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LPKF: Starke Zahlen, doch der Ausblick...

Simon / 28.04.22 / 17:00

Nach einem schwierigen 2021 ist LPKF Laser & Electronics (WKN: 645000) überaus erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Kräftiges Wachstum und Gewinne bescheren der Aktie am Donnerstag einen Sprung um +13% auf 12,20 €. Aber wieso hebt der Vorstand den trüben Ausblick nicht an?

Seit 1976 fertigt LPKF Lasersysteme für die industrielle Produktion. Die Hannoveraner sind insbesondere für sehr kleine und präzise Bauteile bekannt, die etwa bei der Herstellung von Solarmodulen, Mikrochips, Leiterplatten oder Automobilteilen zum Einsatz kommen. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von 266 Millionen €.

Starkes erstes Quartal

Nach einem schwierigen Jahr 2021 ist LPKF wieder auf Wachstumskurs. So stieg der Umsatz kräftig und bugsierte den Laserspezialisten wieder in die Gewinnzone. An der Börse schlug die Erfolgsmeldung hohe Wellen: Die Aktie sprang am Donnerstagvormittag um über +13% auf 12,20 €.

So erzielte das Unternehmen im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Umsatz von knapp 26 Millionen € – fast 60% mehr als im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich für das fette Plus waren jedoch auch Verzögerungen bei mehreren Projekten, durch die sich Erlöse von Ende 2021 ins laufenden Jahr verschoben hatten.

Vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat LPKF einen Verlust von gut 4 Millionen € im Vorjahresquartal in einen Gewinn von einer Million € gedreht. Der SDAX-Konzern erreicht damit eine EBIT-Marge von 3,8% und somit das obere Ende der eigenen Ergebnisprognose. Unter dem Strich stand für die drei Monate ein Überschuss von 700.000 €.

Vorsichtiger Ausblick bleibt unverändert

Für die vorherrschenden globalen Lieferkettenprobleme sieht sich der LPKF-Vorstand derzeit gut gerüstet. So habe das Unternehmen seine Lagerbestände erhöht und könne die Nachfrage seiner Kunden trotz der allgemeinen Unsicherheiten bedienen, heißt es in der Unternehmensmeldung. Zwischen Januar und März holte der Lasersystem-Entwickler Aufträge im Wert von 24 Millionen € ein – gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 12%. Der Auftragsbestand kletterte damit auf 61 Millionen €.

Die weitere Geschäftsentwicklung sei wegen des derzeitig schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds jedoch nur eingeschränkt zu planen und vorherzusagen, heißt es weiter. Dabei verwies das Management insbesondere auf Probleme bei der Produktverschiffung, vor allem in der Solarsparte. Im vergangenen Jahr hatte LPFK seine Prognose wegen entsprechender Engpässe senken müssen.

Vor diesem Hintergrund rechnet der SDAX-Konzern für das laufende Jahr weiterhin mit einem Umsatz zwischen 110 und 130 Millionen €. Die EBIT-Marge soll ebenfalls wie schon kommuniziert in einer Spanne von 2 bis 7% landen. Für das zweite Quartal plant der Vorstand mit Erlösen zwischen 25 und 30 Millionen € sowie einem operativem Gewinn im Bereich von 1,5 bis 2,5 Millionen €.

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Starkes Interesse an LIDE-Technologie

Der Ergebniseinbruch und die gestrichene Dividende für 2021 haben LPKF-Anleger in den vergangenen Monaten vor eine harte Probe gestellt. Seit Jahresbeginn ist die Laser-Aktie bis zuletzt um die Hälfte eingebrochen.

Der Vorstand konzentriert sich in dieser schwierigen Marktphase jedoch unbeirrt auf die Weiterentwicklung des Unternehmens. Wie zu erwarten war, ist die Ware, die nicht planmäßig bis Jahresende 2021 ausgeliefert werden konnte, im ersten Quartal umsatzwirksam geworden. Der mittelfristige Ausblick bleibt von solchen Umschichtungen unberührt und entwickelt sich dank der starken Auftragslage derzeit sehr positiv.

So erhielt der High-Tech-Hersteller etwa einen lukrativen Folgeauftrag aus der Halbleiterbranche für sein LIDE-System – eine patentierte Technologie, mit der Dünnglas schnell, exakt und ohne Mikrorisse geschnitten werden kann. Mit dem Verfahren ließen sich etwa klappbare Smartphone-Displays aus Glas herstellen. Kurz darauf folgte eine Entwicklungsvereinbarung zur Glasbearbeitung mit einem der weltweit größten Display-Unternehmen.

Fazit: Ruhe bewahren

Bis sich das große Kundeninteresse an der LIDE-Technologie in den Büchern niederschlägt, dürfte es noch eine Weile dauern: Die Massenproduktion ist erst im kommenden Jahr geplant.

Bis es so weit ist, dürften LPKF-Kunden noch das ein oder andere Mal von Materialengpässen betroffen sein und Investitionen verzögern. Wenn der Vorstand dann wieder seine Prognose kürzt, heißt es für Anleger cool bleiben und nach Möglichkeit günstig aufstocken. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben.

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