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Günther / 20.04.21 / 15:57

Digitales Gold: Vorsicht vor Betrug mit Krypto-Gold-Anlagen

Gold und Bitcoin drohen zu zwei Parallelwelten zu werden. Die Goldanleger wollen am Irdischen festhalten, während die Bitcoin-Anhänger schon in intergalaktische Begeisterungsstürme verfallen, sobald nur ein neuer Coin oder Token entsteht. Warum finden goldgedeckte Kryptowährungen noch immer so wenig Anhänger? Heute will ich versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Im Januar 2009 hat eine neue Anlageklasse das Licht der Börsenwelt erblickt. Für viele Krypto-Verfechter gibt es seitdem nur noch eins: den Bitcoin. Der missglückte Ausbruchsversuch 2017/2018 zog eine mehrjährige Abwärtsbewegung nach sich. Doch die Sympathisanten der Szene hegten keine Zweifel, noch immer halten sie unverändert an ihrem virtuellen "Gold" fest. Der erneute Durchbruch des Bitcoins und Co. Ende letzten Jahres ist unter anderem institutionellen Anlegern wie Michael Sailer, CEO des Technologieunternehmens MicroStrategy, zu verdanken. Auch PayPal gebührt Dank, da diese Transaktionen mit Bitcoin zuließen.

Sentiment lässt Bitcoin in ungeahnte Höhen fliegen

Aus allen Richtungen strömen durch und durch positive Analystenmeinungen und einige selbsternannte YouTube-Experten überbieten sich täglich gegenseitig mit neuen Kurszielen für ihre geliebten Coins. Mit welchen fundamentalen Daten sie diese Kursziele jedoch begründen, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, Bitcoin und Co. sind gekommen, um zu bleiben. Und sie sind eine interessante Spekulation für Anleger, die den Nervenkitzel suchen und damit entweder schnell viel Geld verdienen oder verlieren möchten.

Bargeld oder Kryptowährung?

Auf dem Weg in die absolute Digitalisierung drängt sich auch der Gedanke der Bargeldabschaffung in den Vordergrund. Ganz zu schweigen, was diese für fatale Konsequenzen nach sich ziehen würde, so rückt doch die Einführung einer digitalen Währung in den kommenden Jahren in greifbare Nähe. Welcher Krypto wäre in diesem Sinne nun als Währung mit tatsächlichem Wert geeignet?

Um jedoch Spekulationen vorzubeugen, ich glaube nicht, dass sich eine bestehende Kryptowährung als offizielle digitale Währung innerhalb eines Landes, Wirtschaftsraums oder global durchsetzen wird. Warum sollten die Staaten und Zentralbanken ihr Geldmonopol aufgeben und Anleger bereichern wollen?

Wahrscheinlicher bleibt darum eine gänzlich neue digitale Währung, die aus dem Nichts oder auf Grundlage bestehender Technologien erschaffen wird.

Gleichwohl bleiben die bekannten Coins wie Ethereum und Bitcoin weiterhin als alternative Anlageklasse unter sich. Wobei ich mit dieser Definition gar nichts über den künftigen Wert aussagen möchte, der natürlich, wie jede Anlageklasse, ebenso kollabieren und längere Zeit sogar in Vergessenheit geraten könnte.

Um einen vergleichbaren Wertverlust wie beim US-Dollar seit Ende des Goldstandards zu vermeiden, stellt sich eine ganz andere Frage: Wäre eine mit physischem Gold hinterlegte Digitalwährung eine mögliche Alternative?

Goldhinterlegte Kryptos als Alternative zu physischem Gold

Abgesehen davon, dass Krypto-Jünger den Wert des Bitcoins immerzu mit seiner dezentralen Eigenschaft und begrenzten Anzahl begründen, bleibt argumentativ nicht viel mehr hinzuzufügen. Außer vielleicht der Tatsache, dass die Zahl der Kryptowährungen unendlich vermehrt werden kann. Darum ist das Argument einer knappen Verfügbarkeit, für mich, so abstrus, wie die knappe Verfügbarkeit von Sand, anhand einer Sanduhr zu erklären.

Wie wäre es stattdessen mit einer mit physischem Gold hinterlegten Kryptowährung?

Der dezentrale Aspekt sollte erhalten bleiben sowie auch die beschränkte Anzahl, da Gold ebenfalls nicht beliebig vermehrbar ist. Dazu wäre der Wert fundamental begründbar.

Der entscheidende Vorteil dieser Gold-Tokens ist die Lagerung. Sie sind mit dem Kauf eines dieser Tokens zu 100 Prozent im Besitz des Goldes, das für Sie in Tresoren gelagert wird. Oder haben sie unter Ihrem Kopfkissen Platz für ein Kilo Gold?

Das Perth Mint Gold Token (PMGT) ist durch Gold in der Münzanstalt Perth Mint der westaustralischen Regierung gedeckt. Die Zertifikate sind zu 100 Prozent gedeckt und können jederzeit vollständig in physisches Gold eingelöst werden.

Andreas Ruf, CEO von InfiniGold, sprach über den Wert der Hinterlegung von Token mit physischen, staatlich verifizierten Goldbarren:

Da Perth Mint die größte Raffinerie für neu abgebautes Gold in der Welt ist, haben wir mit dem Perth Mint Gold Token eine noch nie dagewesene Liquidität auf den Markt gebracht. Wir haben nicht einfach ein paar Goldbarren gekauft, sie in einen Tresor gelegt und sie dann in Token umgewandelt. Wir können auf Gold im Wert von Milliarden von Dollar zugreifen, das bei der Perth Mint gelagert wird.

Grundsätzlich eine gute Idee. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass die Perth Mint in den letzten Wochen vermehrt negativ in die Schlagzeilen geriet, weil sie ihre Lieferengpässe beim Silber herunterspielen wollte und einige Anleger offenbar die Erfahrung gemacht haben sollen, bei der Auslieferung ihres Silbers vertröstet oder mit Barren aus China beliefert worden zu sein.

Ob diese Mutmaßungen alle stimmen, kann ich nicht prüfen, aber ich nehme die jüngsten Meldungen diesbezüglich sehr ernst und rate eher dazu in Gold zu investieren, das unabhängig von Regierungen ausgegeben wird.

So gibt es noch weitere Krypto-Gold-Tokens, über die Sie sich informieren sollten.

DigixGlobal (DGX) ist ein goldgedeckter Krypto-Token, der von DigixGlobal mit Sitz in Singapur ausgegeben wird. Jeder Token entspricht einem Gramm Gold. Die durch die Bullion Association versicherten Bestände werden in Tresoren in Kanada und Singapur aufbewahrt. Es fällt hier keine Lagergebühr an, lediglich für den Umtausch der Token in physisches Gold fällt eine Gebühr von einem Prozent an. Dieses Unternehmen steht mit knapp 6 Millionen Dollar Marktkapitalisierung erst noch am Anfang seiner Entwicklung.

PAX Gold (PAXG) ist ein durch London Good Delivery gedeckter Token, welcher auf der Ethereum-Blockchain basiert. Das hinterlegte Gold wird von Paxos verwahrt, doch der Inhaber des Tokens besitzt auch hier das volle Eigentumsrecht.

Tether Gold (XAUT), der vom größten US-Dollar gedeckten Stablecoin-Emittenten entwickelte Gold-Token und ebenfalls physisch durch London Good Delivery Goldbarren abgesichert, basiert auf der Tron- und Ethereum-Blockchain. Er ermöglicht es Anlegern, Transaktionen live via Etherscan zu verfolgen und die Seriennummern ihrer zugewiesenen Goldbarren einzusehen. Das XAUT Token ist beispielsweise auf der Kryptobörse Bitfinex gelistet.

Das australische Startup Meld Gold hat sich mit dem Blockchain-Protokoll Algorand zusammengetan, um einen dezentralen Gold-Token zu schaffen. Meld Gold will sich in die bestehende Gold-Lieferkette integrieren, um mehr Transparenz und einen schnelleren Handel zu gewährleisten. Mit der geschaffenen Plattform sollen Anleger sowohl mit physischem- als auch mit digitalem Gold handeln können.

Vorsicht vor falschem Krypto-Gold!

Falls Sie den Kauf eines solchen Gold-Tokens in Betracht ziehen sollten, ist jedoch Vorsicht geboten. Vor dem Kauf sollten Sie das betreibende Unternehmen genau unter die Lupe nehmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dubiose Unternehmen eine eigene Kryptowährung ohne richtiges Konzept und Geschäftsmodell auf den Markt loslassen, um unerfahrenen Investoren das Geld aus den Taschen zu ziehen.

So machte ich jüngst nach meiner Analyse des DIGau Tokens, den ich von der Idee her sogar recht spannend fand, weil er zuletzt in einem Bloomberg-Artikel als goldgedecktes Kryptogold vorgestellt wurde, eine erschreckende Entdeckung. Bloomberg veröffentlichte vor wenigen Tagen einen Artikel mit folgender Schlagzeile:

New Yorker Real Estate Mogul sichert 6 Milliarden Dollar in Gold, um neue Cryptocurrency zu unterstützen.

Aus einer Pressemeldung von Digital Gold (DIGau) geht hervor:

Der Token, der nun als "DIGau" bekannt sein wird, wird durch ein Minimum von 6 Milliarden US-Dollar an Goldreserven gesichert, die an Dignity Gold unter Treuhandverträgen und einer Verpfändungs- und Sicherheitsvereinbarung verpfändet wurden. Zum 26. März 2021 entsprach dies 3.442.144 Unzen Goldreserven.

Das an Dignity Gold verpfändete Gold, von dem ein Teil der Dignity Corporation zur Verfügung gestellt wird, soll durch Reserven in mehreren Gold- und Edelmetallminen in den Vereinigten Staaten besichert sein. Das Gold befindet sich allerdings nicht in Barrenform, sondern liegt derzeit in Abraumhalden und alluvialen Seifenlagerstätten, mit deren Abbau noch in diesem Jahr begonnen werden soll.

Für den erfahrenen Gold- & Mineninvestor ist sofort klar, was hier vor sich geht: Goldreserven im Boden sind höchstens einen Bruchteil des Goldpreises wert.

Jedoch sind diese Informationen für einen Laien sehr missverständlich ausgedrückt.

In der Pressemitteilung ist von 6 Milliarden Dollar Goldreserven die Rede

So sind Goldreserven nicht, wie sich etwa vermuten lässt, in einem Tresor gelagert, sondern befinden sich noch im Boden. Im allgemeinen Bergbaukontext bezeichnen Reserven Gold im Boden, das wirtschaftlich abgebaut werden kann.

Das heißt konkret, das von Digital Gold hinterlegte Gold ist aktuell weder abgebaut, noch verarbeitet worden. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Folglich können Sie sich bei dem Kauf dieses Tokens auch nicht Ihr Gold ausliefern lassen.

Wie kommt Digital Gold auf einen Wert von 6 Milliarden USD?

3.442.144 Unzen Goldreserven x ~1750 (Goldpreis) = ~ 6 Milliarden USD

Doch ist Gold, das sich noch im Boden befindet, weitaus weniger wert, als suggeriert wird.

Über den wahren Wert von Goldreserven lässt sich immer viel diskutieren. Doch im jungen Explorations- oder Entwicklungsstadium dürfte der Wert nur selten über 100 US-Dollar pro Unze liegen. Wie die folgende Grafik zeigt, wurden in den letzten Jahrzehnten 80 Prozent der Goldprojekte für unter 90 US-Dollar pro Unze übernommen oder 5 Prozent des aktuellen Goldpreises.

Wer will schon die Katze im Sack kaufen?

Von solchen Deals sollten Sie ausdrücklich die Finger lassen. Das Risiko, Ihr gesamtes Investment zu verlieren, ist viel zu hoch.

Meine Einschätzung: Das sind die besten Gold-Anlagen

Aktuell mangelt es dem Markt nicht an mutmaßlich goldgedeckten Kryptowährungen. Dennoch hat es bisher kein Gold-Token geschafft, sich erfolgreich zu etablieren. Stattdessen gab es eher mehr Probleme als Erfolge zu feiern. Die geringe Liquidität, der Nachweis der hinterlegten Reserven und die Abhängigkeit von zentralen Parteien führen letzten Endes dazu, dass der eigentliche dezentrale Zweck von Kryptowährungen nicht mehr gewährleistet werden kann.

Als Goldanleger finde ich, dass die rein dezentrale Verwaltung einer virtuellen Coin-Sammlung keinen Sinn macht, wenn man nicht an die reale Güterwelt andockt.

Es wäre deshalb wünschenswert, wenn bestehende seriöse Anbieter und Lagerhäuser weitere goldgedeckte Gold-Tokens anbieten, mit denen man zum Beispiel auch ein Zugriffsrecht auf die Lagerbestände in verschiedenen überregionalen oder globalen Lagerhäusern erwirbt. Ein verlässlicher Gold-Token wäre sicher eine Alternative zum zentral verwalteten Banken-Kartell, die schon länger unter Verdacht stehen, die Gold- und Silberpreise zu ihren Gunsten zu manipulieren und lediglich ungedeckte Schuldscheine in Umlauf zu bringen, auf denen das Wort Gold nur gedruckt wird.

Bis dahin kommen Anleger um das physische im Eigenbesitz befindliche und vertrauenswürdig auf den eigenen Namen eingelagerte Gold nicht herum.

So investiere ich mein Geld in Gold

Die bisherigen Alternativen zu physischem Gold sind geprüfte physisch hinterlegte ETFs, die Anlegern immer ein Auslieferungsrecht bieten müssen, wie es die ZKB oder Sprott Securities tun.

Zum Schluss möchte ich Ihnen die Illusion nehmen, dass die Masse der Anleger einfach von heute auf morgen ihre billionenschweren Vermögen wie Immobilien, Anleihen, Aktien oder Liquidität in Edelmetalle umschichten könnte, um sich vor Repressionen wie Vermögensabgaben, Enteignung oder Steuern zu schützen.

Würde man Gold als letzten Anker der Währungssicherung sehen, wie es auch viele Zentralbanken formulieren, ließen sich je nach Schätzung Goldpreise von weit über 10.000 USD pro Unze rechtfertigen.

Niemand kann das überhaupt seriös berechnen, in einer Welt, in der die Geldmengen und Zentralbankvermögen bereits vertikal steigen. Selbst 100.000 US-Dollar Goldpreise sind, unter bestimmten Voraussetzungen, keine Illusion, sondern ein Szenario, das Sie auf dem Schirm haben sollten.

Bloomberg berichtete letzten Sommer, dass der Preis von Gold-Futures gegenüber dem Goldpreis einen Aufschlag verzeichnete, wie es ihn seit über 40 Jahren nicht mehr gegeben hatte, da die Kontrakte nicht mehr physisch in New York City abgewickelt werden konnten, was dem Ausbruch der Pandemie zugeschrieben wurde. Wobei ebenso die Argumentation zutreffen könnte, dass das Gold in Notzeiten in festen Händen liegt und zu Ramschpreisen gar nicht mehr den Weg an die internationalen Börsen finden wird.

Letztlich ist für Ihre erfolgreiche Spekulation mit Gold entscheidend, ob Sie die Ware Gold als knapper einschätzen als die Gier der Anleger?

Sie kennen meine Antwort bereits.

Wer die preiswertesten Goldanlagen sucht, sollte auch eine Investition in sehr günstige Minenaktien tätigen, bei denen Anleger sich ebenfalls sehr günstig an Goldvorkommen beteiligen können – je nach Entwicklungsstadium teils für 10 bis 20 US-Dollar pro Unze und drunter.

PLUS-Leser bezahlen für 14 Milliarden US-Dollar Gold nicht einmal 100 Millionen US-Dollar

Kürzlich stellte ich meinen Lesern einen Goldexplorer vor, der mit über 8 Millionen Unzen Gold im Wert von mehr als 14 Milliarden US-Dollar, eines der Monsterprojekte besitzt, das in den nächsten Jahren in Produktion geführt werden kann. Die Marktkapitalisierung der Aktie lag zum Zeitpunkt der Vorstellung bei 90 Millionen US-Dollar oder knapp über 11 US-Dollar pro Unze Gold, wobei das Explorationsteam mit Hochdruck neue Vorkommen findet und die Projekte erweitert, um in Richtung einer Größenordnung von über 10 Millionen Unzen Gold vorzudringen. Diese Entwicklungen lassen in den nächsten drei Jahren ein Renditepotenzial zwischen +800% bis +2.200% zu.

Niemand im Goldsektor kennt meinen neuen Favoriten, weil die Aktie in Privatanlegerkreisen praktisch gar nicht diskutiert wird:

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