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Valneva: Hier herrscht Alarmstufe Rot!

Frank / 16.05.22 / 8:55

Entsetzen bei Anteilseignern von Valneva (WKN: A0MVJZ): Das Unternehmen berichtet heute Morgen von einem Schreiben der Europäischen Kommission mit der Absicht, den Vorabkaufvertrag für den Covid-19-Impfstoff zu kündigen. Ist das der Todesstoß für die Aktie? Das Papier rauscht jedenfalls im frühen Handel bei Tradegate um über -20% auf 9,48 € in die Tiefe, in der Spitze sogar auf 8,80 €.

Valneva ist ein französisches Biotechunternehmen mit Hauptsitz in Saint-Herbain. Die Firma entwickelt und vermarktet Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten. Mit seinem Totimpfstoff VLA 2001 verfügt Valneva über ein Vakzin gegen das Coronavirus, das bislang jedoch nur in Großbritannien und im Königreich Bahrain zugelassen ist. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von 1,3 Milliarden €.

Hiobsbotschaft am frühen Morgen

Seit Wochen und Monaten warten Anleger beim französisch-österreichischen Impfstoffhersteller auf die erlösende Nachricht, dass die EU den Covid-19-Impfstoff VLA 2001 zulässt. Stattdessen kommt heute Morgen aus heiterem Himmel eine Hiobsbotschaft. Die EU-Kommission macht von ihrem Recht Gebrauch, den Vorabkaufvertrag über 60 Millionen Dosen zu kündigen, weil vertraglich vorgesehen ist, dass der Impfstoff bis zum 30. April eine Marktzulassung von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erhalten haben muss. Das ist bekanntlich nicht der Fall.

Noch ist offenbar nicht alles verloren. Wie Valneva mitteilt, habe man laut Vorabkaufvertrag ab dem 13. Mai noch „30 Tage Zeit, um eine Marktzulassung zu erhalten oder akzeptable Maßnahmen zur Nachbesserung vorzuschlagen“. Das Unternehmen werde nun mit der EU-Kommission und den teilnehmenden Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um sich auf akzeptable Maßnahmen zur Nachbesserung zu einigen und denjenigen Mitgliedsstaaten zur Verfügung zu stellen, die es nach wie vor erhalten möchten“.

Letzteres klingt nun wahrlich nicht so, als glaube Valneva selbst noch an eine Zulassung für die gesamte EU. Auch nicht der Kommentar von CEO Thomas Lingelbach:

Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist bedauerlich, zumal wir weiterhin Nachrichten von Europäern erhalten, die sich eine traditionellere Impfstofflösung wünschen. Wir haben einen Dialog mit den Mitgliedsstaaten begonnen, die an unserem inaktivierten Ansatz interessiert sind.

Spätestens im Juni endgültige Entscheidung?

Zuletzt war am 25. April bekanntgeworden, dass Valneva vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA erneut einen Fragenkatalog erhalten hatte, was bereits aufhorchen ließ. Man habe diesen bis zum 2. Mai beantwortet und sei der Ansicht, die verbleibenden Fragen angemessen beantwortet zu haben, heißt es nun seitens des Unternehmens. Wenn der EMA-Ausschuss die Antworten akzeptiere, erwarte man „spätestens im Juni“ eine positive Stellungnahme.

Zumindest eins steht laut Valneva fest: Selbst wenn die EU-Kommission den Vorabkaufvertrag tatsächlich kündigen sollte, müsste das Unternehmen die bereits erhaltenen Anzahlungen nicht zurückzahlen.

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Dass eine solche Kündigung aber eine verheerende Wirkung hätte, liegt auf der Hand: Valneva könnte ohne Zulassung für die gesamte EU auf keinen Fall die gesamte Summe von 60 Millionen Dosen in Europa verkaufen. Valneva kalkuliert allein für dieses Jahr mit einem Gesamtumsatz von 430 bis 590 Millionen €, wovon allein 350 bis 500 Millionen € aus Verkäufen des Covid-Vakzins kommen sollen.

Finanzprognose für 2022 wird überprüft

Entsprechend verwundert es nicht, wenn das Unternehmen heute mitteilt, es werde seine „Finanzprognose für das Gesamtjahr 2022 überprüfen“.

Für mich ist die Sache klar: Zwar haben die Franzosen bereits Zulassungen ihres Vakzins für Erwachsene in Großbritannien (ein großer Markt), für das Königreich Bahrein sowie seit neuestem auch für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wie ebenfalls heute mitgeteilt wurde. Ohne eine vollumfängliche Zulassung für die EU werden aber die kalkulierten Umsätze und Gewinne nicht zu halten sein – und damit auch nicht die Bewertung von 1 Milliarde € an der Börse oder noch mehr. Damit wären auch Kurse über 10 € passé.

Besser aus dem Papier verabschieden

Aus meiner Sicht muss hier für Anleger Alarmstufe Rot herrschen. Die neueste Entwicklung deutet für mich eher darauf hin, dass Valneva selbst schon nicht mehr mit einer EU-Zulassung rechnet. Ich würde mich daher allein aus Sicherheitsgründen aus dem Papier verabschieden und erstmal an der Seitenlinie zuschauen.

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