Leoni: Für die Wallstreet ein klarer „Short“

von (mh)  /   21. Mai 2019, 17:36  /   unter Small Caps, Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Das Gegenteil einer famosen Performance liefert die Leoni-Aktie (WKN: 540888). Eine neue Hiobsbotschaft kommt am Dienstag aus Bankenkreisen. Das Bankhaus Lampe zieht die Reißleine, setzt Leoni auf „Verkaufen“ und revidiert das Kursziel von 21 auf 12 Euro. 

Viele Hedgefonds sind hier zuletzt verstärkt auf der Shortseite engagiert. Ein Ableger von Citadel, einer der größten Vermögensverwalter der Welt, und weitere namhafte Adressen der Hochfinanz setzen massiv auf fallende Kurse. Der Bordnetz-Ausrüster steht vor einem Kursverlauf, der schwindelig macht.  

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Nächster Analyst zieht Reißlinie

Für den gewohnt kritischen Analysten Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe bestehen berechtigte Zweifel, dass die Trendwende bei Leoni gelingt. Ludwig führt unter anderem die Verschuldungsproblematik und den defizitären Barmittelfluss als Gründe an.

Leoni sei in der denkbar schlechtesten Verfassung, um mit einer möglichen Rezession klar zu kommen, so Ludwig. Er verweist auf die schwächelnden globalen Automärkte. Allein der Markt in China für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren war im April um fast -15% rückläufig.

Ausgehend vom aktuellen 12-Euro-Kursziel müsste die Aktie garnicht so weit nach unten „übertreiben“, um in einstellige Kursregionen zu fallen.

Das Hauptproblem ist der Mittelabfluss. Leoni besorgte sich bereits im vierten Quartal kurzfristig Liquidität durch – nennen wir es – unorthodoxe Mittel, die ein Konzern mit ausreichender Cashgenerierung in der Regel nicht vornimmt (wir berichteten).

Die Aktie kann – auch vor dem Hintergrund immer neuer Hiobsmeldungen – kein Momentum entfachen und bleibt im Abwärtsstrudel gefangen.

Das neue Werk zur Kabelproduktion von Leoni in Merida, Mexiko. Quelle: Leoni

Für Citadel & Co. ein klarer Short – steht bald eine Kapitalerhöhung an?

Viele Hedgefonds waren hier zuletzt verstärkt auf der Shortseite engagiert. Citadel Advisors II LLC drückte in den vergangenen Tagen mit einer Verdoppelung der Shortposition auf 1,52% deutlich auf den Kurs. Ähnliche Aktivitäten waren zu beobachten bei Marshall Wace, die per Montag 3% der Leoni-Aktien leerverkauften.

Die Leoni-Aktie wurde seit Mai letzten Jahres von 57,30 Euro auf nun 13,665 Euro durchgereicht – am 2. Mai zahlten Anleger noch 20,70 Euro. Eine von Bankhaus Lampe-Analyst Ludwig in Aussicht gestellte, mögliche Kapitalerhöhung dürfte einen Boden nach unten darstellen, vor allem wenn diese groß ausfällt – allerdings stellt sich natürlich die Frage, wieviel Investoren bereit sind zu zahlen für eine Aktie.

Am 14. August legt Leoni die Zahlen für das erste Halbjahr vor.

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