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Leoni: Anleger kommen wieder ins Grübeln

Simon Ruic / 15.11.22 / 12:55

Der Autozulieferer Leoni (WKN: 540888) ist endgültig zurück in der Krise. Das zeigt der Quartalsbericht, den das Unternehmen am heutigen Dienstag vorgelegt hat. Da die Nürnberger bereits vor knapp zwei Wochen einen düsteren Ausblick gegeben haben, reagieren die Anleger auf das schwache Finanz-Update moderat: Die Aktie ist bis zum Mittag um knapp -1% auf 6,83 € gerutscht. Lohnt sich hier ein Investment noch?

Die Leoni AG mit Sitz in Nürnberg fertigt Drähte, Kabel und Bordnetz-Systeme für die Automobilindustrie. Nach vielen Jahren mit hohen Verlusten und negativen Cashflows sowie einem Konzernumbau schrieb der Zulieferer im ersten Quartal 2021 erstmals wieder schwarze Zahlen. Seit Anfang des Jahres hat das Unternehmen aufgrund der schwierigen Makro-Lage wirtschaftlich jedoch wieder zu kämpfen.

Vor knapp zwei Wochen hat der Autozulieferer die Anleger schonmal darauf eingestimmt, dass auch die Ergebnisse für das dritte Quartal aufgrund „anhaltender Lieferkettenstörungen auf Kundenseite“ stark beeinträchtigt würden. Am heutigen Dienstag haben die Nürnberger nun die entsprechend düsteren Zahlen geliefert.

Höhere Verluste, Umsatz legt leicht zu

So stieg unter dem Strich das Minus im Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 27 auf 88 Millionen €. Laut Unternehmensmitteilung machen neben den gestressten Lieferketten und volatilen Produktabrufen steigende Kosten für Material und Logistik der Industrie zu schaffen. Vorstandschef Aldo Kamper kommentiert:

Nicht zu Unrecht sprechen Experten vom perfekten Sturm, mit dem sich die Branche der Autozulieferer konfrontiert sieht.

Auch das EBIT vor Sondereinflüssen aus den fortgesetzten Aktivitäten hat sich deutlich verschlechtert: von -3 Millionen € im Vorjahr auf -56 Millionen €. Der Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen in den drei Monaten stieg hingegen um +7% auf 955 Millionen €. Dazu trugen neben organischem Wachstum den Angaben nach auch „vereinnahmte Kostenerstattungen“ bei. Der negative freie Cashflow (FCF) reduzierte sich im Vorjahresvergleich von -85 auf -63 Millionen €.

Prognose wieder einkassiert

Angesichts der massiven Gegenwinde hat Leoni den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt: So erwartet das Management aus heutiger Sicht nun einen Konzernumsatz von rund 3,8 Milliarden €. Das EBIT vor Sondereinflüssen soll demnach einen Verlust im hohen zweistelligen Bereich ausweisen.

Auf Jahressicht rechnen die Nürnberger nun mit einem FCF im hohen positiven zweistelligen Euro-Bereich, einschließlich des Boosts durch den Verkauf der BG IN Business Group. Der erwartete Effekt des Verkaufs der Kabelsparte BG AM auf den FCF ist dabei noch nicht berücksichtigt. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet.

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Finanzierung zunächst gesichert

Der neue Zwischenbericht von Leoni macht deutlich: Durch die internationalen Verwerfungen für das Geschäft der Kunden ist der Zulieferer zurück in eine Krise gerutscht. Das Management hat die Finanzen des Unternehmens in den letzten beiden Jahren aber auf solidere Beine gestellt – etwa mithilfe eines Restrukturierungs-Programms und Bankenkrediten.

Anfang Juli hatte sich Leoni mit den Geldhäusern grundsätzlich auf einen Refinanzierungsplan zur Verlängerung bestehender Finanzierungsinstrumente bis Ende 2025 geeinigt. Die Einigung sieht unter anderem vor, dass Nettoerlöse von bis zu 442 Millionen € aus dem Verkauf der Kabelsparte zum Schuldenabbau verwendet werden. Die Konsortialbanken können zudem einen Teil ihrer Darlehen in Eigenkapitalinstrumente umwandeln.

Weitere Korrekturen drohen

Leoni hat zuletzt an allen Ecken und Enden gespart, verkauft und umstrukturiert, um in diesem Jahr endlich wieder Nettoüberschüsse zu erzielen. Durch die teils radikalen Maßnahmen bestand zuletzt trotz der erheblichen Gegenwinde für das Unternehmen noch die Hoffnung, letztlich knapp in die Gewinnzone zu rutschen. Mit den heutigen Ergebnissen scheint diese Chance jedoch vorbeigezogen zu sein.

Die Leoni-Aktie hat seit Jahresbeginn knapp -40% an Wert verloren und dürfte in den kommenden Wochen angesichts der Aussicht auf neue Ergebnis-Korrekturen weiter abbauen. Bei Kursen von 6,80 € ist das Papier weiterhin kein Schnäppchen. Ich lasse die vorübergehenden Turbulenzen lieber vorbeiziehen, bevor ich hier ein Investment in Betracht ziehe.

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