Bilfinger-Aktie +9%: Was Anlegern hier gefällt

14.02.23 um 12:18

Die Bilfinger-Aktie (WKN: 590900) springt heute um +9% auf 35,06 € hoch. In der Spitze ging es sogar bis auf 36,74 €. Der Industriedienstleister hat vorläufige Geschäftsergebnisse für 2022 vorgelegt. Vor allem der positive Ausblick auf 2023 gefällt Anlegern. Ist das Papier jetzt ein Kauf?

Bilfinger SE

Bilfinger mit Sitz in Mannheim hat sich vor Jahren infolge zahlreicher Akquisitionen von einem Baukonzern zu einem Industriedienstleister gewandelt. Das Unternehmen plant, implementiert und überwacht Bauprojekte überwiegend in den Bereichen Petrochemie, Chemie, Pharma und Zement. An der Börse hat der SDAX-Konzern derzeit einen Wert von 1,47 Milliarden €.

Verkehrte Welt

So kann es gehen: Vor drei Monaten waren Anleger nach Vorlage der Quartalszahlen derart alarmiert, dass sie den Verkaufsknopf drückten und die Aktie um -13% einbrach. Auch diesmal meldet Bilfinger wieder höhere Umsätze und weniger Gewinn – und der Titel legt +9% zu.

Verkehrte Welt könnte man das nennen. Doch es gibt gute Gründe dafür, warum es diesmal anders als im November ist.

Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Die Mannheimer vermelden für das Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 4,3 Milliarden €, das sind 14% mehr als im Vorjahr. Sie profitierten nach eigenem Bekunden von einer anhaltend positiven Nachfrage in allen Märkten. Das zeigte sich auch am Auftragseingang, der um 14% auf 4,615 Milliarden € zugelegt hat.

Rückstellungen für Sparprogramm

Doch das operative Ergebnis (EBITA) belief sich nur noch auf 75 Millionen € gegenüber 121 Millionen € im Vorjahr. Hier kamen Rückstellungen von 62 Millionen € für das sogenannte „Effizienzprogramm“ zum Tragen.

Diese internen Sparmaßnahmen laufen seit November 2022 und sollen ein jährliches Einsparvolumen von 55 Millionen € erbringen.

Höherer Free Cashflow

Das bereinigte Konzernergebnis betrug 82 Millionen €. Der Freie Cashflow stieg durch operative Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 136 Millionen € und belegt laut Mitteilung des Konzerns die gewachsene Ertragskraft von Bilfinger.

CEO Thomas Schulz kommentiert:

Nach wie vor stellen Inflation, Facharbeitermangel und die Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele die Industrie vor große Herausforderungen – und bieten gleichzeitig erhebliche Chancen. Bilfinger ist hervorragend positioniert, um sich als Nr. 1 am Markt für diese Verbesserung von Effizienz und Nachhaltigkeit zu etablieren.

Positiver Ausblick auf 2023

Basierend auf der guten Geschäftsentwicklung legt das SDAX-Unternehmen einen positiven Ausblick für 2023 vor. Der Umsatz soll zwischen 4,3 und 4,6 Milliarden € liegen, bei der EBITA-Marge werden 3,8 bis 4,1% prognostiziert. Bis 2024 soll die Marge auf mindestens 5% steigen und in den Folgejahren auf 6 bis 7%.

Wieder normale Dividende

Nachdem Bilfinger im vergangenen Jahr Aktionäre mit einer sehr hohen Dividende von 4,75 € je Aktie beglückt hatte, fällt die Ausschüttung diesmal mit 1,30 € je Aktie erheblich geringer aus. Das liegt daran, dass es diesmal keine Sonderdividende wie 2022 gibt, als 3,75 € je Anteil zusätzlich aufgrund von Veräußerungen ausgeschüttet wurden.

Kurskorrektur abwarten

Mit dem heutigen kräftigen Kursplus hat die Aktie seit Jahresbeginn bereits um +27% zugelegt. Das schreit trotz der guten operativen Entwicklung, die sich noch verbessern dürfte, wenn die Einsparmaßnahmen wirken, beinahe schon nach einer Korrektur. Wer einsteigen will, sollte diese besser abwarten.

Grundsätzlich ist der Industriedienstleister jedoch auf einem guten Weg, so dass Anleger bei diesem Clean-Tech-Titel von einem stabilen Investment ausgehen können.

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