Sascha / 16.07.21 / 16:35

Square: Was ein euphorischer Analyst vergisst

Regelrecht geadelt wurde die Aktie des Zahlungsdienstleisters Square (WKN: A143D6) heute durch den Analysten Dan Dolev von Instinet. Denn laut diesem bietet die Aktie derzeit eine großartige Kaufgelegenheit für Anleger. Konkret glaubt der Analyst, dass es eine ähnlich gute Idee ist, Square heute zu kaufen, wie die Aktie von JPMorgan im Jahr 1871.

Square ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen San Francisco (USA), das sich auf Payment-Lösungen spezialisiert hat. Gegründet wurde die mittlerweile zu einem kleinen Konzern herangewachsene Gesellschaft im Jahr 2009 von Jim McKelvey und Jack Dorsey, nachdem letzterer das von ihm mitgegründete Social-Media-Startup Twitter verlassen hatte. Inzwischen fungiert Dorsey als CEO von Square und Twitter.

Analyst sieht gigantisches Potenzial in der Cash-App

Der Analyst Dan Dolev war schon in der Vergangenheit sehr bullish für die Aktie von Square. Insofern ist seine erneut extrem positive Einschätzung von Unternehmen und Aktie nur konsequent. Denn immerhin hat der Titel nach einem Allzeithoch über 275 US$ im Februar doch deutlich korrigiert. Wie er jedoch ausgerechnet auf das Jahr 1871 kommt, bleibt sein Geheimnis. Wahrscheinlich hat er einfach „vor 150 Jahren“ gemeint.

Aber das ist letztlich auch nicht entscheidend. Vielmehr ist interessant, wie der Analyst seinen bullishen Call begründet. Denn im Zentrum seiner Analyse steht ganz klar die Cash-App von Square, die das Unternehmen seiner Ansicht nach nicht nur zur „ultimativen NEO-Bank“, sondern zum „Geldzentrum“ der Zukunft macht. Damit hat er nicht einmal Unrecht, aber...

Da gibt es auch noch Wettbewerber...

Meines Erachtens nach fokussiert sich der Analyst bei seiner Einschätzung viel zu sehr auf das Unternehmen Square selbst. Dieses ist mit Sicherheit ein sehr gutes Unternehmen, wie ja auch der Kursverlauf der Aktie seit dem Börsengang gezeigt hat. Aber Square arbeitet nicht im luftleeren Raum. So gehören zu den Wettbewerbern von Square nicht nur Kreditkartenanbieter wie Mastercard und VISA. Vielmehr gibt es da auch noch PayPal.

PayPal ist schon länger aktiv als Square und verfügt daher über mehr Kunden, erzielt mehr Umsatz und vor allen Dingen auch Gewinn. Daher ist PayPal an der Börse auch schon knapp 300 Milliarden US$ wert, wohingegen es Square bisher noch nicht mal auf 100 Milliarden US$ bringt. Okay, sollte die Aktie das Kursziel von Dan Dolev, das er auf 380 US$ veranschlagt, erreichen, wäre Square etwas näher an PayPal dran. Aber immer noch weit dahinter.

Dies erscheint mir auch absolut gerechtfertigt, denn PayPal hat sich seit seiner Gründung beständig weiterentwickelt. So gehört beispielsweise auch die besonders in den USA sehr beliebte Venmo-App inzwischen zu PayPal. Ferner ist es PayPal bisher sehr gut gelungen, auch neue Innovationen wie den Krypto-Handel, den die Cash-App von Square schon länger ermöglichte, zu adaptieren. Auch wenn Square sicherlich keine schlechte Aktie ist, erscheint mir der Analyst etwas zu euphorisch.

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