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Marco / 14.09.20 / 14:23

Knaus Tabbert: Caravaning-Branche boomt auch ohne Corona

Der Freizeitmobilhersteller Knaus Tabbert (WKN: A2YN50) geht an die Börse. Die Campingbranche boomt wie nie zuvor und verzeichnet in den letzten Monaten sensationelle Wachstumsraten. Überzeugen die Einzelheiten zum Börsengang oder wird jetzt im heißen IPO-Herbst Kasse gemacht?


Der Sprung auf das Börsenparkett kommt im aktuellen Marktumfeld nicht überraschend. Knaus Tabbert ist eine feste Größe, wenn es um Freizeitmobile geht. Im Portfolio befinden sich Reisemobile mit Verkaufspreisen zwischen 11.000 Euro bis sagenhaften 635.000 Euro. Für jeden Geldbeutel hat das Unternehmen ein passendes Modell im Portfolio.

Knaus Tabbert gehört zu einem der drei führenden europäischen Hersteller auf dem nicht nur seit der Corona-Pandemie boomenden Markt für Freizeitfahrzeuge. Insbesondere in Deutschland ist das Wachstum ungebrochen. So konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2020 rund zwei Drittel seines Umsatzes hier in Deutschland, dem größten europäischen Markt, erwirtschaften.

Nach eigenen Angaben ist die Gesellschaft mit seinen sechs etablierten Marken gut positioniert, um von der erwartet wachsenden Nachfrage nach Reisemobilen, Caravans und Kastenwagen in Europa zu profitieren.

Durch die Corona-Krise hat sich das Urlaubs- und Reiseverhalten vieler Menschen grundlegend geändert. Dieses spürt natürlich auch der Anbieter aus dem beschaulichen Sinntal-Mottgers, einer kleinen Stadt in Osthessen. Insgesamt wächst das Unternehmen derzeit gegenüber dem Vorjahr um einen zweistelligen Prozentbereich.

Aber auch schon vor der weltweiten Pandemie sorgte der Campingsektor für ordentliche Zuwächse. Das Unternehmen erzielte laut eigenen Angaben in 2019 einen Umsatz in Höhe von rund 780 Millionen Euro und produzierte an vier Standorten knapp über 26.000 Freizeitfahrzeuge. Die 30.000er Marke könnte in diesem Jahr durch die Sonderkonjunktur der Branche vielleicht schon geknackt werden.

Sind diese Daten der Beginn einer neuen fulminanten Börsenstory?

Die wichtigsten Informationen zum Börsengang:

  • Zeichnungsaufträge können vom 14. September bis zum 22. September bei den beteiligten Banken abgegeben werden.
  • Der erste Handelstag wird der 23. September sein.
  • Rund 4,945 Millionen Aktien werden platziert.
  • Angebotspreis: Die Preisspanne liegt zwischen 58 bis 74 Euro.
  • Der Freefloat nach dem Börsengang beträgt rund 48 Prozent.
  • Der Umsatz und das EBITDA in 2019 lagen bei 780 Millionen Euro beziehungsweise rund 64 Millionen Euro.
  • Hohes Wachstum: Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum (CAGR) lag bisher fast 15 Prozent.
  • Gute Dividendenpolitik: Rund 50 Prozent des bilanziellen Gewinns sollen zukünftig als Dividende ausgeschüttet werden.

Wie so häufig gibt es auch diesmal kein IPO ohne Fallstricke. Die Krux ist, dass von den bis zu 380 Millionen Euro, die durch den Börsengang maximal eingenommen werden können, nur bis zu 25 Millionen Euro in den Kassen des Herstellers landen.

Den Großteil streichen zwei niederländische Finanzinvestoren ein, die aber mit rund 52 Prozent weiterhin Mehrheitsgesellschafter bleiben und zuvor über elf Jahre lang dem Unternehmen als Investoren zur Seite gestanden haben.

Das tut weh, wenn nicht einmal 10 Prozent der Erlöse beim Unternehmen ankommen. Mit den 25 Millionen Euro soll das zukünftige Wachstum und neue Modelle für das kommende Jahr finanziert werden. Sie kennen mich, ich bin bei Börsengängen skeptisch, wo der Großteil der Erlöse nicht im Unternehmen selber landet.

Schließlich reden wir nicht über eine kleine Pommesbude. Bei der Zeichnungsspanne würde das Unternehmen eine Marktkapitalisierung zwischen 602 Millionen Euro bis maximal 768 Millionen Euro auf die Waage bringen, was schon eine ordentliche Marktgröße ist.

Bei einem EBITDA in der Größenordnung aus 2019 und den aktuellen Wachstumszahlen wäre diese Marktkapitalisierung zum IPO moderat bewertet. Die Sahne auf der Kirsche oben drauf sind natürlich jetzt die Geschäftsjahre 2020 und auch 2021, die als Sonderjahre in die Firmengeschichte eingehen könnten. Alleine im Mai dieses Jahres sollen die Umsätze in der Branche überproportional um +29 Prozent gesteigert worden sein.

Wer Interesse an dem Geschäfts- und Wachstumsmodell hat, sollte die vorbörslichen Kurse beim "Handel per Erscheinen" im Blick haben. Diese gelten häufig als wichtiger IPO-Indikator.

Auch wenn nur ein geringer Anteil der Erlöse beim Unternehmen ankommt, sollte die Nachfrage bei dieser Bewertung, den Wachstumschancen und der Dividendenpolitik hoch sein. Die Dividendenrendite liegt bei den Eckdaten zum IPO und bei einem Gewinn auf Vorjahresniveau bei rund 2 bis 2,5 Prozent und wird bereits vollständig für das Geschäftsjahr 2020 bezahlt.

Auch wenn es keine Technologieaktie ist, könnten solide Kursgewinne möglich sein.

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