Günther / 12.08.20 / 10:00

Goldpreis: Kurze Abkühlung vor neuen Rekordhochs über 3.000 USD

Der Goldpreis (WKN: 965515) muss gestern und heute heftig Federn lassen und gibt auf unter 1.900 USD nach. Auch bei Gold-Aktien wie Barrick Gold (WKN: 870450) überwiegt nun der Abgabedruck mit einem Kursrückgang auf 23 Euro im europäischen Handel, wobei die Aktie des bedeutenden Goldförderers ihr vorläufiges Hoch bereits Anfang Mai erreichte. Ein Niveau, das die Aktie zuletzt 2012 markierte. Das birgt Potenziale.

Nach einem Goldpreisanstieg von rund 100 USD in den letzten Wochen und fast 300 USD seit Mitte Juli, war der gestern erfolgte Rücksetzer nur eine Zeitfrage. Angesichts der letzten Rekordbewegungen beim Gold und den Minenaktien halte ich eine kurze Verschnaufpause vor einem weiteren Anstieg für gesund. Eine Korrektur hielt ich überdies seit Ende Juli, nach einem ersten erfolgreichen Anlauf knapp über der 2.000-Dollar-Marke, zumindest für relativ wahrscheinlich.

Auch Silber hat sich seine gesunde Verschnaufpause nach einem 20-Prozent-Wochenplus und dem kräftigsten Monatszuwachs seit mehr als 40 Jahren redlich verdient!

Unvermindert hatte sich der Höhenflug von Gold und Silber Anfang August fortgesetzt. Tags zuvor hatte die Gold-Nachrichtenplattform Kitco-News noch melden können:

Gold erreichte am frühen Donnerstagabend ein neues Hoch von 2089,40 USD, was wiederum auf den anhaltenden Anstieg von Silber zurückzuführen war, welches bei 29,90 USD fast die 30-Dollar-Marke erreichte.

Wer erinnert sich noch: Diese Höchststände gab es zum letzten Mal im Februar 2013 und sie wurden noch einmal übertroffen.

Goldpreis stößt in historische Dimensionen vor 

Nun, von diesen "alpinen Spitzen" haben sich die Gold- und Silberpreise in den letzten Handelsstunden der vergangenen Woche wieder etwas nach unten abgesetzt. Doch nach sieben abgelaufenen Monaten dieses wahrlich bewegten Jahres hat die Preisentwicklung allemal historische Dimensionen: Gold hat in diesem Jahr bereits mehr +35% im Kurs zugelegt. Selbst die beiden vergangenen Quartale haben es in sich: So stieg der Goldpreis in US-Dollar im ersten Quartal um 17 Prozent, nachdem er im zweiten Quartal ebenso zweistellig um 10 Prozent zulegte. Und: Gold erreichte auch Rekordhöhen in zahlreichen Währungen, darunter Euro, Renminbi, Pfund Sterling sowie in Rupien.

Korrektur oder weiterer Rallye-Modus

Kurzfristig war der Rücksetzer erwartet und wie der Anstieg leicht überhitzt wirkte, schmerzt Anleger nun auch die Korrekturbewegung. Bei einer deutlicheren Gegenbewegung 'gen Süden wie derzeit wären Kursniveaus um 1.900 USD eine erste Auffangzone. Nimmt der Markt dieses Niveau in den nächsten Stunden an, wären die kommenden Kursziele wieder bei 2.080 oder 2.100 USD zu sehen. Auch weiter darüber wäre ein längerer Anstieg bis zu den 2.180 USD möglich.

Tatsächlich interessiere ich mich selbst nur beiläufig für die Kursbewegungen beim Gold. Denn ich habe es schon seit Kursen von 300, 700, 1.000, 1.200 und bis zu 1.500 USD gekauft und sehe darum im 2.000-Dollarniveau nur ein Zwischenziel und weiteren Meilenstein auf dem unendlichen Pfad des Anstiegs, den der Goldpreis spätestens mit der Gründung der US-Notenbank im Jahr 1913 begonnen hat.

Seitdem steigt der Goldpreis unaufhörlich wie alle Anlageklassen und ist im Vergleich zum relativen Höchstwert von 1980 immer noch um Faktor 3-5 unterbewertet. Ein Ende der laufenden Goldpreisbewegung erwarte ich demnach nicht vor 5.000 und vermutlich eher über 10.000 USD pro Unze.

Rekordzuflüsse in Gold-Anlagen 2020

Selbst das sogenannte "Papiergold", also die goldgestützten ETFs, bestätigen den klaren Trend zu Gold. Die Zahlen zu den Zuflüssen in ETFs sprechen eine deutliche Sprache: Bei Gold sind seit inzwischen 30 Tagen ununterbrochen Zuflüsse festgestellt worden. Wieder ein noch nie dagewesener Rekord! Außerdem nahmen die Zuflüsse in Gold-ETFs beschleunigt im zweiten Quartal zu und trieben den Zugang im ersten Halbjahr 2020 auf rekordverdächtige 734 t der durch das Edelmetall gedeckten Menge. Somit waren die Zuflüsse im ersten Halbjahr über dem Rekordwert aus dem Jahr 2009 von 646 t. Insgesamt nahmen die weltweiten Bestände laut Gold Council auf 3.621 t zu.

Zugleich hat sich das Gold-Silber-Preisverhältnis von rund 70 bei Silber unter den langjährigen Schwellenwert von 80 bewegt, ab dem es noch deutlich als unterbewertet gilt.

Mit Blick auf die Ursachen für diesen rekordträchtigen und derartig einmalig fulminanten Gold- sowie Silberpreisaufschwung zur Jahresmitte 2020 werden immer wieder die üblichen "Verdächtigen" genannt:

• Die weltweite Reaktion der Zentralbanken und Regierungen auf die Pandemie in Form von Zinssenkungen und massiven Liquiditätsspritzen
• Ein sich abschwächender Dollar
• Eine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit vor den weiteren Risiken der Corona-Pandemie

Der stärkste Faktor waren mit Abstand die weltweiten QE-Maßnahmen

Seit Monaten legt die US-Notenbank praktisch täglich die kruden Zahlen auf den Tisch: Sie sprechen vom "Quantitative Easing" (QE) der Marke "Infinity", dem quasi unendlichen Gelddrucken durch die Zentralbanken. Und in der Tat ist die Liste der vergangenen QE-Programme sagenhaft:

• QE1: 1,7 Billionen US-Dollar
• QE2: 600 Milliarden US-Dollar
• QE3: 1,6 Billionen US-Dollar

Und zuletzt:

• QE4: 1,6 Billionen US-Dollar

Ähnlich großkalibrige Maßnahmen setzt die Europäische Zentralbank zeitgleich um, sodass die reinen Zahlen schon ein großes Erstaunen hervorrufen. Eine Absicherung in Gold macht darum für Anleger weiter Sinn. Schließlich leben die Zentralbanken diese Strategie vor und dies trotz beinahe täglicher Kritik an Goldkäufern, angesichts von steigenden Goldpreisen.

Die Nachfrage der Zentralbanken sei derzeit auf einem 50-Jahreshoch – wieder ein neuer Rekordwert!

Fakt ist, dass die US-Zentralbank Federal Reserve bereits in den Frühjahrswochen angeblich jede Sekunde rund 970.000 US-Dollar "druckte", um den Markt, wie Goldtelegraph.com schreibt, am Leben zu erhalten. Seit der vergangenen Finanzkrise 2008 haben sich die Zentralbanken von Nettoverkäufern zu Nettokäufern von Gold entwickelt.

Außerdem dürfte die Fed mit ihrer ultralockeren Geldpolitik in den kommenden Jahren die Kaufkraft des US-Dollar dramatisch beeinträchtigen, wie ich das schon seit Jahren vorhersage.

Wann kommen die nächsten Rekordmarken? 

War es das also mit dem jüngsten Goldpreis-Rekord über 2.000 USD? Erinnern Sie sich: Im Mai hatte die Bank of America (BoA) einen Goldpreis von 3.000 USD ausgerufen. Die Saxo Bank hatte das Preisziel noch einmal überbieten wollen.

Aber der Reihe nach: Zunächst hatten die Analysten für den Rohstoffbereich bei der zweitgrößten US-Bank den Goldpreis in den noch folgenden anderthalb Jahren sogar reif für ein Niveau um die 3.000 USD gehalten. Das wären auf dem aktuellen Stand noch einmal 50 Prozent Zuschlag. Etwas schmunzeln durfte man bei der Begründung der BoA für den Preisaufschlag. In dem Bericht heißt es:

Die Fed kann kein Gold drucken. 

Klar: Gold ist nicht in unbegrenztem Umfang verfügbar und die Geldpolitik der Zentralbanken könnte die Fiat-Währungen weiter deutlich abwerten, was die weitere Flucht in den sicheren Hafen Gold zusätzlich antreibt.

Einen drauf setzte die Saxo Bank: Sie toppte diese Goldprognose der BoA noch einmal um weitere 33%. Ihr Rohstoffexperte Ole Hansen sah vor Monaten für Gold im nächsten Jahr sogar ein weiteres Allzeithoch. Gold ist demnach drauf und dran zu seinem langfristigen Kursziel von 4.000 USD!

Ins Auge sprang diese Prognose aber eher mit einer unerhörten Vorhersage und mindestens ebenso spannenden Begründung der Saxobank-Experten:

Eine asiatische, von der AIIB unterstützte digitale Reservewährung senkt den US-Dollar-Index um 20% und schwächt den US-Dollar gegenüber Gold um 30%.

Sie sehen, neue Goldziele nach oben gibt es genug. Aber wie geht es kurzfristig weiter?

Goldminenaktien weiter günstig

Trotz des satten Goldpreisanstiegs weisen Goldminenaktien weiter das höchste Nachholpotenzial auf. Die Aktie von Barrick Gold, als Spiegelbild des Sektors, hat zuletzt Mitte Mai ein Hoch gebildet, von dem aus der Kurs zu einer zuweilen -10%-Korrektur ansetzte. Relativ dürfte das aktuelle Niveau darum wieder ein guter Einstiegsbereich sein. Schließlich notierte die Aktie beim letzten Zyklushoch im Sommer 2011, als der Goldpreis einmal an der 2.000-Dollar-Marke hängen blieb, knapp über 52 USD, während Sie die Aktie heute noch für 28 USD erwerben können, trotz eines signifikant niedrigeren Verschuldungsgrads, höherer Gewinnmargen und einem wesentlich besseren strategischen Management.

PLUS-Leser wissen Bescheid

Wer sich genauso sicher ist, wie ich es bin, der vor über einem Jahr in seinem Buch das aktuelle Szenario beschrieben hat, dass wir es mit einer globalen Inflationswelle zu tun bekommen, die nicht von starker Nachfrage, sondern von einer Entwertung des US-Dollars und dem totalen Untergang der angehängten Vasallen-Papierwährungen getrieben wird, und seine Familie und sich selbst vor dem drohenden Total-Bankrott schützen will, der sollte spätestens jetzt – in allerletzter Minute – ernsthaft über seine Anlagestrategie und Aktienanlagen nachdenken, bevor es noch später wird als ohnehin schon.

Meine Leser und ich befinden uns nun seit dem Jahr 2000 im zweiten großen Bullenmarkt und dieser startete gerade erst seine 4. Zykluswelle nach oben, wobei jeder Zyklus im Schnitt etwa +200% Gewinne brachte. Meine Auswahlpolitik wird immer besser, so dass meine Leser sich zuletzt über brachiale Gewinne freuten.

Testen Sie hier risikolos und 30 Tage mein Premium-Produkt

Erlauben Sie mir, dass ich Sie überzeuge. Wenn Ihnen das Produkt nicht zusagt, können Sie innerhalb von 4 Wochen jederzeit kündigen und erhalten Ihr Geld zurück!

Zugehörige Kategorien: Rohstoff-Aktien
Weitere Artikel
Kommentare
Yannick Eckert / 12.08.20 / 23:10 Uhr Sehr interessanter Artikel, wir haben auch etwas ins Gold gesteckt, als es im Tief war. Wir sind uns Unsicher, in wiefern ein Marktreifer Coronaimpfstoff den Goldpreis beeinflusst. Wenn dadurch die Wirtschaft wieder stabilisiert wird, wird er sich doch er nach unten orientieren. Da wieder die Wirtschaft mehr anreize schaffen, als Gold. Ihre Meinung dazu würdem ich mal interessieren. Mit freundlichen Grüßen, der Interessierte Leser ;-)
Günther Goldherz / 14.08.20 / 8:12 Uhr Danke für Ihre Frage. Grundsätzlich reagiert der Goldpreis immer verspätet auf monetäre Maßnahmen, darum steigt der Goldpreis seit 20 Jahren, seit die Politik des leichten Geldes, mit dem Beginn der Asienkrise 1997 begonnen hat. Dieser Trend ist langfristig und hat nicht nur mit dem Coronavirus zu tun. Einen Impfstoff halte ich auch nicht für entscheidend, zur Wirtschaftsstabilisierung, denn die geldpolitischen Maßnahmen und Defizite werden weiter wirken, so dass ich wenig Hoffnung habe, dass die Regierungen jemals wieder zu einer gesunden Wirtschaftspolitik zurückkehren werden, sondern den Großteil der Restkaufkraft zerstören werden.