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Nel ASA-Aktie: Vor dem H2-Superzyklus kaufen?

Simon Ruic / 11.05.22 / 10:46

Nel ASA (WKN: A0B733) legt zum Auftaktquartal durchwachsene Zahlen vor, Anleger reagieren entsprechend verhalten: Die Aktie klettert an der Osloer Börse am Vormittag um knapp +2% auf 12,12 NOK. Vergangene Woche hat sich die EU zu einer Vielzahl von Rahmenbedingungsverbesserungen für die Elektrolyseur-Industrie verpflichtet. Nel-Chef Løkke erwartet bald den großen Wendepunkt.

Nel ASA ist ein global operierender Wasserstoff-Spezialist mit Sitz im norwegischen Oslo. Das Unternehmen ist unabhängig von speziellen Anwendungsbereichen des Gases und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Produktion über den Vertrieb bis zu Tankstellen. An der Börse hat der Konzern aktuell einen Wert von umgerechnet 1,9 Milliarden US$.

Quartalszahlen mit Licht und Schatten

Am heutigen Mittwoch hat Nel seine Zahlen für das Auftaktquartal vorgelegt. Kurzum: Die Umsätze und der Auftragsbestand weiten sich deutlich aus, doch der Cash-Burn und die Verwässerung für Aktionäre gehen vorerst weiter.

So meldete der Elektrolyseur-Hersteller für das erste Vierteljahr eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von +36% auf 213 Millionen NOK. Der Auftragseingang zwischen Januar und März betrug 283 Millionen NOK – knapp 8% mehr als in Q1 2021. Zum Quartalsende kommt das Unternehmen damit auf einen Rekordauftragsbestand von fast 1,3 Milliarden NOK. Das ist 19% mehr als im Vorjahr und ein Plus von 5% gegenüber dem Vorquartal.

Dabei rutschte Nel wieder tiefer in die roten Zahlen. So hat sich der operative Verlust (EBITDA) vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf -152 Millionen NOK mehr als verdoppelt. Dank Marktwerterhöhungen der Beteiligungen des Unternehmens an Everfuel A/S, Nikola Corp. und Hyon AS landeten die Norweger jedoch unter dem Strich bei einem Quartalsüberschuss von 84 Millionen NOK.

Ende März hatte Nel eine Privatplatzierung durchgeführt und dabei einen Bruttoerlös von 1,5 Milliarden NOK erzielt, den größten der Unternehmensgeschichte. Zum Quartalsende stieg damit der Kassenbestand gegenüber dem Vorjahr um über 21% auf fast 4 Milliarden NOK.

Mit der Kapitalerhöhung hat der Elektrolyse-Spezialist sein Cash-Polster wieder aufgefüllt, um seine teure Wachstumsstrategie weiterzuverfolgen. Auf der anderen Seite bedeutete das Platzierungsgeschäft jedoch wieder eine starke Verwässerung des Eigentums der bestehenden Aktionäre.

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Konkrete EU-Pläne für den Kapazitätsausbau

Wer in den vergangenen Wochen die Entwicklungen rund um die Wasserstoffwirtschaft in Europa verfolgt hat, dürfte schließen, dass sich Nel ASA zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort befindet. So haben sich zuletzt die Hinweise auf den Beginn eines H2-Superzyklus auf dem Kontinent verdichtet.

Vergangene Woche haben die europäische Elektrolyseur-Industrie und die Europäische Kommission auf dem Branchengipfel in Brüssel eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die eine breite Palette von Initiativen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektrolyseur-Hersteller in Europa enthält.

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sowie Vertreter von Nel ASA und anderen Branchengrößen haben das Schriftstück unterschrieben. Die Parteien haben sich den Angaben nach auf eine Verzehnfachung der Produktionskapazitäten für Elektrolyseure in Europa geeinigt. Die EU-Kommission wird demnach die industrielle Aufstockung nach Kräften unterstützen.

Die Vereinbarung bildet dabei nur die Grundlage für weitere ambitionierte Pläne der EU. So will Brüssel voraussichtlich am 18. Mai sein Programm namens RePowerEU bekanntgeben, das den Kontinent von russischen fossilen Brennstoffen unabhängig machen soll.

Die EU meint es zur Freude der Branchenvertreter offenbar sehr ernst mit ihren Wasserstoff-Plänen. Im März hatte Brüssel bereits angekündigt, dass es seine bisherigen Produktionsziele auf 10 Millionen Tonnen im Jahr verdoppeln und zusätzlich jährlich weitere 10 Millionen Tonnen importieren will.

Løkke bei Kostenparität zuversichtlich

Nel ASA ist bereits auf dem besten Weg, den neuen Vorgaben Taten folgen zu lassen. So hat das Unternehmen vor wenigen Wochen sein neues vollautomatisches Elektrolyseurwerk auf der norwegischen Halbinsel Herøya eröffnet. Die Fabrik produziert derzeit 500 MW im Jahr, bis auf 2 GW kann die Kapazität erhöht werden. Bis 2025 will Nel mit weiteren Werken den Output auf 10 GW steigern.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier hat CEO Jon André Løkke zudem sein kühnes Mittelfristziel nochmal bestätigt: Bis 2025 wollen die Norweger die Herstellungskosten ihres grünen Wasserstoffs auf 1,50 US$ je Kilo drücken und damit Kostenparität mit fossilen Brennstoffen erreichen. Um diesen Wendepunkt zu erreichen, müssten die Kosten auf ein Viertel des derzeitigen Niveaus gesenkt werden.

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Warten auf den Superzyklus

Die letzten Finanzzahlen von Nel haben erneut gezeigt, dass das Unternehmen von der Profitabilität noch ein paar Jährchen entfernt ist. Steigende Betriebskosten durch den Inflationsdruck werden die Norweger in Zukunft zusätzlich belasten. Die Cash-Reserven sollten aber für mindestens zwei Jahre reichen.

Ob die Norweger bis dahin die Profitabilitätsschwelle erreicht haben, muss jedoch bezweifelt werden. Für ein Einzelinvestment in die Nel-Aktie ist es daher aus meiner Sicht noch zu früh. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Wasserstoff-Spezialist den Wert für bestehende Aktionäre weiter verwässern wird. Daher heißt es für Anleger meiner Meinung nach: Abwarten und zusehen, wie der Superzyklus in der Branche langsam Fahrt aufnimmt.

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