BASF: Das kann noch richtig böse werden

von (sh)  /   31. Mai 2019, 17:33  /   unter Dividenden-Aktien  /   2 Kommentare

Immer wieder erreichen mich zurzeit Fragen nach der Aktie des Chemiekonzerns BASF (WKN: BASF11). Die Aktie sei doch in den letzten Wochen und Monaten sehr stark gefallen, so dass sie jetzt doch eine sehr gute Einstiegsgelegenheiten bieten müsse. Doch ganz sicher sind sich die Anleger offensichtlich nicht. Denn sonst würden sie mich ja nicht nach der Aktie fragen, sondern sie schlicht und einfach sofort kaufen.

Leider tue ich mich immer sehr schwer damit diese Fragen zu beantworten. Denn grundsätzlich ist BASF ein sehr gutes Unternehmen. Dies zeigt sich schon daran, dass die Aktie langfristig zu den besten Titeln im DAX zählt. Allerdings ist der Einstieg in die Aktie aus meiner Sicht immer nur als langfristige Investition und nicht als kurzfristiger Zock (Trade) sinnvoll. Dies glaube ich auch jetzt, wobei ich die Aktie aktuell nur sehr zögerlich einsammeln würde.

Gratis: Aktien-Tipp mit +500% Kurspotenzial
Verpasse nie wieder +1.190%, +253% oder +128% Gewinn:
Abonniere jetzt kostenlos den SD Insider!
Du kannst Dich jederzeit aus dem Newsletter austragen - Deine Daten werden nicht weitergegeben.
Weitere Hinweise zum Datenschutz.

Dafür habe ich auch gleich mehrere gute Gründe. Der vielleicht wichtigste Grund ist die deutsche Politik, die sich anscheinend vorgenommen hat unserer Volkswirtschaft den größtmöglichen Schaden zuzufügen. So haben politische Fehlentscheidungen zunächst unsere Energieversorger massiv geschwächt. Seit der Finanzkrise 2007-200 waren dann die Banken dran, ehe man sich zuletzt die Automobilindustrie vorgenommen hat.

Steht jetzt die chemische Industrie im Fokus?

Als nächstes könnte daher tatsächlich die chemische Industrie an die Reihe kommen. So wird Bayer, auch wegen der Übernahme von Monsanto, langsam aber sicher sturmreif geschossen und auch BASF ging es schon mal deutlich besser. Natürlich haben alle Konzerne auch selbst massive Fehler gemacht, sie wurden jedoch anschließend von der Politik nicht nur im Regen stehen gelassen, sondern es wurde sogar auch noch drauf gehauen.

Angesichts der Umweltschutzbewegung der Schulschwänzer von „Fridays For Future“ sollte man sich daher als Anteilseigner oder Mitarbeiter von BASF keinen Illusionen hingeben. Wenn diese einen Konzern auf dem Kicker haben, ist schnell Schluss mit lustig. Zumal unsere Bundeskanzlerin dies ja noch ausdrücklich unterstützt und sich damit im Prinzip – mal wieder – gegen geltendes Recht stellt.

Ein Chemiewerk von BASF…

Marode Infrastruktur, eine hohe Abgabenlast, ein fallender Ölpreis und mehr…

Diese negativen Standortfaktoren paaren sich dann auch noch mit einer verrottenden und daher zum großen Teil maroden Infrastruktur bei gleichzeitig jedoch hohen Steuern und Sozialabgaben. Denn schließlich müssen grün-linke Träume von der Rettung des Planeten, wenn nicht sogar der Rettung des gesamten Universums, ja irgendwie finanziert werden. Und als ob dies alles nicht schon schlimm genug wäre, ziehen weitere dunkle Wolken am Himmel auf.

So sind zuletzt die Ölpreise – und diese sind für die Geschäftsentwicklung beim Ludwigshafener Chemiekonzern sehr wichtig – regelrecht eingebrochen. On top kommt dann noch eine unverändert extrem aggressive Wirtschaftspolitik des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hat zwar zuletzt seine Entscheidung über mögliche Strafzölle gegen Importe aus der EU sechs Monate zurückgestellt. Gegenwärtig bedeutet dies aber eher ein aufgeschoben anstatt aufgehoben.

BASF in Ludwigshafen am Rhein…

Fazit: Kommt es knüppeldick, kann die Aktie weiter deutlich fallen!

Vor dem Hintergrund all dieser ungelösten Probleme, tue ich mich äußerst schwer damit, jetzt schon einen endgültigen Boden für die Aktie auszurufen. Zumal dies, neben der schwierigen und sich wohl noch weiter zuspitzenden fundamentalen Situation des Unternehmens auch die Charttechnik noch gar nicht hergibt. So dürfte die Aktie aus rein charttechnischer Sicht mindestens nochmals die Korrekturtiefs des vergangenen Jahres und somit Kursziele zwischen 56,00 und 57,00 Euro ansteuern.

Hier würde dann letztlich die Entscheidung über das weitere Wohl und Wehe der Aktie getroffen. Kann die Aktie diesen charttechnischen Support verteidigen und sich anschließend nach oben absetzen, könnte es am Ende zu einer Doppelbodenbildung kommen, die eine Trendwende einleiten würde. Aber wehe, wenn der Aktie dies – was leider wahrscheinlicher ist – nicht gelingt. Dann kommt es zügig zu frischen charttechnischen Verkaufssignalen mit einem Kursziel im Bereich um 45,00 Euro.

2 Kommentare

  1. Uwe Kempermann 1. Juni 2019 19:35

    Macht das gute Auge für Aktienspekulation wirklich so blind für die Umwelt!? Wie traurig!

  2. (sh) 1. Juni 2019 21:57

    Lieber Herr Kempermann,

    dann erläutern Sie mir doch einfach mal wie das – international gesehen – kleine und wirtschaftlich, dank Merkels linker Politik, immer unbedeutendere Deutschland im Alleingang die Welt rettet?! Nur zur Info: China steht für 1/3 des weltweiten Schadstoffaustosses, die USA für knapp 1/5. Dann folgt langsam Indien. Wir sind für 3% verantwortlich und damit sogar noch in den Top10. Mit anderen Worten: Leben wir hier ab morgen alle in Höhlen, verschiebt das den „Klimawandel“ um einen Monat nach hinten. Toll, oder?

    Klartext: Kein Mensch ist gegen Umweltschutz, aber a) sind wir da international ein sehr kleines Licht und b) stehen bei uns Kosten und Nutzen in keinerlei Verhältnis. So zahlen wir, dank gemurkselter „Energiewende“, so ziemlich die höchsten Energiepreise in der Welt und trotzdem ist selbst der US-amerikanische Strom-Mix (auch unter Trump!) deutlich besser für die Umwelt.

    Aber linksgrünen Ökos fällt es halt schwer sich mit solchen Fakten auseinanderzusetzen. Weil dort Gefühl den Verstand schlägt. Herr Asbeck war clever genug davon maximal zu profitieren, hat Solarworld (mehrfach) an die Wand gefahren und lebt heute gerne gut.

    Jetzt sind Sie dran, ich erwarte gespannt Ihre Argumente. Und kommen Sie mir bitte nicht mit dem dummen Totschlagargument, dass ja einer anfangen muss. Sonst kontere ich mit: Und warum dann ausgerechnet wir (und nicht Äquatorialguinea, die vom „Klimawandel“ auch stärker betroffen sind/sein werden?)?

    Viele Grüße und schönes Wochenende,

    Sascha

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Simple Follow Buttons