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/ 16.08.19 / 18:07

Nordex: Die Anleger haben wohl nochmal nachgedacht!

Zu den größten Verlierern des Tages zählt am heutigen Freitag das Papier des Windkraftspezialisten Nordex (WKN: A0D655). Noch vor wenigen Tagen stieg die Aktie, nach Vorlage von Geschäftszahlen, deutlich an. Ich betrachtete diese Kursrally, angesichts des vorgelegten Zahlenwerks, schon recht skeptisch. Wie wir heute wissen, wohl zu Recht. Denn nachdem die Kursgewinne gestern schon wieder vollständig rückabgewickelt wurden, geht die Talfahrt heute gleich weiter.

Neue Nachrichten gibt es dabei nicht. Anscheinend haben sich einige Anleger wohl jetzt erst durch die vorgelegte Bilanz gearbeitet – und ihnen scheint nicht zu gefallen, was sie dort zu sehen bekommen. Denn außer den hohen Auftragsbestand konnte man an den vorgelegten Halbjahreszahlen nicht viel gutes finden. So lag bspw. der Umsatz im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019e nur marginal über Vorjahresniveau.

Noch schlimmer sah es in Sachen Gewinnentwicklung aus. Ohne den sehr hohen Auftragsbestand von über 7,4 Mrd. Euro müsste man daher sogar arge Zweifel daran haben, dass es dem Unternehmen tatsächlich gelingen kann die – vor diesem Hintergrund sehr ambitionierten – eigenen Umsatz- und Gewinnprognosen zu erfüllen. Anscheinend hegen nun auch immer mehr Anleger eben diese Zweifel, die mich zuletzt schon skeptischer werden ließen.

Nordex benötigt ein extrem starkes zweites Halbjahr 2019

Rekapitulieren wir noch einmal: Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019 erzielte Nordex einen Umsatz von 990,8 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 17,1 Mio. Euro. Im Gesamtjahr 2019e möchte das Management jedoch einen Jahresumsatz von 3,2 bis 3,5 Mrd. Euro sowie ein EBITDA zwischen 96 und 175 Mio. Euro einfahren.

In solchen Windparks kommen auch Windräder aus dem Hause Nordex zum Einsatz...

Demnach müsste Nordex, um auch nur das untere Ende der eigenen Prognosen zu erfüllen, im zweiten Halbjahr 2019 bei einem Umsatz von mindestens knapp 2,21 Mrd. Euro sowie ein EBITDA von mindestens knapp 79 Mio. Euro erzielen. Man muss also nicht nur den Umsatz in der zweiten Jahreshälfte gegenüber der ersten mehr als verdoppeln. Zugleich muss man dabei auch noch die EBITDA-Marge steigern, so dass sich der EBITDA-Gewinn gleichzeitig mehr als vervierfacht.

Wie bereits in meinem letzten Artikel, ist das sicherlich nicht völlig unmöglich. Es bedarf aber einer sehr großen Kraftanstrengung – und es darf absolut nichts schief gehen. Insofern halte ich diese Umsatz- und Gewinnprognosen für sehr ambitioniert, wenngleich ich noch nicht "zu ambitioniert" schreiben möchte. Sollte das Management jedoch die eigenen Prognosen, die man zuletzt ja sogar nochmals bekräftigt hat, doch noch nach unten anpassen müssen (Umsatz- und Gewinnwarnung!) oder diese sogar verfehlen, dürfte die Aktie auf ihre alten Tiefststände abrutschen.

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