Sascha / 07.04.20 / 18:12

iQiyi: Bekannte Shortseller greifen an!

Bereits Ende März des Jahres 2018 feierte die "Netflix Chinas", iQiyi (WKN: A2JGN8), ihr Börsendebüt an der NASDAQ.

Zunächst feierten auch die Anleger die Aktie, was angesichts des Siegeszugs des großen Vorbilds Netflix in den USA sowie der darauffolgenden Kursrally dieser Aktie kein Wunder war. So stieg der Titel in der ersten Euphorie nach dem erfolgreichen Börsengang in der Spitze auf über 44 USD. Inzwischen haben sich diese Kursgewinne jedoch in Luft aufgelöst. So notiert die Aktie heute etwa 10% unter ihrem seinerzeitigen IPO-Preis von 18 USD.

Die Shortseller Wolfpack Research und Muddy Waters attackieren!

Das bisherige Allzeittief erreichte die Aktie jedoch Anfang des Jahres 2019, knapp unterhalb von 15 USD. Nicht mal im Zuge des Coronavirus-Crash zuletzt wurden diese Tiefs unterschritten. Um 15 USD dürfte also aus rein charttechnischer Sicht ein stabiler Boden im Markt liegen. Ausgehend von diesem Boden müsste die Aktie daher tendenziell steigen. Auch wenn in China aktuell keine so scharfen Social Distancing-Maßnahmen mehr gelten, so dass die dortigen "Stay at Home"-Aktien nicht so gefragt sind wie hier bei uns.

In der Tat versuche die Aktie zuletzt auch eine Kursrally zu initiieren. Doch diese lief nicht so richtig an – und heute wurde klar, warum dem so war. Denn die Shortseller Wolfpack Research und Muddy Waters veröffentlichten heute einen Research-Bericht, in dem man dem Management des Unternehmens schwere Vorwürfe macht. So behaupten Wolfpack Research und Muddy Waters, dass iQiyi sowohl die eigenen Nutzerzahlen als auch die ausgewiesenen Umsätze nach oben manipuliert hätten.

Was gegen einen zweiten Fall "Luckin Coffee" spricht...

Ähnliche Anschuldigungen hatte Muddy Waters bereits vor einiger Zeit gegenüber der chinesischen Kaffeehauskette Luckin Coffee ("Starbucks Chinas") erhoben. Anleger schenkten diesen Anschuldigungen jedoch keinen Glauben. Vor wenigen Tagen wurden sie dann jedoch von einer vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Sonderprüfung auf dem falschen Fuß erwischt. Denn gemäß dieser sollen bei Luckin Coffee tatsächlich die Umsätze nach oben manipuliert worden sein (wir berichteten).

Insofern kein Wunder, dass die Anleger auf diese Anschuldigungen ein wenig allergisch reagieren und die Aktie heute tendenziell veräußern. Allerdings hält sich der Titel, angesichts der Schwere der Vorwürfe, noch recht gut, was gegen eine Bilanzmanipulation spricht. Zumal iQiyi seinerzeit auch eine Abspaltung von Baidu war, die als solides Unternehmen gelten. Nichtsdestotrotz ist hier, wie wohl bei allen chinesischen Aktien, ein gesundes Maß an Mißtrauen und Vorsicht angebracht!

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