Wirecard: Nachricht des Monats führt zu +31,66%

von (mh)  /   26. März 2019, 17:15  /   unter Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Der unabhängige Untersuchungsbericht ist da und die Wirecard-Aktie (WKN: 747206) startet um bis zu +31,66% auf 130,35 Euro durch. Wie der Zahlungsdienstleister am frühen Dienstagnachmittag meldet, habe das externe Gutachten der Wirtschaftskanzlei Rajah & Tann „keine Ergebnisse von sog. ‚round-tripping‘ oder Korruption“ ergeben. 

Die Untersuchung der Vorgänge lief bereits seit 2018. Der Abschlussbericht war von vielen Seiten mit Spannung erwartet worden. Die Ergebnisse des Abschlussgutachtens legen nahe, dass es Beanstandungen seitens der Prüfer gegeben hat, doch „keine Feststellung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage“ von Wirecard. Damit kann der Geschäftsbericht für 2018 wie geplant am 4. April veröffentlicht werden, ohne negative Auswirkungen fürchten zu müssen.

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CEO verpfändet Aktien

Auch in Bezug auf Wirecard-Chef Braun persönlich gab es diese Woche eine interessante Meldung. Wie die Financial Times in einem neuen Artikel berichtet, habe Markus Braun einen Teil seiner Wirecard-Anteile verpfändet, um 150 Millionen Euro Kredit von der Deutschen Bank zu erhalten.

Dass sich Wirtschaftsbosse millionenschwere Kredite geben lassen und ihre Aktien als Gegenleistung bieten, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil.

Die angesprochene Kreditleihe von Braun ist bereits seit Dezember 2017 bekannt. Damals war via einer regulatorischen Mitteilung öffentlich geworden, dass Braun 4,2 Millionen Wirecard-Aktien verpfändet hatte. Braun hält insgesamt 8,6 Millionen Wirecard-Aktien, die in etwa 7% des Grundkapitals von Wirecard entsprechen.

Die Leihe von Markus Braun wird im FT-Artikel mit Fällen verglichen, in den die Verpfändung von Aktien bei schweren Kursstürzen zu Turbulenzen bei den leihenden Banken führten. Als „Beispiel“ führt die FT den Fall des Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden von Steinhoff, Christo Wiese, an. Die Steinhoff-Aktie war infolge von mittlerweile offiziell bestätigten Bilanzfälschungen von 5 Euro auf unter 10 Cent kollabiert.

Die Financial Times weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nach dem „Fall Steinhoff“ der Umgang in der Praxis mit den Krediten gegenüber Wirtschaftsgranden geändert worden wäre. Die Deutsche Bank wollte zur Angelegenheit keine Auskunft geben.

Quelle: Wirecard AG

Wie geht es mit der Wirecard-Aktie weiter?

Ob die hohen Kursgewinne heute der endgültige Befreiungsschlag sind? Sowohl aus der heutigen Meldung wie auch aus den „neuen“ Informationen über Chef Braun lässt sich kaum der Ausgang des Wirecards-Krimis bestimmen.

Klar ist: Wirecard hat heute bewiesen, dass wohl viele Vorwürfe, von denen einige bereits seit 2018 bekannt sind, nicht so heiß gegessen werden, wie sie hochgekocht worden sind. Insofern kann man das externe Gutachten erstmal als „Entwarnung“ auffassen, allerdings ermitteln die Behörden in Singapur weiter.

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