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Bilfinger: Auf die Top-Dividende bleibt Verlass

Simon / 11.05.22 / 13:18

Der Industriedienstleister Bilfinger wächst zum Auftaktquartal kräftig, rutscht aufgrund seines Russland-Rückzugs jedoch in die Verlustzone. Die Aktie sackt bis zum Mittag um -6,5% auf 32,23 € ab. Bei der heutigen Hauptversammlung schlägt das Unternehmen eine Dividende vor, bei der der gemeine DAX-Anleger vor Neid erblassen dürfte.

Bilfinger mit Sitz in Mannheim hat sich vor Jahren infolge zahlreicher Akquisitionen von einem Baukonzern zu einem Industriedienstleister gewandelt. Das Unternehmen plant, implementiert und überwacht Bauprojekte überwiegend in den Bereichen Petrochemie, Chemie, Pharma oder Zement. An der Börse hat der SDAX-Konzern derzeit einen Wert von 1,4 Milliarden €.

Rote Zahlen wegen Russland-Rückzug

Eine starke Kundennachfrage hat Bilfinger im Auftaktquartal ein zweistelliges Umsatzplus beschert. Rückstellungen wegen des Russland-Rückzugs drückten jedoch das operative Ergebnis, sodass unter dem Strich ein Verlust anfiel. Auch wenn der Industriedienstleister seine Ziele für das Gesamtjahr bestätigte, brach die Aktie am Vormittag um -6,5% auf 32,23 € ein.

So kletterten die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 15% auf 961 Millionen €, wie das Unternehmen am Mittwochmorgen mitteilte. Nachhaltige Industriedienstleistungen in der Chemie und Petrochemie seien den Angaben nach besonders gefragt gewesen.

Ergebnisseitig lief das Tagesgeschäft demnach zwar gut; die Kosten durch den Rückzug aus dem Russland-Geschäft hätten sich jedoch negativ ausgewirkt. Der operative Gewinn (EBITA) verharrte daher im Vorjahresvergleich unverändert bei 9 Millionen €. Netto entstand ein Fehlbetrag von 6 Millionen € – der erste Quartalsverlust seit dem Corona-Jahr 2020. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch von einem Sondereffekt aus dem Verkauf des Immobiliendienstleisters Apleona sowie Zinsen auf Steuererstattungen profitiert und einen Überschuss von 10 Millionen € ausgewiesen.

Prognose bestätigt, Nachfrage nach grüner Energie steigt

Für das laufende Jahr rechnet Bilfinger weiterhin mit einem deutlichen Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden €. Auch beim Betriebsergebnis (EBITA) sollen die 121 Millionen € aus dem Jahr 2021 klar übertroffen werden. Unter dem Strich erwartet das Management jedoch einen deutlich niedrigeren Konzerngewinn als die 130 Millionen € im Vorjahr, als die Mannheimer noch vom Verkauf von Immobilien profitiert hatten. Die von Marketscreener befragten Analysten schätzen den Überschuss für 2022 im Schnitt auf 88,1 Millionen €.

Mittelfristig erwartet Bilfinger bei seinen Kunden größere Investitionen vor allem im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und Batterien. Die Nachfrage nach grüner Energie wie etwa Wasserstoff und Kohlenstoffabscheidung entwickele sich ebenfalls gut und in einigen Ländern lebe zudem die Kernkraft wieder auf.

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Baumanagement für die Elektromobilität

Mit Thomas Schulz hat Bilfinger seit dem 1. März einen neuen Unternehmenschef, der zuvor die Geschicke eines dänischen Dienstleisters für die Bergbau- und Zementindustrie gelenkt hat. Schulz' britischer Vorgänger Thomas Blades hatte nach dem Verkauf der Immobiliendienstleistungen einen tiefgreifenden Umbau eingeläutet.

Seitdem will der Dienstleister stärker mit Klimaprojekten wachsen. Anfang des Jahres etwa gaben die Mannheimer bekannt, das deutsch-kanadische Clean-Tech-Unternehmen Rock Tech Lithium bei dem Bau des ersten Lithiumhydroxid-Converters in Europa zu unterstützen. Bis Ende des Jahrzehnts will Rock Tech für die hiesige Elektroauto-Industrie zum führenden Anbieter des Batterierohstoffs werden. Sobald alle Genehmigungen erteilt sind, könnte das Projekt im brandenburgischen Guben noch in diesem Jahr starten.

Bilfinger wird direkt Ingenieurleistungen und im Falle der Realisierung vor allem weitere Beschaffungsleistungen und das Baumanagement erbringen. Der Mannheimer Konzern hat bereits mehrere Projekte im Bereich der Elektromobilität erfolgreich umgesetzt, zum Beispiel den Bau einer BASF-Produktionsanlage für Batteriematerialien in Harjavalta, Finnland.

Fast 15% Dividendenrendite

Auf Basis des für das laufende Jahr geschätzten Gewinns hat die Bilfinger-Aktie derzeit ein KGV von 15 – nicht gerade ein Schnäppchen, aber im Branchenvergleich noch moderat bewertet. Der Industriedienstleister verfügt zudem über eine solide Bilanz.

Für Anleger kommt außerdem eine gut gedeckte Dividende hinzu. So wird das Unternehmen bei der heutigen Hauptversammlung eine Dividende von 1,00 € je Aktie vorschlagen sowie eine Sonderausschüttung von 3,75 € je Anteilsschein. Das ergibt in Summe eine absolute Top-Rendite von 14,6%. Das sind Erträge, von denen DAX-Aktionäre in der Regel nicht zu träumen wagen.

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