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Frank / 14.01.22 / 9:38

BioNTech: Goldene Zeiten vorbei?

Die Aktie von BioNTech (WKN: A2PSR2) war im vergangenen Jahr mit einem Kursvervielfacher einer der absoluten Highflyer weltweit. Doch mit der Herrlichkeit des Impfstoffherstellers aus Mainz scheint es vorerst vorbei. Seite Ende November hat das Papier -50% eingebüßt, allein gestern brach es um -8,10% auf 202,99 US$ ein. Wo liegen die Gründe und wie geht es weiter?

BioNTech ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von patientenspezifischen aktiven Immuntherapien zur Behandlung von Krebs sowie anderen schweren Krankheiten fokussiert. Forschungsschwerpunkte der in Mainz („An der Goldgrube 12“) ansässigen Gesellschaft sind Medikamente auf Basis von mRNA für den Einsatz als individualisierte Krebsimmuntherapien gegen Infektionskrankheiten, als Impfstoffe sowie als Proteinersatztherapien bei seltenen Krankheiten.

Zu weltweitem Ruhm gelangt

Corona, immer wieder Corona: Das Virus hat der zuvor gänzlich unbekannten Firma BioNTech, die gemeinsam mit Pfizer einen höchst wirksamen Impfstoff entwickelt hat, zu weltweitem Ruhm und einem wahren Geldsegen verholfen. Nebenbei hat sich auch die Stadt Mainz gefreut, denn BioNTech hat mit seinen Steuerzahlungen die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt praktisch im Alleingang massiv entschuldet.

So paradox es klingt, ist aber eben dieses Coronavirus dafür verantwortlich, dass es mit dem Aktienkurs der Mainzer Biotech-Schmiede seit geraumer Zeit wieder kontinuierlich bergab geht. Genauer gesagt ist es die Omikron-Variante. Neue Studien zeigen, dass Omikron zwar erheblich ansteckender ist und die Infektionszahlen in die Höhe schnellen lässt, aber gleichzeitig auch ungefährlicher ist als die vorherige Delta-Variante.

Kommt die gesetzliche Impfpflicht?

Zudem hadert und diskutiert man nicht nur in Deutschland mit einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht – die natürlich BioNTech und seinem US-Partner Pfizer weitere massive Profite bescheren würde – sondern auch in den USA. Dort hat der Supreme Court gerade eben erst eine von Präsident Joe Biden verfügte Impf- oder Testpflicht vorerst gestoppt.

BioNTech hat Anfang November 2021 mitgeteilt, dass bis dahin insgesamt 2 Milliarden Dosen des Impfstoffs Comirnaty in weltweit 152 Länder und Gebiete ausgeliefert wurden. Für dieses Jahr rechnet die Firma mit ihrem Partner Pfizer mit Kapazitäten zur Herstellung von bis zu 4 Milliarden Dosen in ihren mehr als 20 Produktionsstätten auf vier Kontinenten. Das soll Umsätze von 13 bis 17 Milliarden € einspülen. Zudem laufen Verhandlungen mit Regierungen für die Jahre 2023 bis 2025.

Was für Investoren entscheidend ist

Die entscheidende Frage für Investoren ist aber natürlich die, ob sich die Corona-Pandemie durch die Omikron-Variante mittelfristig mehr oder weniger erledigt hat – und genau das wird so gesehen und längst eingepreist, wodurch die drastischen Kursrückgänge bei BioNTech und anderen Impfherstellern zu erklären sind.

Wer nicht längst seine satten Gewinne eingestrichen hat und weiterhin auf die Aktie setzt, dem sollte klar sein, dass nach dem Milliardenregen durch den Corona-Impfstoff erstmal nichts Vergleichbares kommt.

Beeindruckende Pipeline

BioNTech ist natürlich viel mehr als nur Corona. Das Unternehmen verfügt über eine diversifizierte Pipeline mit mehr als 20 Produktkandidaten, basierend auf vier Wirkstoffklassen, für die Behandlung von Krebs- und Infektionskrankheiten.

Sämtliche Kandidaten befinden sich jedoch aktuell in den Phasen 1 bis 2 oder erst im vorklinischen Stadium, so dass noch Jahre der (kostenintensiven) Forschung bis zur möglichen Zulassung notwendig sein werden.

Fazit: Hier ist Geduld erforderlich

Wer weiterhin auf die Kapazitäten der bahnbrechenden mRNA-Technologie setzt und bei BioNTech an Bord bleiben will, der muss sich folglich darüber im Klaren sein, dass die Bäume hier nicht mehr in den Himmel wachsen, sondern dass er viel Geduld mitbringen muss.

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Kommentare
BioInvestor / 14.01.22 / 10:37 Uhr Ist dem Autor dieses Artikels bekannt, dass in der Onkologie bereits nach Abschluss einer Phase 2 Studie eine vorläufige Zulassung erfolgen kann (die Phase 3 Studie kann später nachgeholt werden)? Die Aussage, dass noch Jahre der kostenintensiven Forschung vergehen werden, bis eine Zulassung möglich ist, ist in Anbetracht mehrerer, sich in Phase 2 befindlichen Krebsstudien nicht haltbar.
Frank / 14.01.22 / 10:43 Uhr Hallo Gunila, ja, das ist dem Autor sehr wohl bekannt. Es stellt sich aber natürlich die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass diese theoretische Option auch eintrifft. Ich bin da ehrlich gesagt eher skeptisch. Viele Grüße, Frank
Günter / 14.01.22 / 21:27 Uhr Diese Pandemie kann nur mit Impfstoffen zurückgedrängt werden,auch die Omikron-Variante.Es gibt noch Milliarden Ungeimpfte Menschen auf der Welt,die sich noch jahrelang impfen lassen müssen.BioNTec gilt immer noch als der beste Impfstoff,die Produktr der Pipeline kommen noch hinzu.Ich glaube der n Abgesang auf BioNTec kommt zu früh und ist spekulativ veranlasst.Ich habe meine Bestände laufend aufgestockt
Frank / 16.01.22 / 16:07 Uhr Hallo Günter, wie kommst Du darauf, der Artikel wäre ein "Abgesang" auf BioNTech? Das ist er keinesfalls, es steht ja entsprechend ein Fragezeichen in der Schlagzeile, und dort heißt es "goldene Zeiten vorbei?". Die Frage, ob weiterhin so exorbitante Kurssprünge wie in der Vergangenheit möglich sind und ob sie angesichts einer Marktkapitalisierung von 47,5 Milliarden US$ gerechtfertigt wären, muss man (sich) doch unbedingt stellen, vor allem, wenn man hier investiert ist oder aufstocken oder einsteigen möchte?! Was Du außerdem mit "spekulativ veranlasst" meinst, verstehe ich nicht. Ich halte keine Position in BioNTech und habe auch nicht vor, eine zu eröffnen. Da gibt es für mich wesentlich bessere Alternativen. Viele Grüße, Frank