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Novavax-Aktie im Sinkflug: War's das jetzt?

Frank / 06.04.22 / 9:49

Entsetzen bei Novavax-Aktionären (WKN: A2PKMZ): Das Papier fällt immer tiefer. Gestern ist es an der Nasdaq um -13,36% abgesackt und hat im Handelsverlauf bei 64,64 US$ sogar ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Seit Jahresbeginn hat die Aktie satte -54% eingebüßt. Ist der Abverkauf gerechtfertigt? Oder wird voreilig das Ende vom Corona-Lied angestimmt und der Wert hat noch Potenzial?

Novavax ist ein in Gaithersburg, Maryland, ansässiges Biotechunternehmen, das Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Grippe oder Ebola entwickelt. Die Studien zum proteinbasierten Wirkstoff gegen das Coronavirus waren erfolgreich – so konnte eine Wirksamkeit von 93,2% gegen eine Ansteckung gezeigt werden, so dass Novavax nun Zulassungen in mehreren Erdteilen anstrebt oder bereits vermelden konnte.

Der Chart sieht furchtbar aus

Schön sieht das nicht aus, wenn man den Chart der Novavax-Aktie betrachtet. Ein langfristiger Abwärtstrend ist unverkennbar und ein Ende scheinbar nicht in Sicht.

Im Gesamtzusammenhang betrachtet muss man sich meiner Meinung nach ebenfalls Sorgen machen. Denn die Story der Impfstoffhersteller, die vielen Anlegern in den vergangenen beiden Jahren satte Gewinne beschert hat, interessiert anscheinend immer weniger Börsianer. Kein Wunder, denn in Europa gibt es zwar fast überall weiterhin hohe Inzidenzzahlen, doch das Coronavirus ist zur Normalität geworden. Sprich, es wird im Alltag akzeptiert, ohne dass es weiterhin (starke) Einschränkungen gibt.

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Und so werden die Gesichter bei Anteilseignern von Novavax immer länger. Allein seit den vergangenen fünf Handelstagen steht ein Minus von 18% zu Buche, gestern hat es richtig gekracht. Auslöser für den Kursrutsch dürfte ein bevorstehendes Treffen mit einem Beratungsgremium der US-Zulassungsbehörde FDA sein, in dem es um Auffrischungsimpfungen gehen soll. Hier fürchten wohl viele Anleger, dass die FDA nicht zustimmt.

Der Covid-19-Impfstoff von Novavax wird derzeit von der Zulassungsbehörde überprüft, nachdem das Unternehmen die Notfallgenehmigung für die Verwendung der proteinbasierten Injektion bei Personen ab 18 Jahren beantragt hat. In der Europäischen Union hat Novavax vor wenigen Tagen einen Antrag auf Erweiterung der bedingten Marktzulassung für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren gestellt.

Impfstoff erfüllt die Hoffnungen nicht

Der Kursverfall hat mit ziemlicher Sicherheit aber auch damit zu tun, dass das Vakzin des Unternehmens offensichtlich nicht die Hoffnungen erfüllt, die darin gesetzt worden sind. So stellt sich immer mehr heraus, dass bisherige Impfstoffgegner sich auch von diesem Impfstoff, der anders ist als die zugelassenen mRNA-Vakzine von Moderna und BioNTech/Pfizer, nicht zum Schutz-Pieks bewegen lassen.

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), gab kürzlich in einem Interview zu Protokoll, die Nachfrage nach dem Novavax-Vakzin sei sehr verhalten, nur 5% aller ausgelieferten Dosen seien bislang verimpft worden. In Zahlen ausgedrückt: Bundesweit wurden bis zum 1. April 1,6 Millionen Dosen Novavax an Ärzte und Impfzentren geliefert. Verabreicht wurden aber nur 80.093 Dosen.

Das Problem: Mitte Juni läuft das Haltbarkeitsdatum ab. Damit wären dann sämtliche restlichen Dosen in Deutschland nutzlos.

Mittlerweile drängt sich angesichts dessen die Frage auf, ob bei Novavax die US-Zulassung, die Anleger herbeisehnen, überhaupt noch nachhaltig wertschöpfende Relevanz hat. Novavax hat zwar insgesamt bereits zwei Milliarden Dosen seines Impfstoffs vorab verkauft und erwartet in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 4 und 5 Milliarden US$. Allerdings schätzt die britische Analysefirma Airfinity die jährliche Gesamtproduktion auf nicht mehr als 400 Millionen Dosen.

Wie sind die Aussichten der Aktie?

Fundamental betrachtet ist der aktuelle Börsenwert des US-Unternehmens, der auf unter 5 Milliarden US$ gesunken ist, natürlich bei einem Jahresumsatz von 4 bis 5 Milliarden US$ recht niedrig. Aber die Börse spielt immer die Zukunft – und wenn das Vakzin nur wenige oder weniger als gedacht wirklich haben wollen, wie es den Anschein hat, schmälert das die Geschäftsaussichten meiner Meinung nach erheblich.

Ich persönlich betrachte die Aktie aufgrund der geschilderten Unwägbarkeiten, die damit verbunden sind, nicht als langfristiges Investment. Zum Traden ist das Papier allerdings immer wieder für schnelle Prozente gut gewesen. Und so habe ich auch gestern wieder am 52-Wochen-Tief zugeschlagen, bei 65 US$ eine kleine Position ins Depot gelegt und setze auf einen Rebound.

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