursentwicklung enttäuscht und sieht Potenzial in der Aktie. Um dieses Potenzial zu heben, fordert er ein aktives Mitspracherecht, was letztlich einen Sitz im Aufsichtsrat bedeutet. Diese Nachricht führte gestern zu einem massiven Kursanstieg.

Generell ist der Einstieg eines aktivistischen Finanzinvestors aus Anlegersicht positiv zu werten. Diese analysieren die Unternehmen sehr genau und steigen nur dann ein, wenn die Aktie unterbewertet ist. Der Einstieg signalisiert, dass deren Analyse positiv ausgefallen ist.

Außerdem wird vermutet, dass Sachem mit dem bisherigen Management um Mitbegründer Niklas Östberg nicht zufrieden ist. Ob es zu einem Wechsel kommt, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Der bisherige Finanzvorstand Emmanuel Thomassin kündigte seinen Wechsel zum britischen Fintech-Unternehmen Wise für Ende September an. Er sieht seine Mission hinsichtlich der Steigerung der Ertragskraft erfüllt. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.

Ob die Hauptaktionäre dieser Forderung nach Mitspracherecht erfüllen, bleibt abzuwarten. Hauptaktionär ist die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus mit rund 25%. Daneben halten weitere bedeutende Finanzinvestoren größere Aktienpakete.

Ertragswachstum im Asiengeschäft erzielt

Ein ganz wesentlicher Teil der Geschäftsaktivitäten des Berliner Unternehmens liegt im asiatischen Markt. Hier ist der Konzern über eigene Tochterunternehmen vertreten. In Südkorea ist dies Woowa und Foodpanda in anderen asiatischen Ländern.

Woowa konnte seinen operativen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp zwei Drittel steigern. Das Geschäft zog zuletzt wieder deutlich an. Von der guten Entwicklung profitiert die Muttergesellschaft.

Der vorgesehene Verkauf von Foodpanda wurde abgebrochen. Hier konnte mit dem Interessenten keine Einigung erzielt werden. Ob es andere Interessenten gibt, ist derzeit nicht bekannt.

Was ist hier noch zu erwarten?

Glaubt man den Analysten, besteht weiteres Potenzial. Barclays sieht den fairen Wert bei 50 € – das entspricht einem Potenzial von rund +56%. JPMorgan sowie die UBS mit jeweils 40 € sind etwas vorsichtiger, erwarten jedoch weitere Kurssteigerungen. Es gibt aber auch kritische Stimmen; die Deutsche Bank mit ihrer Einschätzung von 21 € hält die Aktie für deutlich überbewertet.

Meiner Meinung nach war der Kurseinbruch zum Jahresbeginn nicht gerechtfertigt. Die am 14. Februar vorgelegten Geschäftszahlen für das vierte Quartal sowie für 2023 zeigten eine deutliche Ertragsverbesserung im operativen Bereich. Der Schwerpunkt in der Geschäftspolitik liegt weiterhin auf der Verbesserung der Profitabilität sowie der Cash-Generierung. Somit ist der Kursanstieg gerechtfertigt.

Mittelfristig halte ich Kurse von 40 € gerechtfertigt und bin da bei JPMorgan und der UBS. Ich sehe den Einstieg von Sachem positiv. Der zukünftige Kursverlauf dürfte je nach Informationslage volatil ausfallen.

Vorerst sollten Anleger eine Korrektur abwarten, hier werden auch wieder Kurse deutlich unter 30 € kommen.

Mein Fazit: Die Aktie eignet sich hervorragend für Trader.

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