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Varta: So macht der Konzern seine Traum-Margen

Simon / 14.04.22 / 9:30

Varta (WKN: A0TGJ5) hat einen dreistelligen Millionenbetrag am Kapitalmarkt eingesammelt, um seine Produktionskapazitäten auszubauen. Die kreativen Finanzierungsmethoden des MDAX-Konzerns machen deutlich, wie es die Ellwanger schaffen, ihre Kapazitäten laufend auszuweiten und dennoch regelmäßig Traum-Margen zu erzielen.

Der Batterie-Hersteller Varta aus dem baden-württembergischen Ellwangen hat sich in den vergangenen 15 Jahren einen Marktführerstatus im Hörgerät-Segment erarbeitet und nutzt seine Erfahrung mit Mikrobatterien bei den derzeit beliebten kabellosen Kopfhörern. Zum Kundenkreis gehören auch die Tech-Giganten Apple und Samsung. Die Ellwanger bereiten zudem ihren Einstieg ins E-Auto-Geschäft vor. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von 3,5 Milliarden €.

Frische Finanzmittel mit ESG-Charakter

Varta hat über ein Konsortium von BayernLB, HSBC und UniCredit Schuldscheindarlehen über insgesamt 250 Millionen € am Kapitalmarkt platziert. Die vier Tranchen laufen über 5 bis 7 Jahre und sind überwiegend mit einem fixen Zinskupon ausgestattet, die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt bei 1,44%, gab der Batteriehersteller am Mittwoch bekannt.

Bemerkenswert dabei: Die Transaktion wurde geknüpft an Vartas ESG-Rating durch Morningstar Sustainalytics – ein Unternehmen im Bereich Forschung, Rating und Analyse von ESG und Corporate Governance. Je nach Veränderung des Ratings der Ellwanger kann sich der Spread des Schuldscheins verändern.

Der Schuldschein erfreute sich Varta-CFO Armin Hessenberger zufolge von Start weg hoher Beliebtheit. Die Nachfrage hätte das Angebot demnach um mehr als das Vierfache übertroffen. CEO Herbert Schein sagte zur Nachhaltigkeits-Performance seines Unternehmens:

Hier unternehmen wir schon seit vielen Jahren große Anstrengungen, die uns bereits zum Green-Partner führender internationaler Unternehmen werden ließen. Wir werden hier in der Zukunft noch weitere Schritte unternehmen.

Laut Varta-CTO Rainer Hald plant der Batterie-Spezialist, das eingesammelte Geld für den Ausbau seines Lithium-Ionen-Geschäfts einzusetzen. Schwerpunktmäßig wollen die Ellwanger den Angaben nach die Produktionskapazitäten der großformatigen Rundzelle aufbauen. Außerdem sollen auch die Kapazitäten der kleinformatigen Zellen erweitert werden.

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Getrübter Ausblick

Man bekommt nun eine Vorstellung davon, wie Varta seine Kapazitäten ausweitet und dabei dennoch Margen erzielt, die sich deutlich von der großen asiatischen Konkurrenz abheben. So verbesserte sich das 2021er Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr um über 17% auf 283 Millionen €. Der Umsatz stieg um knapp 4% auf 903 Millionen €. Das entspricht einer Marge von 31,3% - mehr sogar als die zuletzt prognostizierten 30%.

Ein starkes Wachstum wird weiterhin wichtig bleiben, damit der Batterie-Hersteller der steigenden Mikrobatterie-Nachfrage nachkommen und die Lücke zu den Wettbewerbern schließen kann. Doch auch Varta leidet Firmenangaben nach derzeit unter den hohen Rohstoffpreisen und der eingeschränkten Verfügbarkeit von Bauteilen.

Für das laufende Jahr rechnet der Varta-Vorstand daher zwar mit einem Umsatzanstieg auf 950 Millionen bis 1 Milliarde €; das bereinigte EBITDA dürfte der Prognose nach jedoch in einer Spanne von 260 bis 280 Millionen € liegen und damit knapp unter dem Vorjahreswert.

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Macht Varta die besseren E-Auto-Batterien?

Auch für den geplanten Einstieg ins E-Auto-Geschäft werden auf den MDAX-Konzern noch einige Jahre lang hohe Investitionskosten zukommen. Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 50% dürfte der Mikrobatterie-Spezialist dafür jedoch gut gerüstet sein.

Varta-Chef Schein zeigt sich optimistisch, dass der Markteinstieg in extrem kompetitiven Elektromobilitäts-Segment gelingen wird. Der CEO schwärmte wiederholt von den neu entwickelten V4Drive-Zellen, die kleiner und effizienter seien als Konkurrenzprodukte – mit einer gut um die Hälfte verkürzten Ladezeit.

Immer noch kein Schnäppchen

Eines wird sich bei der Varta-Aktie in naher Zukunft leider nicht ändern: Der Titel neigt zu starken Ausschlägen, zweistellige Tagesverluste des Tech-Papiers sind keine Seltenheit. Bei meinem letzten Varta-Update vor gut zwei Wochen habe ich bereits darauf hingewiesen, dass die Aktie trotz einer monatelangen Talfahrt weiterhin kein Schnäppchen ist und in den nächsten Wochen um weitere 10 bis 15% abrutschen dürfte. Seitdem ging es weitere 3% abwärts.

Für langfristig orientierte Anleger könnte es daher Sinn machen, mit einem Einstieg noch abzuwarten, damit die Dividende für 2022 immerhin eine Rendite von 3% abwirft.

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