SAP: Das Analystengequatsche kann ignoriert werden

von (sh)  /   10. April 2019, 18:30  /   unter Dividenden-Aktien, Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Erst vor wenigen Tagen habe ich an dieser Stelle eine ausführliche Analyse der Aktie unseres DAX-Schwergewichts SAP (WKN: 716460) veröffentlicht. Mein Fazit lautete, dass die Aktie zwar kurzfristig ein wenig heiß gelaufen sei und man daher einen Rücksetzer abwarten sollte. Zu Kursen um oder gar unter 100,00 Euro wäre der Titel dann jedoch aus meiner Sicht ein Kaufkandidat. Als Kursziel nannte ich Kurse von mindestens 120,00 Euro auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten. Und tatsächlich kam es in den vergangenen Tagen dann zu dem erwartbaren und von mir erwarteten Rücksetzer, der die Aktie sogar noch etwas tiefer absacken ließ als ich dachte.

Grund hierfür waren mehrere Abstufungen durch Analysten. So stuften die Analysten von HSBC die Aktie von „Buy“ („Kaufen“) auf „Hold“ („Halten“) ab, bestätigten aber ihr Kursziel von 110,00 Euro. Die Kollegen der Schweizer UBS waren sich da in ihrer Einschätzung einig und stuften den Titel ebenfalls von „Buy“ auf „Neutral“ zurück. Allerdings erhöhten sie ihr Kursziel dabei sogar von bisher 98,00 auf nunmehr 105,00 Euro. Trotzdem waren und sind sie damit noch einen Tick pessimistischer als die Analysten von HSBC. Was aber ist davon eigentlich zu halten?

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Nun, ich bin ganz grundsätzlich kein großer Freund von den Einschätzungen von Analysten. Zumal diese in der Regel auch nicht völlig unabhängig sind. Zudem gibt es bei jeder Aktie eine Mainstream-Einschätzung, der sich die meisten Analysten auch anschließen. Denn weicht man vom Mainstream ab und liegt dann falsch, steht womöglich der eigene Job auf dem Spiel. Schaut man sich die beiden Abstufungen durch die Analysten von HSBC sowie der UBS an, merkt man das auch. Denn beide sehen die Aktie ja nun neutral und auch die Kursziele ähneln sich doch sehr.

Analysten bemängeln nur die (zu) hohe Bewertung!

Etwas weniger in den Medien war dabei übrigens eine weitere Analysteneinschätzung, in diesem Fall durch die Experten von Morgan Stanley. Diese hatten die Aktie bereits zuvor auf „Equal-Weight“ mit Kursziel 105,00 Euro eingestuft und diese Einschätzung somit nur nochmals bestätigt. Damit sehen aktuell gleich drei Analysten die Aktie als kurzfristig weitestgehend ausgereizt an, mit Kurszielen von 105,00 (2x) bzw. 110,00 Euro (1x). Grund für die Abstufungen waren daher auch nicht etwa schlechtere Geschäftsaussichten, sondern vielmehr das bereits erreichte Kursniveau.

Da die Aktie in den vergangenen Tagen jedoch deutlich an Wert verloren hat, so dass die genannten Kursziele immer noch mehr als +5% über dem aktuellen Kursniveau liegen, muss man dies deutlich relativieren. Zumal in einem Nullzins- bzw. Negativzinsumfeld selbst ein Kurspotenzial von „nur“ +5% bis +11% (zzgl. der Dividende; die Dividendenrendite liegt inzwischen immerhin schon bei ca. 1,5%) durchaus nicht so schlecht erscheint. Mit anderen Worten: Ich würde bei der Aktie das Analystengequatsche ignorieren – und die Aktie unter 100,00 Euro einsammeln.

Denn an meinem Kursziel von 120,00 Euro rüttele ich, nur wegen der ein oder anderen Abstufung eines Analysten, sicherlich nicht. Zumal die Analysten von Goldman Sachs die Aktie zuletzt gleich mehrfach auf ihrer vielbeachteten „Conviction Buy List“ geführt haben. Sollten diese ihre Einstufung in den kommenden Tagen bestätigen, werden sich wahrscheinlich genau die Anleger, die zuletzt verkauft haben, wieder auf den Titel stürzen. Ja, so verrückt ist Börse – aber davon kann man ja als vernünftiger, rational agierender, Anleger profitieren!

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