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Manuel / 21.10.19 / 8:41

HelloFresh: War es das mit der Rallye?

Anleger in Aktien der HelloFresh SE (WKN: A16140) können seit August ein Lied davon singen, wie sich eine mustergültige Rallye anfühlt. Die eigentlich als schwankungsfreudig geltenden Papiere des Kochboxen-Startups ziehen seit der Bekanntgabe der Q2-Zahlen am 13. August von 9,31 Euro nach oben auf 17,82 Euro in der Spitze. Heute dann der große Einbruch um -5,27% auf 16,88 Euro.

Am 14. Oktober schob das Berliner Lebensmittel-Business seine EBITDA-Prognoseerhöhung hinterher. Am Tag danach explodierten HelloFresh-Aktien förmlich und nun kommt - in einem rundum freundlichen Marktumfeld - der etwas überraschende Einbruch. War es das mit der Neubewertungs-Rallye?

Auf fast schon unglaubliche 250 Millionen Mahlzeiten summiert sich voraussichtlich das Auslieferungsvolumen von HelloFresh in diesem Geschäftsjahr. Das ist für ein 2011 gegründetes Unternehmen sensationell. Inzwischen ist HelloFresh der nach eigenen Informationen „weltweit führende Anbieter für Kochboxen“.

Neubewertung läuft ...

Im einem „starken zweiten Quartal“ feierte HelloFresh zum ersten Mal - und das erwartungsgemäß - den heißersehnten EBITDA-Breakeven - und wie! Mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 4,2% überzeugte das Unternehmen sogar skeptische Anleger. Denn das waren ganze 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Wachstumsdynamik ist weiterhin von einem anderen Stern. Die HelloFresh SE wuchs im zweiten Quartal umsatzseitig um 37% auf 437 Millionen Euro (währungsbereinigt 31,5%). Die Zahlen wurden am 13. August gemeldet und katapultierten die Aktie anschließend in eine Neubewertungsphase.

... die Frage ist: wie lange noch?

Für das Gesamtjahr erwartet der HelloFresh-Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 31% bis 33%. Die einst avisierte bereinigte EBITDA-Marge von rund 1,0% wurde laut Ankündigung vom 14. Oktober auf eine Bandbreite von 0,50% bis 1,75% angehoben. Wie gesagt: Bei einem kolportierten Umsatz jenseits der 1,6 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr entsprechen 1% EBITDA-Marge rund 16 Millionen Euro.

Der junge CEO Dominik Richter, einst Mitgründer der Gesellschaft, hat dem Markt mit den Zahlen fundamentale Kaufargumente geliefert, um eine Neubewertung zu initiieren. Nach rund 100% in wenigen Wochen würden wir hier nicht mehr unbedingt einsteigen. Das liegt allerdings mehr an Tatsache der Kursverdopplung und deutlich im Gewinn liegenden Anlegern als an der gesunden Wachstumsstory.

Diese bleibt für Privatanleger weiterhin interessant. Als größte Risikofaktoren sehen wir hier ein abruptes Abbremsen der Umsatzdynamik, die wir aktuell allerdings nicht ausmachen können. Der Markt ist riesig und die Mitbewerber scheinen sich momentan eher an HelloFresh zu orientieren als anderseitig.

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