Teva: Das macht die Aktie für gewisse Anleger interessant

17.04.23 um 7:56

Die Teva-Aktie (WKN: 883035) ist in den letzten Tagen um -13% auf aktuell 7,50 € eingebrochen. Ein aktueller Grund hierfür ist momentan nicht erkennbar, die Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden bereits im Februar bekannt gegeben. Der langfristige Chart zeigt, dass der Kurs heftigen Schwankungen unterliegt, er bewegt sich in einer Range von 7 bis 11 €. Sind das jetzt wieder Einstiegskurse?

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Teva Pharmaceutical, kurz Teva, ist eines der weltweit führenden Pharmaunternehmen im Bereich von Medikamenten und Generika. In Deutschland ist der Konzern mit der Tochter Ratiopharm vertreten. Neben dem Hauptsitz in Tel Aviv in Israel unterhält der Konzern in über 70 Ländern Produktionsstätten oder Niederlassungen. Die Marktkapitalisierung beträgt 8,33 Milliarden €.

Sanierung weit fortgeschritten

Die Probleme des israelischen Pharmakonzerns begannen vor 2015; das damalige Management hatte die Vision, durch zahlreiche Übernahmen zu einem der größten Pharmakonzern aufzusteigen.  Die letzte größte Übernahme von Actavis Generika in Höhe von 40,5 Milliarden US$ wurde überwiegend über Fremdkapital finanziert.

Als die Erfolge aus diesen Übernahmen ausblieben, stürzte der Kurs ab und der Konzern wurde zum Sanierungsfall. Unter dem Manager Kåre Schultz wurde die Sanierung eingeleitet und der Schuldenberg von damals rund 35 Milliarden US$ auf aktuell rund 21 Milliarden US$ abgebaut. Insgesamt wurde die Insolvenzgefahr damit abgewendet.

Opioid-Vergleich erfolgreich

Die zweite Baustelle ist das Opioid-Problem in den USA. Die Schmerzmedikamente auf der Opioid-Basis führten zu einer Abhängigkeit der Patienten. Um hohe Prozesskosten und Entschädigungen zu vermeiden, wurde ein Vergleich der daran beteiligten Pharmakonzernen mit der US-Regierung abgeschlossen.

Neben einer Barkomponente liefert Teva über 15 Jahre kostenlos Medikamente, um die erkrankten Patienten zu behandeln. Insgesamt hat der Vergleich ein Volumen von rund 3 Milliarden US$. Wichtig für die Zukunft ist jedoch, dass eine Lösung gefunden wurde.

Geschäftsjahr 2022 leicht schwächer

Insgesamt war die Entwicklung der Geschäftsentwicklung gegenüber 2021 etwas schwächer. Der währungsbereinigte Umsatz sank um -1% auf 14,9 Milliarden US$. Der Rückgang basiert überwiegend auf der schwächeren Nachfrage nach dem Blockbuster Copaxone.

Das operative EBITDA reduzierte sich um 400 Millionen auf 4,5 Milliarden US$, das sich daraus ergebende operative EPS (Gewinn pro Aktie) beträgt 2,52 US$.

Aufgrund von hohen Firmenabschreibungen und Vergleichszahlungen ergibt sich auf GAAP-Basis ein Nettoverlust von -2,8 Milliarden US$.

Obwohl das abgelaufene Geschäftsjahr etwas schwächer war, ist die Entwicklung im Hinblick auf die weitergehende Sanierung zufriedenstellend.

Der neue CEO Richard Francis kommentiert das Jahr so:

Es ist mir eine große Freude, das Unternehmen durch meine erste Berichtsperiode als CEO von Teva zu führen. Die enorme Arbeit, die geleistet wurde, um das Unternehmen wieder auf ein solides Fundament zu bringen, dient als hervorragende Grundlage für den Übergang auf einen neuen Wachstumspfad.

Wie sind die Zukunftsaussichten der Teva-Aktie?

Sehr wichtig ist, dass der Opioid-Vergleich zustande gekommen ist und damit eine verlässliche Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen wurde. Jetzt kann die Sanierung weiter fortgesetzt werden. Die Verschuldung wird sich in den nächsten Jahren weiter abbauen und eine erträgliche Höhe erreichen.

Der Generika-Markt ist insgesamt relativ stabil, sie sind im Gegensatz zu patentgeschützten Medikamenten preiswerter. Mit den Blockbustern Austedo, Ajovy und Copaxone werden auch zukünftig hohe Einnahmen generiert.

Fazit: Interessanter Wert für Trader

Insgesamt sind die mittel- und langfristigen Zukunftsaussichten gut. Kurzfristig wird sich die hohe Volatilität jedoch fortsetzen.

Die Aktie eignet sich momentan eher für Trader oder für langfristige Anleger. Trader können durch die hohen Schwankungen kurzfristig Gewinne erzielen.

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