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VW vor Porsche-Börsengang: Geldsegen für Aktionäre

Simon / 23.02.22 / 13:01

Seit Monaten elektrisiert die Finanzmärkte bei Volkswagen (WKN: 766403) ein Gerücht: der mögliche Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche AG. Am Dienstag haben beide Unternehmen nun fortgeschrittene Gespräche in der Sache bestätigt. Ein Grundsatzbeschluss soll in wenigen Tagen folgen. Die VW-Aktie machte prompt einen Freudensprung um über +13%. Der wahrscheinliche IPO wird verschiedenen Anteilseignern einen Geldsegen bringen und für den Wolfsburger Konzern den wahren Wert seiner Luxusmarke zum Vorschein bringen.

Volkswagen plant offenbar die Ausgabe von Aktien, um einen möglichen Börsengang der Luxusautoeinheit Porsche zu unterstützen. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf „zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen“.

Im Basisszenario erwägt der Wolfsburger Konzern demnach, etwa 25% der Luxus-Tochter im Rahmen eines vorläufigen Börsengangs erstmalig öffentlich anzubieten – sowohl mit Stamm- als auch Vorzugsaktien. Die Eigentümer-Familien könnten so ein Vorkaufsrecht erhalten und im Ergebnis ihre Macht beim Sportwagenhersteller deutlich ausbauen.

Beide Unternehmen haben dem Bericht nach bestätigt, dass sie sich bezüglich der Angelegenheit in Gesprächen befinden. Eine Einigung hinsichtlich der Details des IPOs liegt demnach jedoch noch nicht vor. In wenigen Tagen soll der VW-Aufsichtsrat einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Sache sei „entscheidungsreif“, hieß es dazu aus Unternehmenskreisen. Banken und Anwaltskanzleien seien bereits eingeschaltet.

An der Börse hat die Meldung Kursprünge ausgelöst. Am Dienstag schoss die VW-Aktie im frühen Handel um +13% auf über 190 €. Im heutigen Tagesverlauf ist der Titel bereits um weitere +5% geklettert.

Milliardenerlöse für die Elektro-Offensive

Eine Eckpunktevereinbarung mit der Porsche SE ist ebenfalls bereits ausgehandelt, wie der Wolfsburger Konzern mitteilte. Die börsengelistete Porsche SE ist nicht zu verwechseln mit dem Sportwagenhersteller Porsche AG, dessen Börsengang derzeit vorbereitet wird. Es handelt sich stattdessen um die Stuttgarter Holding, in der die Familie Porsche-Piech ihre Volkswagen-Anteile gebündelt hat.

Der Börsengang würde den Porsche-Anteil der VW-Hauptaktionäre ein Stück weit verwässern. Als Ausgleich wird Volkswagen an die Anteilseignern daher voraussichtlich eine Sonderdividende ausschütten. Der Konzernvorstand erhält im Gegenzug die Zusicherung, die erwarteten Milliardenerlöse des IPOs in die Elektro-Offensive investieren zu können. Der Bau der geplanten sechs Batteriezellwerke dürfte allein 20 Milliarden € verschlingen.

Zugleich können die Wolfsburger mit dem Porsche-Börsengang den verdeckten Wert der Luxusmarke enthüllen. Der Gesamtkonzern kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden €. Porsche allein könnte im günstigsten Fall jedoch mindestens 50 bis 60 Milliarden € wert sein, hieß es im Unternehmen. Analysten überbieten sich ebenfalls mit potenziellen Bewertungen der Edelmarke.

Geldsegen für Aktionäre

Auch wenn der in wenigen Tagen erwartete Grundsatzbeschluss noch nichts garantiert, ist die Wahrscheinlichkeit eines Börsengangs nun groß. Ich rechne damit, dass die Teilausgliederung in der zweiten Jahreshälfte vollzogen wird. Der Schritt wird den Anteilseignern viel Geld bringen und auch der VW-Konzern selbst kann sich die Ertragskraft von Porsche endlich voll zunutze machen.

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