Sascha / 21.10.21 / 14:57

Tesla: Warum fantastische Quartalszahlen ein wenig enttäuschen

Der in Deutschland gerne als Elektroautobauer bezeichnete Tesla-Konzern (WKN: A1CX3T) öffnete gestern Abend nach US-Börsenschluss mal wieder seine Bücher. Die vorgelegten Quartalszahlen muss man eigentlich als fantastisch bezeichnen. Dennoch zeigen sich die Anleger von diesen etwas enttäuscht. Warum ist das so und warum ist Tesla mehr als nur ein Elektroautohersteller?

Tesla (vormals: Tesla Motors) ist ein US-amerikanisches Unternehmen (Hauptsitz noch in Palo Alto, Kalifornien, demnächst aber in Austin, Texas), das in erster Linie für seine Elektroautos bekannt ist. Neben diesen stellt der Konzern unter Führung von Elon Musk inzwischen jedoch auch Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher her. Der Firmenname soll an den Physiker und Erfinder Nikola Tesla erinnern. Gegründet wurde Tesla aber gar nicht von Musk, sondern im Jahr 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning. Erst 2004 stieg Musk, zunächst als Aufsichtsratsvorsitzender, ein und übernahm im Laufe der Zeit die Führung.

Tesla erinnert in vielem an Amazon.com

Genau wie seinerzeit Amazon.com stets als Online-Einzelhändler gesehen und bezeichnet wurde, aber dies – dank des Einstiegs in das Cloud Computing – schon längst nicht mehr war, ist auch Tesla kein Elektroautobauer mehr. Vielmehr hat man nicht umsonst vor einiger Zeit SolarCity übernommen und ist dadurch ein großer Spieler im US-Solar-Markt geworden. Ja, das Kerngeschäft von Tesla waren und sind die Stromer. Aber zum Konzern gehört inzwischen eben viel, viel mehr.

Weiterhin unterstellen Kritiker dem Unternehmen gerne, dass es ja gar kein Geld verdiene. Abgesehen davon, dass auch das längst nicht mehr stimmt, muss man jedoch auch hier genauer hinsehen. Selbst an jedem verkauften Elektroauto verdient Tesla sehr wohl eine Menge Geld. Nur wird dieses Geld nicht als Gewinn verbucht, sondern – eben wie bei Amazon.com – reinvestiert.

So gehört Tesla inzwischen beispielsweise auch das weltweit größte Netz von Ladesäulen für Elektroautos, was ein großer Wettbewerbsvorteil ist. Sowohl Amazon.com als auch Tesla sind daher neuartige Technologieunternehmen, die ihren Fokus gar nicht so sehr auf den Profit, sondern vielmehr auf den Cashflow legen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf schauen wir uns nun das aktuelle Zahlenwerk an.

Deutlich mehr Gewinn als erwartet

Ausweislich des gestern Abend vorgelegten Quartalsberichts fuhr Tesla in seinem abgelaufenen dritten Quartal einen Umsatz von 13,76 Milliarden US$ bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,86 US$ ein. Damit lag man beim Umsatz bestenfalls minimal über den Analystenschätzungen, beim Gewinn jedoch deutlich. Dennoch hätte ich beim Gewinn noch mehr erwartet. Warum? Nun, weil Tesla von der aktuellen Bitcoin-Kursrally profitieren sollte.

Andererseits stieg der Bitcoin ja erst in den letzten Tagen nochmal deutlich, so dass dies vielleicht auch erst im nächsten Quartalsbericht sichtbar wird. Alles andere aber war überzeugend, insbesondere die weiteren Aussichten. So konnte Tesla die eigene Produktion deutlich steigern und in der Folge – trotz Chipkrise – auch die Auslieferungen deutlich erhöhen.

Daher betonte das Management um Elon Musk auch, dass man in den nächsten Jahren die Auslieferungen weiterhin um mindestens 50% pro Jahr steigern möchte. Gigantisch! Kein Wunder, dass sich dann heute auch die Analysten gegenseitig mit ihrem Lob für das Unternehmen überbieten und reihenweise ihre Kaufempfehlungen für die Aktie bestätigen sowie ihre Kursziele erhöhen.

Grundsätzlich sehe auch ich das so, erwarte aber kurzfristig einen kleinen Rücksetzer. Denn die Aktie hat die hervorragenden Quartalszahlen zuletzt ja schon etwas vorweggenommen. Diesen Rücksetzer sollte man aber zum Einstieg oder Nachkauf nutzen. Buy the dip!

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