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/ 16.02.18 / 19:14

Roundup: Teva und Fresenius – wir sind auf den Hund gekommen!

Teva (WKN: 883035), Fresenius (WKN: 578560) und Mylan (WKN: A14NYH) sind Unternehmen, deren Aktien zuletzt wegen erheblicher Abschreibungen auf ihr US-Generikageschäft unter Druck standen. Langsam zeigt sich Licht am Ende des Tunnels. Tierpharmawerte wie Zoetis (WKN: A1KBYX) und IDEXX (WKN: 888210) spüren kaum Konkurrenzdruck und profitieren vom dynamischen Wachstumstrend.

Im heutigen Roundup gehen wir der Frage nach, warum sich Warren Buffett bei Teva Pharmaceutical engagiert haben könnte und ob hier für Aktionäre ein Value-Zock möglich ist. Wir beleuchten außerdem die Situation bei Fresenius und weisen auf einen sträflich vernachlässigten Trend im Pharmasektor hin, bei dem wir auf den Hund gekommen sind.

Teva: Ausblick macht Hoffnung

Die Aktie des israelischen Generika-Giganten Teva befindet sich seit Monaten in einem Erholungstrend. Von 10 Euro im November ging es zuletzt bis auf 17 Euro nach oben. Von ehemaligen Höchstkursen bei über 60 Euro ist der Titel zwar meilenweit entfernt, doch aktuell hat der Kurs das Momentum auf seiner Seite.

Am 8. Februar gab Teva die Zahlen für das Jahr 2017 und den Ausblick für 2018 bekannt. Dabei wurden wie erwartet Rekordabschreibungen in Höhe von 21 Mrd. US$ verbucht, die aus der Übernahme des US-Generikaproduzenten Actavis resultierten und die Folge eines Preisdruckwettbewerbs waren. Dieser führte zum Jahresnettoverlust von 16 Mrd. US$.

Beim Ausblick war das Management zurückhaltend. So soll der Umsatz dieses Jahr nur knapp über 18 Mrd. US$ liegen. Dafür will man wieder profitabel werden und setzt die Gewinnerwartung bei 2,25-2,50 US$ pro Aktie an. Das entspräche einem sehr günstigen KGV von unter 10. Mit 53 Mrd. US$ Verbindlichkeiten ist die Kuh aber noch nicht vom Eis.

Warren Buffett kauft sich überraschend bei Teva ein

Das alles sind Fehler, die in der Vergangenheit liegen. Wichtig für Aktionäre ist die Zukunft und hier haben wir einige schlagkräftige Argumente gefunden, die für Teva sprechen.

Für die positive Kursreaktion am gestrigen Handelstag mit knapp 8% Plus war der Einstieg von Warren Buffets Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ausschlaggebend. Diese meldete den Besitz von knapp 19 Mio. Aktien per Jahresende, die aktuell einen Wert von 380 Mio. US$ darstellen. Bezogen auf das gesamte Beteiligungsportfolio von Berkshire relativiert sich dies, da man Anlagen im Umfang von 600 Mrd. US$ ausweist. Demzufolge entspricht die Teva-Position nicht mal einem Portfolio-Anteil von 0,1%.

Multi-Milliardär und Value-Investor Warren Buffet hat sich beim größten Generika-Produzenten der Welt für 380 Millionen US$ eingekauft

Dennoch stufen wir die Erholungsperspektiven für Generika aus Sicht eines Value-Anlegers und nach einem jahrelangen Abwärtszyklus als interessant ein.

Unsere Quellen sprechen zumindest für ein nahendes Ende des Zyklus. Konkret fand vom 12. bis 14. Februar in Florida eine viel beachtete Konferenz statt, bei der sich die wichtigsten Industrie-Insider im Pharma- und Generikageschäft trafen.

Das generelle Fazit von dort war, dass die schlimmste Phase des Preisdrucks langsam vorbei sein sollte. Der kanadische Broker Canaccord schrieb in seinem Bericht an institutionelle Kunden, der sharedeals.de vorliegt:

Die allgemeine Stimmung, die wir von Branchen-Insidern beobachteten, war die, dass der jüngste Trend der Preiskomprimierung bei Generika wahrscheinlich zu Ende geht. Einige sahen eine Stabilisierung in den letzten Monaten und andere prognostizieren explizit Preiserhöhungen in den nächsten 12-18 Monaten. (Canaccord)

Das Ende des ruinösen Preiswettbewerbs wäre für Teva und Wettbewerber wie Mylan ein Segen.

Fresenius ist die risikoarme Wette auf eine Erholung im Generikageschäft

Das deutsche DAX-Mitglied Fresenius dürfte von genannten Nachrichten sehr angetan sein. Dort steckt man noch immer inmitten der Übernahme von Akorn fest. Die Zustimmung der US-Wettbewerbsaussicht steht hier noch aus, dürfte aber keine Probleme bereiten und wird aller Voraussicht nach bald in trockene Tücher gebracht.

Wobei Akorn zuletzt mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfte wie andere Generika-Hersteller und darum zahlreiche US-Leerverkäufer anzog. Die Ertragsprobleme seien im Übernahmepreis berücksichtigt, heißt es von Seiten des Fresenius Managements, was den Aktienkurs nicht davon abhielt, zu fallen.

Im tiefen 60-Euro-Bereich scheint Fresenius aus langfristiger Value-Perspektive mindestens interessant. Das KGV 2019 liegt bei 16. Außerdem gehen optimistische Analysten vom fairen Wert über 80 Euro aus. Die Berenberg Bank schätzt sogar 89 Euro. Lediglich die UBS stuft die Aktie auf Verkauf. Doch beim aktuellen Kurs von 63 Euro ist selbst bei deren Kursziel von 59 Euro kaum noch Luft nach unten.

Tiermedizin – ein riesiger Boom-Markt

Glänzende Wachstumsperspektiven tun sich im boomenden Haustier-Markt auf

Wer sich für die langfristigen Perspektiven wachstumsstarker Nischenplayer interessiert, die vom Pharma-Wachstumstrend profitieren, aber zugleich weniger Generikakonkurrenz befürchten müssen, sollte unbedingt auf die Tier-Pharmakonzerne Zoetis und den weltweit führenden Anbieter von Haustier-Diagnostik, IDEXX Laboratories, achten.

Beide besitzen eine starke Pipeline und Wachstumsperspektiven im explodierenden Markt der Tiermedizin, einem Feld, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist und immer professioneller wird. Heute geben 40% der jüngeren Generation zwischen 20 und 36 Jahren an, dass sie für das Wohl ihres Tieres keine Kosten scheuen. Das stellt eine Verdopplung gegenüber den Umfragewerten der älteren Generationen dar. Haustiere werden immer mehr zu gleichberechtigten Familienmitgliedern.

Fazit

Bevor Sie sich in eine der im Roundup genannten Aktien engagieren, raten wir Ihnen dringend, sich zuerst unsere neuesten Biotech-Raketen anzusehen. Mit Trevena steht hier seit dieser Woche ein neuer vielversprechender Wert am Start.

Um Tradingchancen wie diese nicht zu verpassen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in unserem kostenfreien Live Chat. Sowohl für kurz- als auch langfristige Investmentideen sind Sie bei uns an der richtigen Stelle.

Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation und Mitarbeiter des Herausgebers halten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens Trevena und haben eventuell die Absicht, diese je nach Marktsituation – auch kurzfristig – zu veräußern und könnten dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.

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