Redaktion / 04.11.21 / 10:20

Mainz Biomed: Der nächste Mainzer Nasdaq-IPO nach BioNTech

Nach der Erfolgsstory von BioNTech (WKN: A2PSR2) geht noch diese Woche mit Mainz Biomed das nächste Mainzer Unternehmen an die Technologie-Börse Nasdaq. Der Fokus des Diagnostik-Unternehmens liegt auf der Entwicklung von Selbsttests zur Früherkennung von Krebs. Mittelfristig hat man große Ziele und möchte dem 16-Milliarden-US$-Riesen Exact Sciences (WKN: 590273) Konkurrenz machen. Sollte dies gelingen, wäre das Kurspotenzial immens: Mainz Biomed wird zum Börsengang „nur“ mit knapp 60 Millionen US$ bewertet.

Milliarden-Markt Darmkrebs-Früherkennung

Der Vergleich mit Exact Sciences kommt nicht von ungefähr. Denn auch Mainz Biomed besitzt mit ColoAlert einen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge, der sogar in Europa bereits zugelassen ist. Mit einem vergleichbaren Test namens ColoGuard feiert Exact Sciences in den USA große Erfolge: Alleine im dritten Quartal 2021 verbuchte Exact 280 Millionen US$ Umsatz in seiner Screening-Sparte, davon den Großteil mit ColoGuard.

Doch beide Unternehmen sind sich einig darin, dass das Potenzial alleine im Bereich Darmkrebsvorsorge noch annähernd nicht ausgereizt ist. Immer noch ist Darmkrebs in den USA die zweithäufigste Todesursache unter Krebserkrankungen. Dabei liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einer frühen Diagnose bei über 90%! Kein Wunder also, dass die US-Gesundheitsbehörde einen Darmkrebstest alle drei Jahre für alle über 45-Jährigen vorschlägt. Bereits aktuell ergibt dies ein Testpotenzial von 37 Millionen Tests pro Jahr. Langfristig beziffert Mainz Biomed das jährliche Marktpotenzial in den USA auf 3,7 Milliarden US$.

Darmspiegelung teuer und unangenehm

Die Alternativen zum Stuhltest sind überschaubar: Eine Darmspiegelung ist teuer und sehr unangenehm – ein wichtiger Grund dafür, warum die Darmkrebsvorsorge heute noch so ungenügend wahrgenommen wird. Der am weitesten verbreitete FIT-Test ist nicht so genau und übersieht vor allem in frühen Phasen gerne eine Tumor-Bildung. Der einzige von der FDA zugelassene Bluttest stammt vom deutschen Unternehmen Epigenomics und ist für das Unternehmen bisher eher Last als Freude: Denn das staatliche Krankenkassen-Komitee hat sich aufgrund der nicht ausreichenden Genauigkeit der Testresultate gegen eine Erstattung ausgesprochen.

Mainz Biomed hat sich zum Ziel gesetzt, das bestehende Marktpotenzial nicht alleine Exact Sciences zu überlassen. Neben anziehenden Verkäufen in Europa wäre daher eine bald beginnende Studie mit der FDA der größte Werttreiber für das kleine Unternehmen. Auch große Pharma-Player, die eine Kooperation mit Exact Sciences (jetzt verpartnert mit Pfizer) verschlafen haben, bekommen nun eine zweite Chance.

Lead-Underwriter Boustead mit tollem IPO-Track-Record in 2021

Doch der Börsengang dürfte nicht nur wegen der spannenden Equity Story Beachtung finden. Denn auch der führende Underwriter des IPOs, Boustead Securities, ist im Bereich der Small-Cap-IPOs kein unbeschriebenes Blatt: Über alle 2021 an die Börse gebrachten Unternehmen konnte Boustead gemäß eigenen Angaben nach dem Börsengang eine durchschnittliche Performance von +32,4% (Stand: 05.09.21) erzielen. Der erfolgreichste Boustead-IPO, Esports Technologies, notiert immer noch circa 460% über dem IPO-Preis.

Solche Zahlen sind es, die IPO-Jäger auf den Mainz-IPO neugierig machen könnten. Nach exklusiven sharedeals-Informationen soll der IPO beim angepeilten Ausgabepreis von 5 US$ je Aktie mehrfach überzeichnet sein. Dies alleine ist zwar noch kein Garant für einen erfolgreichen Börsengang, aber es ist definitiv ein positives Zeichen!

In die Fußstapfen von BioNTech?

Die Fußstapfen von BioNTech sind zugegebenermaßen sehr groß. Die Equity Story von Mainz Biomed ist aber spannend und stimmig. Dass mit ColoAlert bereits ein zugelassenes Produkt existiert, macht das Vorhaben nur glaubwürdiger. Ein baldiger Launch der FDA-Studie und erfolgreiche Zwischenergebnisse werden maßgeblich für den mittelfristigen Erfolg der Aktie und des Unternehmens werden. Können entsprechende Zwischenergebnisse vermeldet werden, ist das Kurspotenzial ab der IPO-Bewertung beachtlich. Kurzfristig dürfte vor allem der Underwriter-Bonus von Boustead für Beachtung sorgen.

Für den europweit ersten gendiagnostischen Darmkrebsvorsorgetest erhielt Mainz Biomed – damals noch unter „PharmGenomics“ firmierend und von der deutschen KfW Bank finanziert – bereits 2017 den Innovationssonderpreis des Landes Rheinland-Pfalz im Bereich Medizintechnik.

Die Mainz-Aktie wird zunächst exklusiv an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „MYNZ“ handeln. Geplant ist die Handelsaufnahme für Freitag, 14.50 Uhr MEZ. Mit einem Deutschland-Listing ist in naher Zukunft zu rechnen. Gut möglich, dass die Aktie dann bereits deutlich höher notiert. Idealerweise nutzen Anleger unser exklusives Depotangebot in Kooperation mit CapTrader.

Interessenkonflikt: Herausgeber und Mitarbeiter halten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien und Aktienoptionen des besprochenen Unternehmens und haben die Absicht, diese je nach Marktsituation – auch kurzfristig – zu veräußern bzw. Optionen auszuüben und könnten dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Kommentare
Alexander Kirschstein / 04.11.21 / 10:51 Uhr Hallo, die Behauptung im obigen Artikel, die "Darmspiegelung sei sehr unangenehm" bedarf einer Korrektur. Ich jedenfalls habe sie auch ohne eine Beruhigungsspritze nicht als unangenehm empfunden. Und jeder kann sich eine solche Spritze geben lassen. Ich befürchte, daß durch solche Mitteilungen viele Menschen von einer Darmspiegelung Abstand nehmen könnten! Und ein nicht rechtzeitig entdeckter Darmtumor könnte dann allerdings "sehr unangenehm sein". Freundliche Grüße sendet A. Kirschstein
Redaktion / 04.11.21 / 11:53 Uhr Zitat aus dem Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/33758/Darmkrebsfrueherkennung-Fuenf-Jahres-Intervalle-nach-Koloskopie-sicher-CT-Koloskopie-eine-Alternative


"Ein Grund für die geringe Akzeptanz der Koloskopie dürften die Unannehmlichkeiten sein, die mit der Untersuchung verbunden sind."


Die Darmspiegelung ist in der Bevölkerung leider unbeliebt. Deswegen ist es gut, dass es neue Tests gibt, die eine einfachere Frühuntersuchung ermöglichen. Wenn Sie im Einzelfall die Darmspiegelung anders erlebt haben, dann sollten Sie dieses positive Erlebnis mit Ihrem Umfeld teilen. Je mehr Menschen Vorsorge betreiben, desto besser!

Wolfgang Pauly / 05.11.21 / 19:58 Uhr Ich kann Herrn Kirschstein nur ausdrücklich zustimmen. Meine Darmspiegelung im Frühjahr dieses Jahres war weder unangenehm noch schmerzhaft. Vom behandelnden Facharzt wurde mir schon 15 Minuten nach der Spiegelung das Ergebnis mitgeteilt. Alles in Ordnung. Und ich war eine Stunde später wieder an meinem Arbeitsplatz. MfG Wolfgang Pauly