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/ 21.09.17 / 9:41

UMT: Peinlicher Dummpush!

Wilde Zocker stürzen sich seit gestern wie von Sinnen auf die Papiere von UMT United Mobility Technologies (WKN: 528610), wittern ein Kursspektakel wie zuletzt bei der Bitcoin oder The Naga Group. Doch sie könnten ihr blaues Wunder erleben!

Auslöser der Kursrallye bei UMT war eine gestrige News, wonach der Mobile-Payment-Technologieanbieter nun das Geschäft mit Kryptowährungen und Blockchain-Technologie verstärkt in den Fokus nimmt. Hier will man auf einer aktuellen Hypewelle mitreiten, hat aber noch nicht viel Substanzielles vorzuweisen.

Laden aus viel Luft

UMT bezeichnet sich selbst gerne als FinTech-Unternehmen mit der besten Mobile-Payment-Lösung des Jahres. Tatsächlich nutzen Großkunden wie Payback die Technologieplattform von UMT. Doch: Operativ kommt man höchstens langsam in die Gänge und konnte für 2016 gerade mal 1,9 Millionen Euro Umsatz vorweisen, immerhin bei einem Überschuss von 610.000 Euro. Gegenüber dem Vorjahr waren diese Zahlen jedoch rückläufig, was für ein Technologieunternehmen, das unter anderem durch Zukäufe wächst, katastrophal ist.

Den seiner Meinung nach niedrigen Aktienkurs begründete das Management seinerzeit mit der "nur sehr eingeschränkten IR- und PR-Arbeit" aufgrund von Verschwiegenheitsvereinbarungen. Tatsächlich stand der Kurs bei zuletzt unter 1,50 Euro genau richtig. Die heute gezahlten Preise von deutlich über 2 Euro sind auch nach der neuesten Meldung nicht zu rechtfertigen.

Fragwürdige Beteiligung

UMT will seinen Kunden zukünftig die Einbindung von "Stored Value Produkten" und digitalen Währungen ermöglichen und erwartet "substanzielles Auftragspotenzial in Millionenhöhe". Das Ganze erscheint verdächtig nach viel Lärm um nichts, denn Konkretes kann das Unternehmen bis auf eine neue, mickrige 3%-Beteiligung an dem Londoner Blockchain-Startup Coinsilium nicht vorweisen.

Coinsilium ist eine kleine, im Graumarkt der amerikanischen OTC "gehandelte" Klitsche mit einem Börsenwert von rund 5 Millionen USD und Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Das Unternehmen kam im Gesamtjahr 2016 auf lächerliche 209.000 GBP Umsatz bei einem Verlust von fast 900.000 GBP. Zum Jahresende hatte man weniger als 100.000 GBP Cash in der Kasse.

Jeder kann sich nun denken, was eine 3%-Beteiligung an diesem ohnehin schon fragwürdigen Laden wert ist. Es liegt die Vermutung nahe, dass man angesichts der Kursexplosionen bei Bitcoin & Co. schnell auf einen Hype aufgspringen wollte und die Aktie zu pushen. Dieser Verdacht wird auch durch den Titel "Ist das die neue Bitcoin Group?" in einem berüchtigten Börsenblatt unterstützt.

Bei einer Marktkapitalisierung von nun fast 40 Millionen Euro sollte die UMT-Aktie also mit großer Vorsicht betrachtet werden. Es ist nicht auszuschließen, dass Spekulanten den Kurs auch hier weiter treiben. Eine Entwicklung wie bei Bitcoin Group oder The Naga Group erscheint aber allein aufgrund des viel höheren Freefloats ausgeschlossen. Wir gehen daher alsbald wieder von Notierungen deutlich unter 2 Euro aus.

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