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Sascha / 15.07.21 / 7:43

Telekom-Aktie auf höchstem Stand seit 2002 – und jetzt?

Die Aktie der Deutschen Telekom (WKN: 555750), auch bekannt als Volksaktie oder T-Aktie, stieg gestern auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Grundsätzlich gehört der Titel zwar zu den langfristigen Underperformern im DAX. Dennoch war ein Investment selbst in diese Aktie besser als jedes Sparbuch. Doch wie geht es jetzt weiter?

Die Deutsche Telekom mit Hauptsitz in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn ist die Dachgesellschaft hinter Europas größtem Telekommunikationsanbieter. Der Konzern betreibt im Wesentlichen Fest- und Mobilfunknetze sowie zugehörige Dienste und bedient mit seinem Angebot sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Das Unternehmen entstand durch Privatisierung der seinerzeit staatseigenen Deutschen Bundespost und entspricht im Wesentlichen deren Bereich Telekommunikation und Fernmeldewesen ("graue Post").

Die Historie der Volksaktie

Im Jahr 2000, im Zuge der damaligen "Dotcom Bubble", stieg die T-Aktie zeitweise auf über 100 €. Damit war sie für die Anleger, die der Werbung von Manfred Krug gefolgt und die Aktie (zu 28,50 DM = 14,57 €) gezeichnet hatten, ein gutes Geschäft. Selbst diejenigen, die erst beim "zweiten Börsengang" im Juni 1999 (zu 39,50 €) zugriffen, hätten in der Spitze noch Kursgewinne von über +150% realisieren können.

Doch leider war bei vielen Anlegern wohl zwischenzeitlich die Gier zu groß geworden. Denn dass die Aktie zu Kursen über 100 € viel zu teuer war, hätte jeder wissen können. Auch eine Zeichnung beim "dritten Börsengang" zu 66,50 € – die Aktie befand sich da schon längst auf dem absteigenden Ast – war keine gute Idee. Letztlich fiel die Aktie mit Platzen der Spekulationsblase und nach einigen Querelen sogar auf ein Allzeittief bei unter 8 € im Jahr 2012.

Anschließend erholte sich die T-Aktie dann zügig und pendelte – mit Ausnahme vom "Corona-Crash" – jahrelang seitwärts zwischen 12/13 und 17/18 €, also um 15 € plus/minus zwei bis drei €. Allerdings schüttete der Konzern seit seinem Börsendebüt am 18. November 1996 nahezu durchgängig Dividenden aus (nur 2003 und 2004 nicht). Diese Dividenden allein summieren sich inzwischen auf 15,20 € je Aktie.

Allein die Beteiligung an T-Mobile US deckt fast den aktuellen Börsenwert ab!

Wer seinerzeit also zu 14,57 € zeichnete, kann sich zwar heute über Kursgewinne von "nur" gut +25% freuen. Durch die Dividenden liegt die Gesamtperformance jedoch bei knapp +130%. Gegenüber Highflyern wie Amazon.com oder selbst einer SAP natürlich mau, aber letztlich doch immerhin knapp +3,4% pro Jahr. Dies mag im Jahr 2000 oder 2005 noch sehr schlecht gewesen sein, in einem Null- beziehungsweise Negativmarktumfeld mit Sparbuchzinsen von bestenfalls 0,25% ist es aber sehr gut.

Lustigerweise entspricht diese durchschnittliche Performance der Aktie auch in etwa der aktuellen Dividendenrendite der Aktie (3,3%). Insofern könnte man denken, dass sich deren Bewertung danach richtet und die Aktie somit aktuell fair bewertet ist. Das sehe ich – und nicht nur ich – jedoch etwas anders. So nennt der Analyst Polo Tang von der Schweizer Großbank UBS ein Kursziel in Höhe von 24 € für den Titel.

Rechtfertigen lässt sich dieses Kursziel durchaus. So weist der Konzern aktuell eine Marktkapitalisierung in Höhe von knapp 86,5 Milliarden € auf. Alleine die Beteiligung an der sehr erfolgreichen US-Tochter T-Mobile US (knapp 43%) – hervorgegangen aus dem seinerzeit sehr umstrittenen Zukauf von VoiceStream Wireless, der den damaligen CEO Ron Sommer seinen Job kostete – weist zurzeit einen Börsenwert von rund 68 Milliarden € auf.

T-Aktie erscheint heute super günstig und damit kaufenswert

Die Deutsche Telekom war und ist zudem ein klarer Profiteur der Covid-19-Pandemie. So stieg der Jahresumsatz im "Seuchenjahr" 2020 erstmals auf über 100 Milliarden € bei einem Konzerngewinn von knapp 4,2 Milliarden €. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass der Konzern traditionell hochverschuldet ist, so dass das Zinsergebnis bei -4,2 Milliarden € lag. Ohne die hohen Schulden sowie die damit verbundenen Kosten sähe es also noch besser aus.

Andererseits sind gerade diese hohen Schulden inzwischen ein Pluspunkt. Denn die hohen Kosten resultieren daraus, dass man sich in der Vergangenheit zu vergleichsweise hohen Zinsen verschuldet hat. Im Laufe der nächsten Jahre dürften die Bonner jedoch dann ein großer Profiteur der anhaltenden Null- beziehungsweise Negativzinsphase werden und alleine dadurch ihren Konzerngewinn deutlich überproportional steigern.

Dennoch weist die Aktie aktuell nur ein KUV von unter 0,9 sowie ein KGV von knapp 16 auf. Würde man dies noch um die Beteiligung an T-Mobile US bereinigen, würde die Aktie noch günstiger, ja schon nahezu unglaublich günstig, erscheinen. Da sie mit dem Anstieg auf ein neues Hoch seit dem Jahr 2002 zuletzt außerdem noch ein starkes charttechnisches Kaufsignal generiert hat, bin ich sehr bullish für den Titel. Ein erstes Kursziel sehe ich zwischen 22,50 und 23 €!

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