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/ 26.09.19 / 16:07

Nanogate: Anleger zeigen sich von den Halbjahreszahlen enttäuscht

Zu den Verlierern am deutschen Aktienmarkt zählt heute das Papier des saarländischen Spezialisten für designorientierte Hightech-Oberflächen und -Komponenten, Nanogate (WKN: A0JKHC). Grund hierfür dürften natürlich die heute früh gemeldeten Halbjahreszahlen sein. Gemäß diesen hat die Gesellschaft nämlich im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019 ihren Umsatz leicht von 119,4 Mio. auf 122,2 Mio. Euro steigern können. Zugleich sank jedoch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) deutlich von 12,7 Mio. auf 8,0 Mio. Euro.

In der Folge rutschte daher auch das Konzernergebnis ins Minus. Hatte man hier im Vorjahr noch einen Gewinn in Höhe von 1,8 Mio. Euro eingefahren, wurde dieses Mal ein Verlust in Höhe von -2,7 Mio. Euro verbucht. Dementsprechend äußerte sich auch der langjährige CEO Ralf Zastrau ein wenig enttäuscht. Konkret heißt es von ihm, dass man „mit gemischten Gefühlen auf das erste Halbjahr 2019 zurückblicke“. Denn „obwohl der Auftragseingang für die Folgejahre erfreulich gewesen sei, sei das Unternehmen kurzfristig erheblichen Belastungen ausgesetzt“.

Diese Belastungen seien einerseits auf verzögerte Produktionsanläufe und andererseits auf die sich immer weiter eintrübende weltkonjunkturelle Lage zurück zu führen. Folgerichtig habe Nanogate daher auch bereits sein Zukunftsprogramm Nanogate Excellence International (NXI) gestartet, dass nun noch einmal intensiviert werde. Leider sei dies jedoch mit kurzfristig höheren Kosten verbunden, was sich jedoch langfristig auszahlen werde. Dabei sei eine verstärkte Prüfung der Standortstruktur ein wichtiges Thema.

Aktie ist bereits stark abgestürzt, aber...

Die Aktie notierte noch Ende 2017 über 50 Euro. Derzeit werden hingegen weniger als 15 Euro für den Titel auf den Tisch gelegt. Angesichts der Geschäftsentwicklung zuletzt erscheint dieser Kursrutsch jedoch wenig verwunderlich und nicht einmal sonderlich übertrieben. Denn zwar gelang es der Gesellschaft ihren Jahresumsatz zwischen 2014 und 2018 fast zu vervierfachen. Leider wurde jedoch in dieser Zeit kaum ein Gewinn ausgewiesen und dieser schon gar nicht ähnlich kontinuierlich und stark gesteigert.

Wenn das Management um CEO Ralf Zastrau daher in der heutigen Ad hoc-Meldung die Eigenkapitalquote von 31,9% so stark betont, entzieht sich meiner Kenntnis, was er damit bezwecken möchte. Fakt jedenfalls ist, dass Nanogate zwar seit Jahren stark wächst, zugleich jedoch stets nahe am Break-Even arbeitet. Bricht das Geschäft daher mal, was derzeit wohl zu befürchten steht, stärker ein, kann es folglich sehr schnell sehr kritisch werden. Dann wird aus der quasi schwarzen Null womöglich sehr schnell ein horrender Verlust.

Eine Maschine zur Beschichtung von Metalloberflächen aus dem Hause Nanogate...

Dies wiederum könnte dann sehr schnell andere Finanzkennzahlen deutlich verschlechtern. Wobei die aktuelle Eigenkapitalquote in Höhe von knapp 32% so stark auch wieder nicht ist. Insofern stellt sich mir aktuell eher die Frage, warum Anleger für diese Aktie vor weniger als zwei Jahren noch mehr als 50 Euro bezahlt und damit seinerzeit eine Market Cap. von weit über 250 Mio. Euro akzeptiert haben. Meines Erachtens jedenfalls liegt der fundamental faire Wert der Aktie, aufgrund der anhaltend schwachen Profitabilität, um die 12 Euro – und würde den Titel weiterhin meiden!

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