Boeing: Was die erneute Panne für Anleger heißt

25.08.23 um 14:36

Die Boeing-Aktie (WKN: 850471) sackte im US-Handel am Donnerstag um fast -5% ein und entfernte sich damit weiter von ihrem Anfang August aufgestellten Jahreshoch. Was steckt hinter dem ungewöhnlich hohen Kursverlust des US-Flugzeugbauers?

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ℹ️ Boeing vorgestellt

The Boeing Company ist ein US-amerikanischer Luft- und Raumfahrtkonzern. Das Produktspektrum von Boeing reicht von Flugzeugen und Hubschraubern über Satelliten bis zu Raketen und Raumschiffen. Gemeinsam mit dem europäischen Wettbewerber Airbus bildet der Konzern ein Duopol für Großraumflugzeuge. Das in Arlington im US-Bundesstaat Virginia ansässige Unternehmen notiert im US-Leitindex Dow Jones Industrial und hat einen aktuellen Börsenwert von 131 Milliarden US$.

Die Pannenserie geht weiter

Nachdem Boeing bereits in der Vergangenheit mit großen Problemen bei der Produktion des Flugzeugmodells 737 Max zu kämpfen hatte, gibt es nun eine weitere böse Überraschung. Bei Bauteilen, die eine Rolle für die Aufrechterhaltung des Kabinenluftdrucks spielen, wurden Löcher an Stellen entdeckt, wo sie nicht hingehören.

Was beim ersten Hinhören nach einem katastrophalen Problem klingt, stellt jedoch nach Einschätzung der US-Luftfahrtbehörde FAA kein unmittelbares Sicherheitsrisiko dar. Die Löcher in den hinteren Druckschotts befinden sich am Ende des Flugzeugrumpfs und werden durch die Bordküche und die Toiletten abgedeckt.

Verantwortlich für die Panne ist Boeings wichtigster Zulieferer Spirit Aerosystems. Das Unternehmen fertig rund 70% der Rumpfteile. Bereits im April verursachte Spirit mit Fertigungsmängeln eine zeitweise Aussetzung der Produktion der 737-Modellreihe.

Ein charttechnischer Wendepunkt

Charttechnisch befindet sich die Boeing-Aktie nun an einem Wendepunkt. Sollte der Aktienkurs in den kommenden Tagen weiter fallen, würde eine wichtige Trendlinie nach unten durchbrochen und es droht sogar ein Absturz auf ein neues Jahrestief bei ca. 195 US$.

Kurzfristig abwarten, langfristig einsteigen

Mit welchem Zeit- und Kostenaufwand die Behebung der Mängel verbunden ist, werden erst die kommenden Wochen zeigen. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um ein gravierendes Problem, doch es ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die Boeing seit langem vorwerfen, seine Lieferkette nicht im Griff zu haben.

Die 737-Modellfamilie ist die wichtigste Baureihe für den US-Konzern. In diesem Jahr will Boeing 400 bis 450 737-Maschinen an seine Kunden übergeben. Ob dieses Ziel noch haltbar ist, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen.

Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund, die weitere Entwicklung der Boeing-Aktie in den kommenden Tagen abzuwarten. Bei einem stärkeren Kursrückgang kann die Gelegenheit zum Einstieg genutzt werden. Die langfristigen Perspektiven der Luftfahrtindustrie sind aus meiner Sicht nach wie vor ausgezeichnet.

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