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/ 18.09.19 / 20:29

Shopify: Das Top scheint hier nun endlich gefunden!

Einer der Highflyer der vergangenen Jahre war die Aktie des kanadischen eCommerce-Spezialisten Shopify (WKN: A14TJP). Schon die Story hinter der Gründung des Unternehmens ist jedoch schon der Stoff, aus dem Hollywood normalerweise mehr oder weniger gute Filme macht. Denn ursprünglich wollten die Gründer Tobias Lütke (heute CEO), Daniel Weinand und Scott Lake eigentlich nur einen Online-Shop für Snowboard-Zubehör eröffnen.

Zunächst hieß das Unternehmen daher auch Snowdevil sowie später Jaded Pixel. Da man jedoch mit keiner auf dem Markt erhältlichen eCommerce-Software zufrieden war, beschlossen die Gründer einfach eine eigene zu entwickeln. Dies tat man, basierend auf Ruby on Rails, dann schließlich auch. Letztlich war man dann von seiner Eigenentwicklung so begeistert, dass man sie auch anderen zur Verfügung stellte – und Shopify war geboren.

Gegründet wurde Shopify, unter dem Namen Snowdevil, also grundsätzlich bereits im Jahr 2004. Das Shopify in der heutigen Form existiert jedoch erst seit dem Jahr 2006. Der Börsengang erfolgte schließlich im Mai des Jahres 2015 – und seitdem kennt die Aktie kein Halten mehr. So lag der Ausgabepreis der Aktien seinerzeit bei 17 US-Dollar und der erste Börsenkurs bei 28 US-Dollar. Heute kostet die Aktie dagegen rund 320 US-Dollar – und in der Spitze waren es sogar schon über 400 US-Dollar.

Auf den Spuren von Demandware und Co...

Bereits vor dem Jahrtausendwechsel galten Unternehmen, die eCommerce-Software anboten, als „the next big thing“. So wurden damals Aktien wie Broadvision oder die ostdeutsche Intershop (am Neuen Markt) heiß gehandelt. Leider verschliefen diese Gesellschaften jedoch den Sprung in die Cloud. So hat Intershop-Mitgründer Stephan Schambach in einem Interview gesagt, dass er Intershop verlassen und Demandware gegründet habe, weil ihm klar wurde, dass er Intershop nicht erfolgreich in ein Cloud-Software-Unternehmen transformieren konnte.

Demandware wurde dagegen von ihm von vornherein als Cloud-Software-Company gegründet und dementsprechend erfolgreich. Letztlich war der Erfolg so groß, dass kein Geringerer als der neue große Oracle- und SAP-Konkurrent Salesforce.com zugegriffen und Demandware geschluckt hat. Für Shopify war diese Übernahme jedoch prinzipiell sehr gut, hat Salesforce.com damit doch einen direkten Wettbewerber aus dem Markt genommen. Heutzutage gilt Shopify daher den meisten Analysten und Anlegern als einzig ernsthafter verbliebener Konkurrent von Amazon.com.

Shopify gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich des eCommerce...

Fundamentale Bewertung: Vergleich mit Amazon.com ist übertrieben

Denn viele Analysten und Anleger vergleichen den sehr erfolgreichen Amazon Marketplace mit dem Shopify-Ökosystem. Daraus leiten sie dann eine extrem hohe fundamentale Bewertung sowie dementsprechend hohe Kursziele ab. Da Shopify mit seinen Wachstumsraten zudem in den vergangenen Jahren stets die Umsatz- und Gewinnerwartungen toppen konnte, stieg die Aktie immer weiter und weiter.

Ich halte jedoch sowohl den Vergleich mit Amazon.com als auch die fundamentale Bewertung derzeit für etwas überzogen. Ja, es stimmt, der Amazon Marketplace ist durchaus vergleichbar mit dem Ökosystem von Shopify. Aber er ist eben nur ein Teil, wenngleich sicherlich ein wichtiger, im gesamten System Amazon.com. So verdient der Bezos-Konzern sein Geld in allererster Linie mit seinem Cloudangebot Amazon Web Services (AWS), denn hier ist man unumstrittener Weltmarktführer.

Die eCommerce-Software von Shopify bietet Anbindungen an zahlreiche Internetdienste, um dadurch die Verkäufe zu steigern.

Charttechnik: Das Top scheint gefunden!

Während Amazon.com zudem sein Wachstum dank hoher Cash Flows selbst finanzieren kann, muss Shopify dafür den Kapitalmarkt bemühen. So hat der Konzern erst kürzlich eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Im Rahmen dieser wurden 1,9 Mio. neue Aktien zu 317,50 US-Dollar plaziert, so dass dem Konzern ein Bruttoemissionserlös von 603,25 Mio. US-Dollar zufloss. Diese Kapitalerhöhung dürfte auch der Grund sein, warum die Aktie zuletzt etwas deutlicher zurück gekommen ist.

Aus charttechnischer Sicht scheint damit jedoch ein Top gefunden. Denn solange die Aktie nun nicht über das bisherige Allzeithoch von circa 407 US-Dollar (auf Schlusskursbasis) klettern kann, kommt es nicht mehr zu einem frischen Kaufsignal. Da jedoch alleine eine Rückkehr zu diesem Allzeithoch inzwischen schon eine Kursrally von etwa +25% erfordern würde, spricht viel für eine beginnende Topbildung der Aktie.

Lange Rede, kurzer Sinn: Fundamental betrachtet erscheint die Aktie von Shopify schon seit einiger Zeit extrem hoch, um nicht zu schreiben überbewertet. Auch aufgrund der kürzlich durchgeführten Kapitalerhöhung sieht es nun jedoch auch aus charttechnischer Sicht nach einer Topbildung aus. Hinzu kommt dann noch der sogenannte „Momentum Crash“, den wir seit gut zwei Wochen am US-Aktienmarkt sehen. Aktuell ist der Titel daher leider kein Kaufkandidat mehr!

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