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Tesla: Mit Vollgas zum Multi-Tech-Konzern

Simon Ruic / 11.02.22 / 13:18

Durch die Abverkaufswelle von Tech- und Wachstumswerten in den vergangenen Monaten musste Tesla (WKN: A1CX3T) einen Kurssturz von -25% hinnehmen. Dass der Autobauer nun die Software von Millionen bereits ausgelieferten Fahrzeugen updaten muss, hat keine großen Folgen für das Unternehmen. Die Kalifornier sind auf dem besten Weg, weitere Marktanteile zu gewinnen und sich in einen breiten Technologiekonzern zu verwandeln.

Der kalifornische Elektroauto-Pionier Tesla wird immer mehr zu einem Multi-Tech-Konzern. So hat das Unternehmen von CEO Elon Musk mittlerweile eigene Energie-, Versicherungs- und Software-Sparten. Hinzu kam zuletzt ein Roboterprojekt, das unzählige weitere Geschäftsbereiche eröffnet. Derzeit haben die Kalifornier einen Börsenwert von 935 Milliarden US$.

„Rückruf“ ohne große Folgen

Zunächst muss Tesla in den USA jedoch schon wieder im großen Stil Mängel an bereits ausgelieferten Fahrzeugen beseitigen. Es geht dabei um einen Boombox genannten Außenlautsprecher, der bei Bedarf während der Fahrt ein Warngeräusch für Fußgänger erzeugen soll. Da langsam fahrende E-Autos kaum hörbar sind, ist in den USA ein derartiges Warnsystem für Hersteller verpflichtend.

Die US-Verkehrsaufsicht hatte bei der Boombox beanstandet, dass Passanten einen sich annähernden Tesla möglicherweise nicht wahrnehmen, wenn der Lautsprecher verdeckt ist. Die Mängel betreffen rund 580.000 Fahrzeuge der Modelle S, X, Y und 3 mit Baujahren zwischen 2017 und 2022.

Für Tesla ist diese Nachricht jedoch aus Kostengesichtspunkten verschmerzbar. Auch wenn die nötigen Anpassungen der Boombox von den Behörden als Rückruf bezeichnet werden, kann der Autobauer sie über Software-Updates aus der Ferne durchführen. So müssen die Fahrzeuge dafür nicht in eine Werkstatt beordert werden.

Es ist für Tesla das dritte technische Update in kurzer Zeit, das die US-Verkehrsbehörde den Kaliforniern verordnet hat. Erst letzte Woche hat sich der Autobauer dazu verpflichtet, Probleme beim Sicherheitsgurt-Alarm von über 815.000 Fahrzeugen zu beseitigen. Kurz zuvor musste der Konzern zudem einwilligen, eine Funktion seiner Fahrassistenz-Software zu deaktivieren. Der Grund: Mit dem „Full Self-Driving“-Feature konnten unter bestimmten Bedingungen Stoppschilder ohne vollständigen Stopp passiert werden.

Unverhältnismäßig starke Korrektur

Für Teslas Aktienkurs dürften die Software-Updates mehr oder weniger bedeutungslos sein. Der Tech-Titel ist nach einem massiven Kurssturz an den Märkten derzeit günstig zu haben. Seit seinem Hoch im November hat der Musk-Konzerns rund ein Viertel seines Börsenwert verloren. Die Anteilsscheine notieren damit bei 790 €.

Anleger bereiten sich derzeit darauf vor, dass die US-Notenbank Fed den Geldhahn zudreht und die Zinssätze anhebt, um die Inflation zu bekämpfen. Das hat dazu geführt, dass der Markt Wachstumswerte in den vergangenen Monaten aus meiner Sicht unverhältnismäßig stark abgestraft hat. Für Tesla ergibt sich daraus derzeit ein attraktiver Einstiegspunkt, da die Aussichten des Tech-Konzerns weiterhin gut sind.

Aufbruch zum Multi-Tech-Konzern

So ist das Unternehmen von Elon Musk zum profitabelsten Autohersteller der Welt gereift. Diese Position werden die Kalifornier festigen können, wenn in den kommenden Wochen die Gigafactories in Berlin und Austin anlaufen. Allein für den Cybertruck gibt es bereits Vorbestellungen im Wert von über 10 Milliarden US$. Hinzu kommt für Tesla das Business mit seiner Software für autonomes Fahren, das auf eine Gewinnmarge von 80% kommt.

An der Börse ist Tesla so viel wert wie die zehn größten Autohersteller zusammen. Übertrieben? Nun ja, kein anderer Fahrzeugbauer stellt eigene Chips auf Nvidia-Niveau her, besitzt einen AI-Supercomputer oder produziert mit einer Giga Press, mit der große Karosserieteile in einem Stück gegossen werden können.

Tesla hat den Automobilbau damit revolutioniert und wird in diesem sich radikal wandelnden Geschäft signifikant Marktanteile gewinnen. Dadurch ist allein die Auto-Sparte der Kalifornier unterbewertet.

Hinzu kommen bei dem Unternehmen unzählige weitere Geschäftsbereiche, die derzeit rasant entwickelt und vertikal integriert werden – von Software und Robotik über Energie zu Versicherungen. Sollte Tesla in diesem Tempo weiterwachsen, werden die Leute in ein paar Jahren die Kalifornier als einen breiten Technologiekonzern sehen. Autos werden dann – wie bei Amazon die Bücher – nur der Anfang gewesen sein.

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