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Mullen Automotive: Das bedeuten die jüngsten Übernahmen für Anleger

Redaktion / 12.12.22 / 12:51

Die Aktien des einst hochgehandelten E-Autopioniers Mullen Automotive (WKN: A3C67R) haben seit Jahresbeginn mehr als 95% ihres Wert verloren und notieren nunmehr bei mickrigen 0,20 US$. Die liquiden Mittel des Unternehmens reichen einfach nicht aus, um die Ausgaben aus dem operativen Geschäft zu decken. Mit den jüngsten Übernahmen wird sich der Cash-Burn kurz- bis mittelfristig sogar noch erhöhen. Für Anleger stellt sich die Frage: Ist das Papier zu riskant oder kann man jetzt billig zuschlagen?

Mullen Automotive ist ein US-amerikanischer Elektroauto-Bauer in spe. Auf der Los Angeles Auto Show in November 2021 hat der Hersteller erstmals seinen SUV „Mullen Five“ präsentiert. Außerdem will das Unternehmen Cargo-Vans verkaufen und ist an der Entwicklung von Festkörper-Batterien beteiligt.

Mullen im Übernahme-Rausch

Ein Blick auf den E-Auto-Markt macht eines vor allem deutlich: Mullen hat wesentlich kapitalkräftigere Konkurrenten, von Rivian bis zum Traditionskonzern Volkswagen. Außerdem liegt die Aktie des Herstellers unter der Nasdaq-Mindestnotierungsanforderung von 1$.

Was ebenfalls irritiert, sind die fragwürdigen Übernahmen des Unternehmens. Mullen hat vor kurzem 105 Millionen US$ für den Kauf der Vermögenswerte von Electric Last Mile Solutions aufgebracht, das im Juni dieses Jahres Konkurs nach Chapter 7 angemeldet hat.

Mit dem Deal übernahm Mullen das geistige Eigentum, das Inventar und die Produktionsanlagen des Konkurrenten. Mullen begründet den Schritt mit dem Werk von Electric Last Mile in Indiana, in dem jährlich 50.000 Fahrzeuge hergestellt werden können. Damit wollen die Kalifornier eine Produktionsplattform für den Mullen FIVE und ihre kommerziellen Lieferfahrzeuge der Klassen 1 und 3 schaffen.

Das Werk baut auch auf dem 148,2 Millionen US$ teuren Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Bollinger Motors auf. Das Management erklärte, dass die Anlage in Indiana die Entwicklung des B1 SUV und des B2 Pickup von Bollinger beschleunigen wird.

Nach der Übernahme von Electric Last Mile geht Mullen davon aus, dass die Produktion von Elektrofahrzeugen der Klassen 1 und 2 im Jahr 2023 anlaufen wird. Dies ist etwa 12 Monate schneller als die ursprüngliche Prognose, wonach der Mullen FIVE im Jahr 2024 in Produktion gehen soll.

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Cash-Burn, Verwässerung und ein Zyklus der Zerstörung

Es stellt sich die Frage: Wie konnte ein Unternehmen mit Barmitteln in Höhe von 61 Mio. US$ nach dem Juni-Quartal die Liquidität haben, um zwei Unternehmen für insgesamt 253,2 Mio. US$ zu kaufen? Das Management von Mullen bezeichnete die Übernahme von Electric Last Mile in der Pressemitteilung, in der der Abschluss des Geschäfts bekannt gegeben wurde, als eine All-Cash-Transaktion. Die All-Cash-Komponente beschreibt jedoch wahrscheinlich ein Aktienangebot in dieser Höhe, wobei der Erlös an die Gläubiger von Electric Last Mile ausgezahlt wird.

Der E-Auto-Bauer hat vor kurzem eine endgültige Vollmachtserklärung bei der SEC eingereicht, damit die Aktionäre am 23. Dezember über eine Erhöhung der Gesamtzahl der genehmigten Stammaktien von 1,75 Milliarden auf 5 Milliarden abstimmen können. Mullen bittet die Aktionäre außerdem um Zustimmung zu einer Aktienzusammenlegung im Verhältnis 1:25.

Darüber hinaus sollen die Stimmberechtigten entscheiden, ob der Vorstand Wandelschuldverschreibungen im Wert von 150 Millionen US$ und wandelbaren Vorzugsaktien im Wert von bis zu 190 Millionen US$ ausgeben dürfen. Das inhärent beträchtliche Wachstum von Mullen beruht also auf einer erheblichen Verwässerung seiner Aktionäre, wobei allein die Ausgabe von Wandelanleihen 42% der derzeitigen Marktkapitalisierung von 360 Mio. US$ ausmacht.

Der kumulative Cash-Burn des Unternehmens aus dem operativen Geschäft für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 43,2 Mio. US$, wobei dieser Wert durch die Einbeziehung weiterer Unternehmen, die noch keine Umsätze erzielt haben, noch steigen wird. Aber hier hören die Ambitionen der Kalifornier nicht auf: Sie kündigten jüngst eine Partnerschaft an, um ihre Elektrofahrzeuge mit einer Technologie auszustatten, die die Gewinnung von Trinkwasser aus der Luft ermöglicht.

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Verwässerungen: Eine Frage des Wann, nicht des Ob

Angesichts des großen Andrangs auf dem E-Auto-Markt scheint die Trinkwasser-Initiative zwar lobenswert zu sein. Sie wird jedoch zu einer erheblichen Belastung, wenn man sie mit der breiteren operativen Geschichte einer Acht-Fahrzeug-Produktionsreihe von drei grundlegend unterschiedlichen Unternehmen zusammenfasst.

Diese Unternehmen hatten bis vor ein paar Monaten alle eine unterschiedliche Produktionspalette, eines von ihnen ging vor kurzem in Konkurs, und alle verlieren immer noch Geld. Um ein neues Auto auf den Markt zu bringen, sind Hunderte von Millionen US$ an beständigem Kapital erforderlich, und Mullen ist dabei, eine entsprechende Kampagne zu starten.

Das Unternehmen benötigt Liquidität, um jetzt die Produktion von zwei SUVs, einem Pickup und einer Vielzahl von Nutzfahrzeugen hochzufahren, darunter ein Nutzfahrzeug der Klasse 1, ein mittelschweres Fahrzeug der Klasse 3, Bollingers B4-Fahrgestell, der kleine Mullen I-GO und der Hochleistungssportwagen DragonFLY.

Zum Vergleich: Konkurrent Rivian verfügt über rund 13,2 Milliarden US$ an Barmitteln und Äquivalenten und will drei Fahrzeuge auf den Markt bringen. Lucid Motors mit rund 3,3 Mrd. US$ will zwei Fahrzeuge auf den Markt bringen.

Aktionäre müssen darauf gefasst sein, dass Mullen den Wert ihrer Anteile erheblich verwässern muss. Die derzeitige Liquidität reicht einfach nicht aus, um den Großteil der Produktpalette auf den Markt zu bringen. Hinzu kommen der niedrige Aktienkurs und die negative Marktstimmung, die die Bewertung der einst hoch gehandelten US-Elektropioniers in den Keller getrieben hat.

Aus unserer Sicht ist Mullen derzeit für keinen Anleger-Typen ein Kauf, da die Verwässerung der Aktionäre und der operative Cash-Burn in den kommenden Quartalen massiv zunehmen wird.

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