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Sascha / 23.07.20 / 14:44

Tesla: Die S&P 500-Aufnahme wird wohl kommen, aber...

Der Elektroautopionier Tesla (WKN: A1CX3T) hat gestern Abend, in der Nachbörse, seine aktuellen Quartalszahlen vorgelegt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen von Analysten und Anlegern wurden übertroffen.

So vermeldete der Konzern des charismatischen CEOs Elon Musk einen Quartalsumsatz in Höhe von 6,35 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,50 US-Dollar. Die Konsensschätzungen lagen dagegen nur bei einem Quartalsumsatz von 5,23 Milliarden US-Dollar sowie einen Verlust je Aktie von -0,11 US-Dollar. Kein Wunder, dass die Aktie im außerbörslichen Handel weiter deutlich zulegen konnte. Leider stellt sich inzwischen jedoch die Frage wie lange diese Kursrally noch weitergehen kann.

Was selbst Tesla-Fans (wie ich) nicht mehr ignorieren können...

Bekanntlich bin ich schon lange ein Tesla-Fan und habe der Aktie vor Jahren – als sie noch um 35 US-Dollar zu haben war – ein Kursziel von 1.000 US-Dollar verpasst. Inzwischen notiert der Titel jedoch schon über 1.600 US-Dollar und das gibt, bei aller Liebe, das Zahlenwerk nicht her. Auch dann nicht, wenn man – was ja durchaus positiv zu werten ist – berücksichtigt, dass der Konzern nun das vierte Quartal in Folge profitabel war, womit sich die Aktie auch endlich für eine Aufnahme in den S&P 500 qualifiziert.

Denn im Geschäftsjahr 2019 erzielte Tesla einen Jahresumsatz von knapp 24,6 Milliarden US-Dollar bei einem Nettoverlust von -862 Millionen US-Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr 2020 dürfte der Jahresumsatz, trotz Corona-Krise, um rund ein Sechstel auf circa 28,5 Milliarden US-Dollar zulegen. Zugleich dürfte beim Nettogewinn der Turn-Around gelingen, so dass dieser am Ende zwischen 250 und 450 Millionen US-Dollar liegen könnte. Interessant ist auch, was die Anlageexperten für das kommende Geschäftsjahr 2021 in Aussicht stellen.

Demnach soll der Jahresumsatz dann nämlich kräftig, um mehr als ein Drittel auf 38,25 Milliarden US-Dollar wachsen. Zugleich soll der Gewinn jedoch wieder zurückgehen. Diese Schätzungen halte ich für durchaus realistisch, weil Tesla beispielsweise viel Geld in die Entwicklung seines Cybertrucks investiert hat und nun dessen Produktion aufbauen muss. Insofern gehen Elon Musk und Tesla hier wohl erneut durch eine Produktionshölle, was den Gewinn belasten dürfte.

Aktie scheint derzeit kurzfristig eher ein Short-Kandidat zu sein!

Hinzu kommt, dass der Gewinn bei Tesla zuletzt weniger aus dem Verkauf seiner Stromer kam. Vielmehr hat man CO2-Zertifikate an traditionelle Autobauer verkauft, was den Gewinn befeuert hat. Allerdings soll dieser CO2-Zertifikatehandel durch die Politik etwas eingeschränkt werden. Darüber hinaus werden die Flotten der traditionellen Autobauer immer umweltfreundlicher, so dass diese weniger dieser Zertifikate nachfragen sollten.

Dafür aber ist die fundamentale Bewertung mit einem aktuellen KUV von über zehn sowie einem aktuellen KGV von über 850 einfach zu hoch. Zumal diese im kommenden Geschäftsjahr, aufgrund des erwarteten Gewinnrückgangs, ja sogar noch steigt. Dies erkennt man auch in den Kurszielen der Analysten. Diese wurden und werden zwar sukzessive erhöht, viele Analysten sehen den fundamental fairen Wert der Aktie jedoch weit unterhalb von 1.000 US-Dollar.

Charttechnisch hat sich das Bild zuletzt, auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennen mag, ebenfalls bereits eingetrübt. So befindet sich der Titel seit seinem Allzeithoch knapp unterhalb von 1.800 US-Dollar am 13. Juli in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Ich halte daher eine umfangreichere Korrektur der Aktie auf mindestens 1.200 bis 1.250 US-Dollar, möglicherweise sogar in Richtung 1.000 US-Dollar, aktuell für wahrscheinlicher als eine Fortsetzung der Kursrally, den Quartalszahlen zum Trotz. Erst dann sollten Spekulanten wieder zugreifen!

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Kommentare
GrandmasterD / 23.07.20 / 19:37 Uhr Werter Herr Huber, Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Für mich ist Tesla ein klarer Short aufgrund fundamentaler Daten, der chartechnischen Lage und vor allem aus ethnischen und moralischen Aspekten! Für mich ist Elon Musk der größte Scharlatan unserer Zeit und dieses Kartenhaus wird eines Tage zusammenbrechen, wie die "kugelsichere" Scheibe des Cybertrucks.
Sascha Huber / 24.07.20 / 12:03 Uhr Hallo GrandmasterD, kurzfristig sind wir da einer Meinung. Langfristig war ich Tesla-Bulle mit Kursziel Dausend (US-Dollar), was inzwischen jedoch nicht nur erreicht, sondern eben übertroffen wurde. Die Fundamentaldaten geben aktuell aber noch keine Kurse von 1.000 US-Dollar her und erst Recht nicht von 1.500 US-Dollar, 1.600 US-Dollar oder mehr. Ich halte Elon Musk nicht für einen Scharlatan. Dazu hatte er schon zu viel Erfolg. Immerhin geht ja auch PayPal auf ihn zurück - und bei SpaceX läuft es ebenfalls gut. Er nutzt jedoch geschickt alles zu seinen Gunsten, was er nutzen kann, bei Tesla beispielsweise den CO2-Zertifikatehandel. Ich werfe ihm dies jedoch nicht vor, sondern finde es clever. Denn was kann er dafür, wenn Politiker oftmals Vollidioten sind? Bestes Beispiel: Der deutsche Steuerzahler hat mehr als 100 Milliarden Euro zum Aufbau der chinesischen Solarindustrie bezahlt. So viel Subventionen flossen nämlich hier. Wenngleich Rot-Grün diesen Quatsch begonnen hat, wurde er auch unter den Merkel geführten Regierungen nicht gestoppt. Da können sich also CDU/CSU oder selbst die FDP nicht herausreden. Heute florieren JinkoSolar und Co, wohingegen es Conergy, Q-Cells oder Solarworld nicht mehr gibt (Q-Cells immerhin noch als Teil von Hanwha). Aber sind das die Chinesen Schuld, dass Deutschland die dümmsten Poltiker hat(te)? Oder muss man da nicht den deutschen Wählerinnen und Wähler einen Vorwurf machen beziehungsweise haben diese es möglicherweise so gewollt? Aber okay, das ist jetzt weit weg vom Thema Elon Musk und Tesla. Es zeigt aber wie absurd Subventionen eigentlich sind. Aber derjenige, der sie nutzt, ist sicherlich kein Scharlatan. Das sind andere... Viele Grüße, Sascha