BioNTech: Rebound wirkt überfällig...

Kersten
19.01.22 um 12:06

Die Aktie von BioNTech (WKN: A2PSR2) hat in den letzten Wochen eine Korrektur von bis zu -55% auf aktuell um die 150 € hingelegt. Als Grund wird immer wieder die Omikron-Variante aufgeführt, die deutlich schwächere Symptome aufweist. Zuletzt belastete eine Studie aus Israel das Papier zusätzlich. Wie geht es weiter mit dem Mainzer Impfstoffhersteller?

BioNTech ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von patientenspezifischen aktiven Immuntherapien zur Behandlung von Krebs sowie anderen schweren Krankheiten fokussiert. Forschungsschwerpunkte der in Mainz („An der Goldgrube 12“) ansässigen Gesellschaft sind Medikamente auf Basis von mRNA für den Einsatz als individualisierte Krebsimmuntherapien gegen Infektionskrankheiten, als Impfstoffe sowie als Proteinersatztherapien bei seltenen Krankheiten.

Israel-Studie belastet

Die kürzlich veröffentliche Studie mit 150 Teilnehmern verdeutlicht den Effekt der vierten Booster-Impfung mit dem Impfstoff aus dem Hause BioNTech & Pfizer. Das Resultat dieser Studie ist für den weiteren Vertrieb der Impfstoffe verheerend. Denn die Teilnehmer hatten nach der vierten Impfung keinen erhöhten Schutz gegen die Omikron-Variante, als es vergleichsweise durch die dritte Impfung gegeben war.

Omikron-Vakzin als Lösung

Anleger hoffen auf einen bald zur Verfügung stehenden Impfstoff, der speziell auf die Omikron-Variante angepasst ist. So äußerte sich BioNTech-CEO Ugur Sahin sehr zuversichtlich und rechnet mit einer Marktreife des neuen Impfstoffs bereits im März:

Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen.

Sollten sich erste Vermutungen von Experten bewahrheiten, dass die Omikron-Variante das Ende der Pandemie einläuten könnte, würden deutlich weniger Dosen benötigt werden. In diesem Fall würde Covid-19 wie eine normale Grippe behandelt werden. Mit Spanien hat das erste Land der EU diese Entscheidung bereits getroffen. Wie viele Menschen sich dann mit dem neuen Impfstoff impfen lassen, bleibt fraglich.

Bis zu 4 Milliarden Dosen geplant

In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit der Produktion von bis zu 4 Milliarden Dosen des Impfstoffs Comirnaty. Insgesamt soll so ein Umsatz von bis zu 17 Milliarden € erzielt werden. Das Erreichen dieses Ziels hängt stark von dem weiteren Verlauf der Pandemie ab. Gelingt es den Mainzern, alle geplanten Dosen mit der geplanten Marge zu verkaufen, ist die aktuelle Marktkapitalisierung von 36 Milliarden € gering. Darüber hinaus befinden sich BioNTech und Pfizer aktuell in Gesprächen für weitere Lieferverträge in den folgenden Jahren.

Für Anleger bleibt das Papier – trotz der aussichtsreichen und breiten Pipeline – aktuell eine Wette auf den weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie. Beendet die Omikron-Variante diese, wird es für das Unternehmen schwer werden, die geplanten 4 Milliarden Dosen zu veräußern. Nichtsdestotrotz ist nach der heftigen Korrektur zumindest ein charttechnischer Rebound überfällig.

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