PayPal senkt eigene Wachstumsprognose – was jetzt tun?

von (sh)  /   25. Juli 2019, 14:16  /   unter Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

In den USA läuft die Berichtssaison auf vollen Touren. Gestern Abend, nachbörslich, legte nun der Payment-Spezialist PayPal (WKN: A14R7U) seine aktuellen Quartalszahlen vor. Anschließend fiel die Aktie zeitweise um mehr als -7%, konnte diese Kursverluste inzwischen jedoch schon wieder deutlich eindämmen. Doch waren die vorgelegten Quartalszahlen wirklich so schlecht? Schauen wir uns das doch mal kurz gemeinsam an.

Im abgelaufenen zweiten Fiskalquartal erzielte PayPal einen Umsatz in Höhe von 4,31 Mrd. US-Dollar sowie einen Nettogewinn in Höhe von 823 Mio. US-Dollar respektive 0,69 US-Dollar je Aktie. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag sogar bei 0,86 US-Dollar je Aktie. Damit wurden die Konsensschätzungen der Analysten beim Umsatz leicht verfehlt, dafür jedoch beim Gewinn deutlich übertroffen.

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Auch das Gewinnwachstum konnte sich sehen lassen, denn die vorgelegten Zahlen entsprechen einem Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr um fast +57%. Insofern tut man sich, trotz der leichten Verfehlung der Umsatzschätzungen, sehr schwer ein Haar in der Suppe zu finden. Und doch haben die Anleger eins gefunden, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass die Aktie zuletzt, im Vorfeld des Quartalsbericht, schon so deutlich zulegen konnte.

Das Haar in der Suppe ist der Ausblick…

Und dieses Haar in der Suppe, um bei dieser Formulierung zu bleiben, ist der Ausblick. Denn hier zeigte sich das Management um CEO Dan Schulman plötzlich extrem zurückhaltend. So erwartet man für das laufende Geschäftsjahr 2019e nun nur noch ein Umsatzwachstum zwischen +14% und +15% anstatt wie bisher +16% bis +17%. Als Grund hierfür nannte CEO Dan Schulman leichte Verzögerungen bei der Implementation neuer Partnerschaften.

Daher sei es, laut ihm, auch keine Frage ob man die bis dato geplanten Umsätze zukünftig erzielen werde, sondern nur wann. Insofern hatte diese eigentlich schlechte Nachricht dann am Ende sogar noch etwas gutes. Denn zwar sind solche Verzögerungen ärgerlich, sie sind jedoch nur ein temporäres und relativ leicht lösbares Problem. Darum griffen die Anleger nach dem ersten Schock auch wieder zu. Denn PayPal sieht aktuell wohl keine konjunkturelle Schwäche.

PayPal, Hauptsitz (HQ) im kalifornischen San José (USA)

Fundamentale Bewertung der Aktie

Wie aber sollten Anleger mit der Aktie nun umgehen. Nun, ich habe mir dazu extra mal die Geschäftsentwicklung in den vergangenen Jahren angesehen. Von 2015 bis 2018 gelang es PayPal seinen Jahresumsatz kontinuierlich – von knapp 9,25 Mrd. auf zuletzt gut 15,45 Mrd. US-Dollar – zu steigern. Dies entsprach einem Umsatzwachstum von knapp +67,1% respektive ca. +18,7% p.a.

Zugleich erhöhte sich der Nettogewinn in diesem Zeitraum ebenfalls kontinuierlich von ca. 1,23 Mrd. auf zuletzt knapp 2,06 Mrd. US-Dollar, was einem Gewinnwachstum um ca. +67,5% respektive knapp +18,8% p.a. entsprach. Vereinfacht könnte man also formulieren, dass der Konzern in den vergangenen Jahren ein Wachstum von knapp +19% p.a. vorweisen kann.

Hat trotz der leichten Prognosesenkung weiterhin gut lachen: PayPal CEO Dan Schulman

Darum bleibt die Aktie trotzdem weiter ein klarer Kaufkandidat!

Normalerweise werden solche Wachstumsunternehmen wie PayPal mit einem KGV, dass der doppelten prozentualen Gewinnwachstumsrate entspricht, bewertet. In den vergangenen Jahren lag diese bei ca. +19%. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte das Gewinnwachstum jedoch deutlich anziehen. So hat PayPal schon im ersten Halbjahr fast ¾ des Vorjahresgewinns eingefahren. Daher sollte der Nettogewinn zum Jahresende leicht über 3,0 Mrd. US-Dollar liegen, was einem Gewinnwachstum um ca. +46% entsprechen würde.

Zwar möchte ich PayPal jetzt nicht gleich ein KGV 2019e von 2×46 und damit 92 zugestehen, aber dank dieser Beschleunigung des Gewinnwachstums ist sicherlich etwas mehr als nur ein KGV 2019e von 38 möglich. Da durch den Gewinnsprung in 2019e das durchschnittliche Gewinnwachstum in den vergangenen Jahren von ca. +19% p.a. auf ca. +25% p.a. steigt, erachte ich ein KGV 2019e von bis zu 50 (entspricht 2x 25) für fair. Derzeit weist die Aktie jedoch „nur“ ein KGV 2019e von knapp 46 auf.

Ergo lässt die aktuelle Bewertung noch ein wenig Luft nach oben. Denn auf Basis eines KGV 2019e von 50 läge der fundamental faire Wert der Aktie bei 128,00 US-Dollar. Wobei sich das laufende Geschäftsjahr 2019e ja schon langsam dem Ende zuneigt und das Wachstum in 2020e wohl weiter gehen wird. Daher ist das genannte Kursziel eher die untere Grenze dessen, was hier möglich ist und zeigt sehr schön warum man bei Aktien toller Unternehmen – wie PayPal – im Prinzip jede Kursschwäche zum Kauf nutzen sollte.

Offenlegung: Ich selbst habe dies schon vor Jahren getan und halte PayPal-Aktien seit der Abspaltung von eBay am 17. Juli 2015.

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