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Marco / 23.09.20 / 10:30

Knaus Tabbert: Börsengang mit Hindernissen

Der Börsengang des Freizeitmobilherstellers Knaus Tabbert (WKN: A2YN50) läuft holprig an. War wie erwartet die Gier der niederländischen Beteiligungsgesellschaft HTP zu groß?

Der Sprung auf das Börsenparkett könnte zum Fiasko werden. Das Marktumfeld ist eingetrübt und die Rechnung der Alteigentümer, sich die Taschen voll zu machen, ist krachend gescheitert. Die Konditionen des IPO konnten viele Anleger wahrlich nicht überzeugen.

Nur an der Bewertung lag es mitunter nicht, wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist. Der kleine aber feine Haken, wie von uns bereits in der IPO-Vorstellung befürchtet, lag dann doch insbesondere daran, dass der Großteil des Erlöses nicht beim Unternehmen landen sollte.

Die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP hatte Knaus Tabbert vor rund elf Jahren aus der Insolvenz gerettet. Gerade vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger den Hersteller von Freizeitmobilen jetzt bei seinen eigenen Gehversuchen auf finanziell solide Beine zu stellen.

Die geplanten Erlöse aus der Kapitalerhöhung reichen zwar für das Wachstum des Unternehmens aus, doch der helfende Mehrheitsaktionär hätte sich bei seinen Emissionserlösen gedanklich schon aus dem Unternehmen verabschiedet.

Die Profianleger haben mit ihrer Haltung dafür gesorgt, dass es anders kommt. Der Freefloat wird nun nur knapp unter 40 Prozent betragen. Die Beteiligungsgesellschaft HTP sitzt daher weiter beim unternehmerischen Erfolg oder Misserfolg im Boot und hat den Großteil ihrer Aktien mit einer langen Haltefrist versehen.

Das Feedback schon während der laufenden Zeichnungsphase war für die begleitenden Banken nämlich ernüchternd. Mangels Nachfrage werden heute inklusive der Mehrzuteilungsoption nur bis zu 4 Millionen Aktien anstatt 4,945 Millionen Aktien ausgegeben. Zum Preis von nur noch 58 Euro und damit am unteren Ende der Preisspanne werden diese an den Mann und an die Frau gebracht.

Eines können wir aufgrund dieser Zugeständnisse feststellen: Knaus Tabbert konnte die Erwartungen nicht erfüllen und hat den heißen IPO-Herbst nicht erfolgreich eingeläutet. Im nervösen Marktumfeld könnten die beteiligten Konsortialbanken alle Hände voll zu tun haben, um die Kursnotiz zu stützen, damit diese nicht unter den Emissionspreis fällt.

Ist dieser IPO dennoch das solide Fundament für die Zukunft?

Knaus Tabbert gehört zu einem der drei führenden europäischen Hersteller auf dem nicht nur seit der Corona-Pandemie boomenden Markt für Freizeitfahrzeuge. Insbesondere in Deutschland ist das Wachstum ungebrochen.

Anstatt bis zu 380 Millionen Euro durch den Börsengang einzunehmen, könnten jetzt nur maximal 232 Millionen Euro in den Kassen landen. Ein herber Rückschlag für die niederländischen Altaktionäre, allerdings nicht unbedingt für das Knaus Tabbert-Management.

Rund 20 Millionen Euro aus den Emissionserlösen stammen weiterhin aus einer Kapitalerhöhung von 350.000 neuen Aktien. Diese fließen vollständig in die Kassen des Herstellers, um weiteres Wachstum und neue Modelle zu finanzieren.

Die Pläne des Unternehmens können demnach weiterhin umgesetzt werden, lediglich die Altaktionäre schauen etwas in die Röhre und müssen auf Kurssteigerungen nach Ende ihrer Haltefristen hoffen. Jetzt passt das Verhältnis von "Kasse machen" zu "Investition in Wachstum und Zukunft" wieder erheblich besser.

Bei einem EBITDA in der Größenordnung aus 2019 und den aktuellen Wachstumszahlen in 2020 ist die Marktkapitalisierung zum IPO-Preis von rund 602 Millionen Euro moderat bewertet. Der Großteil der Aktien des Finanzinvestors ist mit einer Haltefrist belegt. Im ruhigen Marktumfeld und durch ein erneutes Aufflackern der Corona-Pandemie in Europa könnten auf dieser Basis solide Kursgewinne möglich sein. Vor allem, wo die Dividendenrendite nun am oberen Ende der Erwartungen bei rund 2,5 Prozent liegt.

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