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Sascha / 21.04.20 / 10:18

Penny Stocks und Pink Sheets: Was kaufen in 2020?

Mit sogenannten Penny Stocks lässt sich, wie immer an der Börse, eine ganze Menge Geld machen oder auch verlieren. Dies wurde unter anderem schön im Kinohit "The Wolf of Wall Street" mit Leonardo DiCaprio – als Jordan Belfort – illustriert.

Dabei kamen in diesem Film auch die gravierenden Probleme, mit denen insbesondere Kleinanleger dabei zu kämpfen haben, auf den Tisch. Denn obwohl viele Kleinanleger glauben, dass nirgendwo einfacher Geld zu machen ist als mit Penny Stocks, ist das genaue Gegenteil der Fall. Schließlich spielt es keine Rolle, ob eine Aktie – wie beispielsweise die Papiere von Alphabet (WKN: A14Y6H) oder Amazon.com (WKN: 906866) – mehr als 1.000 Euro kostet oder eben nur 0,50 Euro.

Wenn man für 5.000 Euro entsprechende Aktien kauft, hat man letzten Endes 5.000 Euro investiert. Dies ist somit der Einsatz, den man auch riskiert. Steigt die entsprechende Aktie nun um +10%, dann steigt auch das entsprechende Wertpapiervermögen um +10% – und fällt die entsprechende Aktie dagegen um -10%, so fällt das entsprechende Wertpapiervermögen um -10%.

Der gefährliche Irrglaube vieler Kleinanleger

Viele Kleinanleger glauben nun, dass es für eine Aktie einfacher ist von 0,50 Euro auf 0,55 Euro zu steigen als von 100 Euro auf 110 Euro oder von 1.000 Euro auf 1.100 Euro. Dies ist jedoch nur bedingt richtig. Denn der absolute Kurs sagt zunächst einmal wenig über die Wahrscheinlichkeit eines solchen Kursanstiegs aus. Vielmehr muss man sich die sogenannte Marktkapitalisierung (Börsenwert) anschauen. So kann ein Unternehmen, dessen Aktie absolut weniger kostet, trotzdem deutlich mehr wert und/oder höher bewertet sein als ein Unternehmen, dessen Aktie absolut mehr kostet. Schließlich wird der Börsenwert nicht alleine durch den Aktienkurs, sondern auch durch die Anzahl an ausstehenden Aktien bestimmt.

Gerade in Asien ist es dabei durchaus üblich mehr Aktien auszugeben und die Kurse so vergleichsweise niedrig zu halten. So kostet beispielsweise eine Aktie des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi aktuell nur 1,25 Euro. Dafür existieren jedoch auch mehr als 24 Milliarden Xiaomi Aktien, so dass der Börsenwert von Xiaomi letztlich bei über 30 Milliarden Euro liegt. Dagegen ist eine Nokia-Aktie mit aktuell 3,24 Euro mehr als doppelt so teuer wie eine Xiaomi-Aktie. Allerdings gibt es eben auch nur circa 5,6 Milliarden Nokia Aktien, so dass der Börsenwert von Nokia mit gut 18 Milliarden Euro deutlich unter dem Börsenwert von Xiaomi liegt.

Grundsätzliche Definition: Was ist ein Penny Stock?

Die grundsätzliche Definition eines Penny Stocks lautet in den USA, dass eine Aktie weniger als fünf US-Dollar kostet. Hier bei uns dagegen nimmt man es eher wörtlich. Daher werden hierzulande eigentlich Aktien als Penny Stocks bezeichnet, die weniger als einen Euro und somit in der Tat nur wenige Cents ("Pennys") kosten. Aber egal welche Definition man nun bevorzugen mag, letztlich ist nicht jede Aktie, die nach Penny Stock ausschaut, auch wirklich ein solcher. Denn Aktien wie das Papier von Xiaomi würde ich persönlich eben nicht als Penny Stock bezeichnen, auch wenn dies gemäß Definition nicht falsch wäre.

Andererseits würde ich ein Papier, dessen aktueller Aktienkurs bei 1,97 Euro und dessen Börsenwert bei knapp 28 Millionen Euro liegt, wie das derzeit bei der Aktie der Intershop Communications AG der Fall ist, wiederum sehr wohl als Penny Stock klassifizieren. Sie sehen also, dass zumindest ich persönlich nicht nur auf den aktuellen Aktienkurs, sondern auch auf die Marktkapitalisierung achte. Was natürlich, wie wir jetzt sehen werden, seinen guten Grund hat.

US Dollar

Warum die Marktkapitalisierung (für mich) entscheidend ist...

Denn wenn eine Aktie um +10% steigt, steigt letztlich der gesamte Börsenwert des Unternehmens um +10%. Steigt also die Aktie von Xiaomi um +10%, so werden hier rund drei Milliarden Euro an neuem Börsenwert kreiert, was sehr viel Geld ist. Steigt dagegen die Aktie der Intershop Communications AG um +10%, so werden noch nicht einmal drei Millionen Euro an neuem Börsenwert hinzugefügt, was vergleichsweise doch wohl sehr wenig ist. Daher sind für mich persönlich Penny Stocks nur solche Aktien mit einem niedrigen absoluten Kurs sowie einer zugleich geringen Marktkapitalisierung.

Nun wissen wir bereits, was Penny Stocks sind und warum man auch mit ihnen an der Börse nicht einfacher Geld machen kann als mit anderen Aktien. Zumindest dann nicht, wenn man blind – nur aufgrund des absolut beziehungsweise optisch niedrigen Kursniveaus – kauft. Dann nämlich kann man mit diesen Aktien genauso auf die Nase fallen wie mit jeder anderen Aktie auch. Dies würde allerdings auch dann gelten, wenn wir nicht wüssten, was wir inzwischen schon alles wissen. Denn wenn es für eine Aktie wirklich einfacher wäre von 0,50 auf 0,55 Euro zu steigen, dann wäre auch der umgekehrte Weg – von 0,50 auf 0,45 Euro – ja einfacher!

Insofern sollte jeder, der gerne auf Penny Stocks setzen möchte, sich intensiv damit auseinandersetzen. Ich halte es jedenfalls grundsätzlich sogar für schwieriger, mit solchen Aktien Geld zu machen. Es sei denn, man ist bereit sich helfen zu lassen. Dabei hat man jedoch wieder das Problem, dass es zwar viele entsprechende Angebote gibt, aber leider steckt hinter den meisten zumindest ein kleiner "Wolf of Wall Street". Wirklich empfehlenswert ist daher aus meiner Sicht nur ein Dienst, der sich stark auf Penny Stocks (Aktien unter fünf US-Dollar) fokussiert hat und dort nachweislich über Jahre außergewöhnliche Erfolge feiern konnte wie der "No Brainer Club" von sharedeals.de.

Was sind Pink Sheets?

Jetzt haben wir schon sehr viel über Penny Stocks gelernt. Was aber sind nun bitte Pink Sheets? Nun, Pink Sheets gibt es nur in den USA. Es handelt sich dabei um Aktien, die an keiner der großen, regulären Börsen wie New York Stock Exchange oder NASDAQ gehandelt werden. Vielmehr gibt es hier nur einen sogenannten Over-The-Counter-Handel (kurz: OTC). Dieser außerbörsliche Handel wird dabei von der Firma OTC Markets abgewickelt, die im Jahr 1913 als National Quotation Bureau gegründet wurde und später dann viele Jahre unter dem neuen Namen Pink Sheets bekannt wurde.

Um sich jedoch von Skandalen wie eben dem im Kinofilm "The Wolf of Wall Street" distanzieren zu können, firmiert man heute unter OTC Markets. Generell wurden und werden jedoch die Aktien, die nur in diesem speziellen, außerbörslichen Handel getradet werden, Pink Sheets genannt. Insofern gilt, dass bei Weitem nicht jeder Penny Stock ein Pink Sheet ist (zum Beispiel würde man europäische Penny Stocks so nicht bezeichnen). Umgekehrt sind jedoch (fast) alle Pink Sheets Penny Stocks.

Generell werden Sie sich als Anleger nun sicherlich noch fragen, was es für einen Unterschied macht, ob eine Aktie an einer regulären Börse gehandelt wird oder eben nur "Over The Counter". Nun, beim außerbörslichen Handel kann man nicht von einer Kotierung oder Notierung entsprechender Aktien sprechen, weil die festgestellten Aktienkurse nicht repräsentativ sind. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die (Transparenz-)Anforderungen an Unternehmen, die ihre Handelspreise so feststellen lassen, deutlich geringer sind – es ist beispielsweise keine Quartalsberichtserstattung notwendig.

Penny Stocks 2020

Bekannte Penny Stocks und Pink Sheets

Bevor ich Ihnen abschließend meinen favorisierten Penny Stock vorstelle, möchte ich an dieser Stelle kurz auf ein paar solcher Titel eingehen. In Deutschland ist der bekannteste Penny Stock dabei wohl nach wie vor die Aktie des schwer angeschlagenen Einzelhandelskonzerns Steinhoff International. Steinhoff war und ist immer noch ein großer, international aufgestellter Möbelhändler aus Südafrika, dessen Hauptsitz aus Steuergründen jedoch in den Niederlanden liegt und dessen Aktie an der Deutschen Börse gehandelt wird. Bekannteste Marke des Konzerns war die (inzwischen veräußerte) und auch hierzulande bekannte POCO.

Aufgrund eines Bilanzskandals, den wohl in erster Linie der inzwischen ehemalige CEO Markus Jooste zu verantworten hat, stehen Steinhoff und seine Aktie unter Druck und es droht das endgültige Aus des Konzerns. Dementsprechend geriet auch der Aktienkurs in eine Abwärtsspirale, so dass eine Aktie heute weniger als 0,07 Euro kostet. Nichtsdestotrotz liegt der Börsenwert noch immer bei knapp 300 Millionen Euro. Trotzdem ist die Aktie für mich ein Penny Stock, auch wenn sie aufgrund der hohen Marktkapitalisierung sowie des gleichzeitig hohen Handelsvolumens inzwischen wieder in den SDAX aufgenommen wurde. Zocker wetten auf eine Rettung Steinhoffs und ein Wiederaufleben der Aktie.

Weitere, zum Teil auch aus dem No Brainer Club bekannte Penny Stocks, sind Palatin Technologies oder Trevena. Hierbei handelt es sich um zwei kleine Biotechunternehmen. Bekannte Titel aus dem Bereich der sogenannten Pink Sheets sind HyperSolar (mittlerweile SunHydrogen) oder Sunwin Stevia. Während es sich bei ersterem Unternehmen um einen chinesischen Solarspezialisten handelt, dreht sich bei Sunwin Stevia alles um den Süßungsmittel Stevia (das sich immer größerer Beliebtheit als Alternative zum Zucker erfreut).

OTC Markets

Mein persönlicher Favorit: Smith Micro Software (SMSI)

Mein persönlicher Favorit aus dem Bereich der Penny Stocks ist das Papier von Smith Micro Software, das unter SMSI gehandelt wird. Eine Aktie kostet hier derzeit (Schlusskurs am 17.04.20) 4,92 USD und handelt somit an der Penny-Stock-Schwelle nach US-Definition. Der Börsenwert liegt auf Basis dieses Kurses bei immerhin rund 194 Millionen US-Dollar. Wie der Name schon vermuten lässt, bietet Smith Micro Software verschiedene Softwarelösungen an, unter anderem zur Kommunikation (CommSuite, SafePath). Das kleine Unternehmen verfügte zuletzt über liquide Mittel in Höhe von knapp 28,3 Millionen US-Dollar sowie offene Forderungen in Höhe von knapp 10,9 Millionen US-Dollar.

Insgesamt standen Assets im Gesamtwert von knapp 61,2 Millionen US-Dollar nur Schulden in Höhe von insgesamt gut 12,5 Millionen USD gegenüber, wovon jedoch nur ein geringer Teil kurzfristig fällig wird. Alles in allem ist die bilanzielle Situation somit als äußerst solide zu klassifizieren. Zumal sich das Unternehmen zuletzt auf einem strammen Wachstumskurs befand. So konnte man in 2019 den Jahresumsatz um +64,9% auf gut 43,3 Millionen US-Dollar steigern sowie einen Vorjahresnettoverlust von -2,74 Millionen US-Dollar einen Nettogewinn von über 10,7 Millionen US-Dollar verwandeln.

Alles in allem weist die Aktie somit ein aktuelles KUV von knapp 4,5 und ein aktuelles KGV von gut 18 auf. Natürlich könnte es auch bei Smith Micro Software im Zuge der Coronavirus-Krise kurzfristig zu Rückschlägen in der Umsatz- und Gewinnentwicklung kommen. Diese sollten sich jedoch, auch dank einer – durch die Krise eher beschleunigten – Digitalisierung in Grenzen halten und relativ zügig wieder ausgebügelt werden können. Zwar muss man die Aktie, die im Zuge des Corona-Crashs deutlich einbrach und sich zuletzt fast vollständig wieder erholen konnte, nicht sofort kaufen. Zu Kursen zwischen 4 und 4,50 USD halte ich sie jedoch für sehr interessant – mit einem Kursziel von 6,50 USD auf Sicht eines Jahres!

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Kommentare
Ben / 22.05.20 / 21:10 Uhr Mit bei ca. zwei Euro bin ich bei Biffa GB00BD8DR117 eingestiegen. Die Aktie wird bei Onvista nur über Stuttgart oder London gehandelt. Als newbie habe ich beim Kauf nicht aufgepasst und außerbörslich 30 Cent je Aktie Aufschlag bezahlt. Jetzt bin ich vorsichtig. Doch heute wollte ich sie bei 2,60 verkaufen, während geöffneter Börsen. Und in Stuttgart wollen sie wieder nur mit Abschlag verkaufen. Heute mit 2,34 anstatt der 2,60. Kann ich diese nicht auch in Londen verkaufen obwohl dort in GBP gehandelt wird? Es bedarf bei diesen Pennystocks auch richtige Handelsplätze. Ich habe beim Ankauf mein Leergeld bezahlt, und möchte es beim Verkauf nicht nochmals tun.
Sascha Huber / 23.05.20 / 0:12 Uhr Hallo Ben, wenn Ihr Broker Ihnen den Handel an der London Stock Exchange (LSE) anbietet, können Sie das natürlich. Aber informieren Sie sich vorher genau. Oftmals sind die Transaktionskosten an ausländischen Börsen deutlich höher!! Viele Grüße, Sascha