KION Group: Dank „Industrie 4.0“ vor großer Zukunft

von (sh)  /   11. April 2019, 20:59  /   unter Dividenden-Aktien  /   Keine Kommentare

Sie haben doch sicherlich schon mal das Stichwort „Industrie 4.0“ gehört? Konkret geht es dabei um die anstehende vierte industrielle Revolution. Die ersten drei industriellen Revolutionen waren: die Mechanisierung mit Hilfe von Wasser und Wasserdampf („Dampfmaschine“), die Massenfertigung mit Hilfe von elektrischer Energie und Fließbändern sowie der Einsatz von Elektronik und Informationstechnologien zur Automatisierung der Produktion.

Mit „Industrie 4.0“ ist nun der Einsatz der Mikroelektronik, bspw. im Internet der Dinge, zur völlig autonomen Abwicklung von Aufgaben gemeint. Im Bereich der Logistik betrifft dies somit auch eigentlich eher altbackene Unternehmen wie Jungheinrich oder die KION Group (WKN: KGX888). KION Group? Noch nie gehört? Das ist kein Problem, denn so lange existiert die Firma noch gar nicht.

Ursprünglich handelt es sich bei der KION Group nämlich schlicht und einfach um die Gabelstapler-Sparte von Linde. Diese wurde seinerzeit, zur Konzentration auf das Kerngeschäft, von Linde abgespalten und an Finanzinvestoren (Goldman Sachs und KKR) veräußert. Diese brachten die Gesellschaft auf Vordermann und stiegen schließlich mit Hilfe eines Börsengangs, mit hohen Gewinnen, wieder aus.

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Heute konzentriert sich das Geschäft des Unternehmens nicht mehr nur auf Gabelstapler, sondern auch auf Lagertechnik und verbundene Lieferketten-Lösungen. Zukünftig könnten daher autonom agierende Gabelstapler bestellte Waren aus einem Lager zusammentragen. Anschließend werden diese dann von Robotern verpackt und versendet. Das mag sich nach Science Fiction anhören, funktioniert zum Teil bei Konzernen wie Amazon.com jedoch schon bereits genau so. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie könnte dann sogar der Weg der Waren jederzeit verfolgt werden.

KION Group – Umsatz- und Gewinnentwicklung bis 2017 überzeugend

Wirft man einen Blick in die Bilanz, so erkennt man auf den ersten Blick, dass sich der Schuldenstand des Konzerns zwischen 2014 und 2018 von 4,5 Mrd. auf zuletzt 9,7 Mrd. Euro mehr als verdoppelt hat. Das war jedoch nicht etwa die Schuld böser „Heuschrecken“, sondern ist auf unternehmerische Entscheidungen zurückzuführen. So hat das Management bspw. im Jahr 2016 die Übernahme von Dematic zum Kaufpreis von 2,1 Mrd. US-Dollar (ca. 1,85 Mrd. Euro) angekündigt und 2017 schließlich vollzogen.

Schulden in Höhe von knapp zehn Mrd. Euro mögen im aktuellen Null- bzw. Negativzinsumfeld unproblematisch erscheinen, könnten jedoch bei einer Normalisierung an der Zinsfront durchaus zu einem Problem werden. Hier muss das Management daher ran. Anders hingegen sieht es bei der Geschäftsentwicklung aus. So gelang es der KION Group ihren Jahresumsatz von 2014 bis 2018 von seinerzeit 4,7 Mrd. auf 8,0 Mrd. Euro und somit um ca. +70,2% respektive ca. +14,2% pro Jahr zu steigern.

Von 2014 bis 2017 stieg dabei auch parallel der Gewinn überproportional deutlich an. Lag dieser 2014 noch bei knapp 177 Mio. Euro, waren es 2017 mit knapp 425 Mio. Euro schon mehr als das Doppelte (ca. +140,4%). Das durchschnittliche Gewinnwachstum betrug in dieser Zeit somit ca. +34% p.a. Von 2017 auf 2018 kam es jedoch dann zu einem leichten Gewinnrückgang um ca. -5,9%, so dass sich das Gewinnwachstum im genannten Zeitraum auf nur noch +22,7% p.a. reduzierte.

2019, das Jahr des Comebacks – und dann…

Schon im laufenden Geschäftsjahr 2019e zeichnet sich jedoch Besserung ab. So soll der Konzernjahresumsatz auf 8,15 bis 8,65 Mrd. Euro (im Mittel: 8,4 Mrd. Euro; ca. +5%) und das Konzern-EBIT auf 805 bis 875 Mio. Euro (im Mittel: 840 Mio. Euro; ca. +54%) steigen. Somit dürfte am Ende ein Jahresgewinn von ca. 600 Mio. Euro in den Büchern stehen, was einem Plus von ca. +50% entspricht. Auf längere Sicht waren, sind und bleiben die Aussichten für das Unternehmen natürlich sehr, sehr gut.

Ich habe ja nicht umsonst eingangs das Stichwort „Industrie 4.0“ genannt und entsprechende Zukunftsvisionen vorgestellt. Spätestens bis 2022e sollte die KION Group daher einen Jahresumsatz von über zehn Milliarden Euro, ein EBIT von über 1,125 Mrd. Euro sowie einen Jahresgewinn von über 825 Mio. Euro einfahren. Möglicherweise könnten solche Ziele jedoch auch schon bis 2021 erreicht werden, je nachdem wann die zu erwartende Wachstumsbeschleunigung einsetzt.

Fazit: Aktie jetzt bei Rücksetzern kaufen!

Gegenwärtig weist die Aktie ein KUV von ca. 0,85 sowie ein KGV von ca. 20 auf. Sollten die unternehmenseigenen Umsatz- und Gewinnprognosen im laufenden Geschäftsjahr 2019e jedoch erfüllt werden, sinkt das KUV 2019e auf ca. 0,8 sowie das KGV 2019e auf ca. 11,3. Diese Bewertung halte ich, angesichts der Wachstumsaussichten, für sehr moderat. Zumal die meines Erachtens etwas schlechter aufgestellte Konkurrenz aus dem Hause Jungheinrich mit einem KGV 2019e von über 15 deutlich höher bewertet wird.

Ich favorisiere hingegen ganz klar die KION Group gegenüber Jungheinrich, so dass ich der Aktie auch ein leicht höheres KGV 2019e von bis zu 16 zugestehen würde. Damit läge das Kursziel für die Aktie der KION Group, auf Sicht eines Jahres, zwischen 81,00 und 82,00 Euro. Ich runde hier ein wenig ab und halte ein Kursziel von 80,00 Euro für realistisch. Nachdem die Aktie erst heute ein charttechnisches Kaufsignal generiert hat, das ein Befreiungsschlag sein könnte, würde ich daher hier nun Rücksetzer in Richtung 54,00 bis 56,00 Euro kaufen.

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