Deutsche Wohnen-Aktie: Das gilt es zu beachten

20.06.23 um 17:34

Die Aktie der Deutschen Wohnen AG verbesserte sich um 1% auf aktuell 21,50 €, damit setzt sich die Kurserholung seit dem Tief im März weiter fort. Insgesamt bewegt sie sich seit Oktober letzten Jahres seitwärts in einem Korridor von 18 bis 23 €. Aufgrund der Sondersituation fragen sich Anleger, ob sich hier ein Einstieg noch lohnt.

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Deutsche Wohnen vorgestellt
Die Berliner Deutsche Wohnen SE ist eine börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaft, die sich operativ auf die Geschäftsfelder Wohnimmobilien und Betreutes Wohnen konzentriert. Der Fokus liegt dabei auf deutschen Metropolen und Ballungszentren. Das Portfolio umfasst rund 140.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Großaktionär mit rund 87% ist Vonovia, Deutschlands größter Immobilienkonzern. Die Marktkapitalisierung beträgt 8,56 Milliarden €.

Restübernahme eher unwahrscheinlich

Mit dem zweiten verbesserten Übernahmeangebot erreichte Vonovia sein Ziel und wurde mit knapp 87% größter Aktionär des Berliner Immobilienkonzerns. Daneben ist der aktivistische Hedgefonds Elliot mit knapp 3% beteiligt. Der Rest befindet sich im Streubesitz.

Dass eine Übernahme der restlichen Aktien demnächst erfolgt, ist eher unwahrscheinlich, zumal dann der Mindestpreis von dem damaligen Wert von 53 € zu zahlen wäre. Vonovia kann mit seinem Aktienanteil auch so durchregieren, dementsprechend wurde auch das Management der Deutschen Wohnen AG ausgetauscht.

Jahresauftakt solide

Der bestätigte Geschäftsbericht wurde mit Spannung erwartet, insbesondere im Hinblick auf die Ertragssituation. Insgesamt sind die Finanzkennzahlen solide ausgefallen und entsprechen den Unternehmenserwartungen.

Die gestiegenen Zinsaufwendungen machen den Immobilienkonzernen zu schaffen, so auch der Deutschen Wohnen AG. Dies führte dazu, dass das operative Ergebnis (FFO) nur um 1,3 Millionen € auf 144,8 Millionen € gestiegen ist. Daraus ergibt sich ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,36 €.

Die Mieteinnahmen sind leicht um 2,6% auf 194,8 Millionen € gestiegen. Insgesamt ist die Leerstandsquote mit rund 2% sehr gering. Der Netto-Immobilien-Wert (NAV) der rund 140.000 Wohneinheiten ist aufgrund einer Neubewertung um eine Milliarde auf 19,4 Milliarden € gesunken. Daraus ergibt sich ein Buchwert pro Aktie von 49 €.

Olaf Weber, CFO der Deutsche Wohnen, äußerte sich so:

Die Deutsche Wohnen hat sich in einem weiterhin herausfordernden Umfeld zu Beginn des Geschäftsjahr 2023 operativ stabil entwickelt.

Prognose bestätigt

Aufgrund der bisherigen Entwicklung hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest. Demnach wird ein leichter Rückgang beim FFO-Ergebnis erwartet. Beim NAV wird mit einem leichten Anstieg kalkuliert.

Diese Schätzung zeigt, dass insgesamt mit keiner großen Änderung der Geschäftsentwicklung gerechnet wird.

Lohnt sich hier ein Einstieg?

Um es gleich vorweg zu sagen: Ein Einstieg in diese Aktie ist uninteressant. Nachdem das Übernahmeziel von Vonovia erreicht wurde, dürfte die vollständige Übernahme vom Tisch sein. Sollte diese kommen, würde der aktivistische Hedgefonds Elliot auf ein deutlich höheres Gebot drängen. Darauf dürfte sich Vonovia nicht einlassen.

Somit entfällt ein erwarteter Kursaufschlag. Wirtschaftlich gesehen ist ein stärkerer Kursanstieg ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Wie alle Immobilienkonzerne kämpft auch das Berliner Unternehmen mit höheren Zinskosten, dies dürfte sich weiterhin negativ auf die Ertragslage auswirken.

Die Aktie ist aus meiner Sicht für Anleger völlig uninteressant. Selbst wenn die Immobilienaktien wieder steigen, sollten Anleger besser die Aktien der Muttergesellschaft Vonovia bevorzugen.

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